Ausbildung in Finsterwalde: Maibaum und Messe – junge Talente für das Handwerk gesucht

Der Obermeister der Installateur- und Heizungsbauerninnung Finsterwalde, Mario Kuhla, arbeitet im Vorstand der Kreishandwerkerschaft Elster-Spree. Hier präsentiert er die Innungsglocke.
Mario Sanders- Installateur Mario Kuhla organisiert 2025 eine Messe in Finsterwalde, um Jugendliche für Handwerksausbildungen zu begeistern.
- Maibaumaufstellen und Handwerkermesse sollen Schüler für Berufe wie Sanitär, Heizung und Klima interessieren.
- 2024 nahmen 300 Schüler teil, 2025 werden 500 erwartet.
- Unterstützung durch Stiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land“.
- Tradition und Begeisterung für das Handwerk sollen weitergegeben werden.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In der Familie von Mario Kuhla, der im Juli 45 Jahre alt wird, hat Handwerk eine lange Tradition. Uropa Kurt Zech gründete 1933 die Firma in Lichterfeld als reine Klempnerei. Opa Siegfried Winzer führte diesen Betrieb als Installateurmeister weiter.
Sein Enkel führt das geschätzte Handwerk weiter.
Handwerker gehören zur Familientradition von Mario Kuhla
Mario Kuhla erinnert sich: „Ich bin als kleiner Junge mit Opa mitgefahren. Er hat mich sehr gut ans Handwerk herangeführt. Nach der Schule absolvierte ich eine dreieinhalbjährige Ausbildung beim Installateurmeister Heinz Schreiber in Eichholz. Anschließend absolvierte ich die Meisterschule von 2000 bis 2001 und beendet diese erfolgreich. Mit 21 Jahren war ich der jüngste Meister für Sanitär, Heizung und Klima in Brandenburg.“
„Als Opa Siegfried starb, führte Oma Doris mit angestellten Meistern unser Unternehmen fort. Ab 2001 durfte ich als angestellter Meister das Unternehmen fortführen. 2014 machte ich mich selbstständig und wurde von den Mitgliedern der Installateur- und Heizungsbauerinnung mit Sitz in Finsterwalde gleich zum Obermeister gewählt“, erzählt er weiter.
Nachwuchsgewinnung im Handwerk ist herausfordernd
Bei einer Familiendiskussion zum Thema Handwerk, das bekanntlich einen goldenen Boden haben soll, wurden Fragen diskutiert, warum es mit der Nachwuchsgewinnung kaum vorangehe. Seine damals zehnjährige Tochter Clara fragte ihn: „Was machst du denn dafür, dass sich Schüler für das Handwerk interessieren?“

Kreishandwerksmeister Jürgen Mahl, Meister aller Obermeister, und Mario Kuhla (r.), erweitertes Vorstandsmitglied der Kreishandwerkerschaft Elster-Spree, ziehen im Interesse der Handwerkerschaft und ihres Nachwuchses an einem Strang.
Heike LehmannMario Kuhla dachte eher an die Vorurteile, die junge Menschen mit dem Handwerk verbinden. Mit den Händen zu arbeiten, würde schwer und schmutzig sein. Da ist ja oft auch etwas dran. Anscheinend deshalb sei das Handwerk für die jüngeren Generationen ein wenig erstrebenswertes Ziel des Broterwerbs.
Der Obermeister wollte dies wenigstens in Teilen widerlegen und aufklären. Er überlegte und vereinbarte Termine mit Schülern, um das Handwerk und in diesem Fall die spezielle Richtung Sanitär, Heizung und Klima vorzustellen und Interesse zu wecken. Es ging ihm darum, dem Handwerk eine gute Präsentationsplattform zu schaffen.
Bei einem Treffen mit regionalen Schulleitern gelang es ihm, diese für die Teilnahme ihrer Schüler an einer Handwerkermesse zu interessieren. Was würde einen besseren Rahmen bieten, als das Maibaumaufstellen? Dabei präsentieren sich zahlreiche Gewerke, darunter Zimmerer, Gebäudereiniger, Sanitär- und Klimatechniker, Tischler, Optiker und Hörgeräteakustiker. Die Idee von Mario Kuhla kam an.
In Finsterwalde Maibaum aufstellen und Handwerk präsentieren
Weil sich der Sitz der Zimmererinnung Cottbus seit jeher in Finsterwalde befindet und sie zur Kreishandwerkerschaft Elster-Spree gehört, stellen die Zimmerer seit Jahren in Finsterwalde den Maibaum auf dem Markt auf. Seit dem vorigen Jahr gehört eine Handwerkerausbildungsmesse unter dem Thema „Lust aufs Handwerk“ dazu.
2024 gelang es erstmals ein Rahmenprogramm zum Maibaumaufrichten aufzustellen. Daran nahmen mehr als 300 Schüler aus der Region teil. Sie lernen die Vielfalt des Handwerks kennen. Die Gemeinschaftsaktion der Kreishandwerkerschaft Elster-Spree wird von der Stiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land“ der Sparkasse Elbe-Elster-Land unterstützt.
Schilder am Maibaum mit den Namen der neun Handwerksinnungen der Kreishandwerkerschaft Elster-Spree verschaffen auch in diesem Jahr einen Überblick über die Ansässigkeit der Gewerke in der Region. Am 29. April folgt die Fortsetzung der Tradition. Ein 17 Meter langer Maibaum, zuzüglich einer zwei Meter langen Birkenspitze, wird unter Leitung vom Obermeister der Zimmerer, Marcus Ludwig, ab 13.30 Uhr aufgerichtet und den Marktplatz in Finsterwalde krönen.

Rico Müller aus Hohenbucko, Obermeister der Zimmererinnung Cottbus in der Kreishandwerkerschaft Elster-Spree, Marcus Ludwig aus Guben, Wendelin Waffler aus Ruhland, Christian Altkrüger aus Lübben, Andreas Csakanyi aus Finsterwalde sowie Wilfried Golze aus Luckau pflegen als Meister ihrer Zunft gern die Tradition des Maibaumaufstellens.
Mario KuhlaSchüler entdecken in Finsterwalde Vielfalt im Handwerk
Junghandwerker aus 14 Gewerken begrüßten 2024 die Schüler der 9. und 10. Klassen mit einer Handwerkerstraße. Die Angebote an den verschiedenen Ständen animierten die Jugendlichen, ihr handwerkliches Können zu testen.
In diesem Jahr werden 500 Jugendliche der achten und neunten Jahrgangsstufe aus Doberlug-Kirchhain, Finsterwalde und Massen erwartet, um sich in zwölf Handwerksbereichen einen Überblick zu verschaffen.
Obermeister Mario Kuhla: „Wir können stolz auf unsere gelebte Tradition sein und müssen dies zeigen und weiter geben. Der Maibaum steht für das Handwerk in der größten Stadt der Region mit einem Einzugsgebiet von etwa 40.000 Menschen. Ich liebe mein Handwerk, bin stolz auf unsere Familiengeschichte und hoffe, diese Leidenschaft an die nächsten Generationen weitergeben zu können. Mit der Kombination von Maibaumaufstellen und Handwerkermesse wollen wir ein spannendes Erlebnis bieten, was nachhaltig begeistert und motiviert, sich im Handwerk zu orientieren und eine Ausbildung in Auseinandersetzung mit kulturellen Traditionen anzustreben.“


