Foodie-Podcast aus Brandenburg: Wie ein Verein Bauern und regionales Essen fördert

Ein Restaurant, das der Verein Slow Food empfiehlt, muss nicht auf Sterneniveau kochen. Es kann eine deftige Roulade aus Seitan anbieten, für den der Koch Getreide aus der Region verwendet hat.
Sandra Ketterer- Slow Food fördert gutes, sauberes und faires Essen – Fokus auf regionale Produkte.
- Das Convivium Lausitz ist vor allem zwischen Bischofswerda und Görlitz aktiv.
- Aus organisatorischen Gründen betreut es auch zwei Restaurants in Finsterwalde.
- Gasthaus Stuckatz und Goldener Hahn sind für 2026 im Slow Food Genussführer.
- Elbe-Elster gilt als aufstrebender kulinarischer Hotspot und möglicher Convivium-Startpunkt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Kerstin Mickan ist bestens gelaunt. Die Co-Vorsitzende des Conviviums Slow Food Lausitz, so etwas wie eine Regionalgruppe des Vereins, freut sich, über ihr Lebensthema sprechen zu können, nämlich gutes, sauberes und fair produziertes Essen.
Das Convivium Lausitz, das hauptsächlich in der Oberlausitz zwischen Bischofswerda und Görlitz aktiv ist, betreut in diesem Jahr auch zwei Restaurants in Finsterwalde. Ein Schritt, der eigentlich rein organisatorische Hintergründe hat. Aber es könnte auch der Start von etwas Größerem sein.
Der Podcast „Brandenburg, lass uns über Essen reden“ von Lausitzer Rundschau und Märkischer Oderzeitung erscheint alle zwei Wochen auf allen gängigen Podcastportalen. Wir, die Hosts und Food-Reporterinnen Elisabeth Voigt und Sandra Ketterer, sprechen darin mit Gästen über Essen mit Qualität in Brandenburg oder testen uns durch bestimmte Kategorien, wie Käse oder Kaffee.
Verein Slow Food wurde einst in Italien gegründet
Der Verein Slow Food wurde Ende der 1980er Jahre in Italien, genauer im Piemont, gegründet. Er ist eine Reaktion auf den Fast-Food-Trend, also Nahrung schnell aufnehmen, ohne sich bewusst zu machen, was darin steckt, und wie es hergestellt und entlohnt wurde. In Deutschland ist die Bewegung seit Anfang der 1990er Jahre aktiv. In Ostdeutschland sind die Regionalgruppen weniger zahlreich vertreten als in Ostdeutschland. Hier sind es vor allem Zentren wie Berlin, Dresden und Leipzig, in denen Menschen aktiv sind.
„Wir treffen uns mindestens einmal im Monat zu einer Veranstaltung“, erzählt Mickan. Die Conviviums-Mitglieder und ihre Freunde hätten 2026 unter anderem die Rittermühle in Herrnhut besucht. „Der Müller produziert Mehle nur von Kleinstbauern um die Mühle herum“, erklärt sie. Der Müller habe den Besucherinnen und Besuchern erklärt, wie er gutes Getreide erkenne, wo er hinliefere, und sie natürlich verkosten lassen.

„Wenn wir die regionalen Produkte sichtbarer machen, haben wir auch einen Mehrwert in der Region“, sagt Kerstin Mickan, Vorsitzende des Conviviums Slow Food Lausitz.
Kerstin MickanBei sogenannten Wurzeltouren mache der Verein Gemüsesorten und andere Lebensmittel sichtbar, die in Vergessenheit geraten. „Wenn wir die regionalen Produkte sichtbarer machen, haben wir auch einen Mehrwert in der Region.“ Die „Region“ war bisher auf Sachsen begrenzt.
Ist Elbe-Elster eine Slow-Food-Region?
Aus organisatorischen Gründen dehnt sich der Regionalverband auf den Süden Brandenburgs aus. Zwei Restaurants – das Gasthaus Stuckatz in Dollenchen und den Goldenen Hahn in Finsterwalde – haben Mickan und ihre Kollegen für 2026 in den Slow Food Genussführer aufgenommen.
Insgesamt seien die Lausitz und Brandenburg noch ausbaufähig, was genussvolles Essen und den Fokus auf regional erzeugte Lebensmittel angehe, sagt Mickan. Aber eine Region hat sie ausgemacht, die sich davon abhebt. „Elbe-Elster ist ein echt aufstrebender kulinarischer Hotspot“, sagt sie zum Schluss. „Das ist spannend zu beobachten.“ Sie hält dabei das Heft zum Regionalsiegel Elbe-Elster in der Hand. Die Gegend könne ein Startpunkt für ein neues Convivium in Brandenburg sein.
