Diabetes: Gefahr bei Softdrinks – Ärzte aus Elbe-Elster nennen Gründe dafür

Diabetes- und Ernährungsberaterin Cosette Weggen aus Finsterwalde zeigt das breite Angebot an Softdrinks. Sie alle haben einen großen Zuckeranteil.
Rolf Kühne- Softdrinks steigern Diabetes 2 und Herzkrankheiten weltweit. Ärzte aus Elbe-Elster bestätigen dies.
- Jugendliche konsumieren am meisten Cola, Limo und Energydrinks.
- Diabetesberaterin Cosette Weggen warnt vor hohem Zuckergehalt in Getränken, auch Smoothies.
- Limosteuer könnte Zuckergetränke reduzieren, sagen Mediziner.
- Süßstoffe sind keine gesunde Alternative.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Laut der Studie einer internationalen Forschungsgruppe gehen jährlich weltweit Millionen Fälle von Diabetes 2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf den Konsum von Softdrinks zurück. Auch Ärzte und Ernährungsberater aus Elbe-Elster sehen einen klaren Zusammenhang.
Bevorzugt Jugendliche greifen zu zuckerhaltigen Getränken wie Cola, Limo oder Energydrinks. Dr. Adam Porowski bestätigt das. „Das werden später mal meine Patienten“, sagt der Kardiologe aus Finsterwalde.
Auch Cosette Weggen weiß aus ihrer täglichen Arbeit, welche Altersklassen am liebsten Softdrinks trinken. „Ab dem 14., 15. oder 16. Lebensjahr. Vor dem 30. Lebensjahr ist der Verbrauch exorbitant“, sagt die Diabetes- und Ernährungsberaterin im Krankenhaus Finsterwalde.
Insbesondere bei Diabetes 2 ist die Zahl der Erkrankungen alarmierend. „Elf Millionen Deutsche sind Diabetiker. Weitere zwei Millionen wissen nichts von ihrer Erkrankung. Jährlich kommen rund 500.000 Neuerkrankungen hinzu“, erklärt Ines Ebenroth. Die hausärztlich tätige Internistin mit Schwerpunkt Diabetes aus Falkenberg sieht Diabetes 2 als „Folge des Wohlstandssyndroms. Wenig Bewegung, Übergewicht, die Zellen reagieren nicht mehr auf das Insulin“.
Diabetes 1 und Diabetes 2
- Typ 1: Autoimmunerkrankung – Körper produziert kein Insulin, Patienten müssen laufend Insulin zuführen, betrifft häufig Kinder, Jugendliche und Menschen bis zum 40. Lebensjahr.
- Typ 2: wurde früher Altersdiabetes genannt, Erkrankungen ab dem 40. Lebensjahr, Zellen reagieren nicht mehr auf Insulin, gilt als Vorerkrankung für Herz- und Kreislauferkrankungen.
Den Zusammenhang von Softdrink-Konsum mit Erkrankungen könne man nicht am Einzelbeispiel festmachen, so die Medizinerin weiter. „Ich sehe aber einen klaren Zusammenhang mit Diabetes 2. Wir wissen schon lange, dass Softdrinks gesundheitsschädigend sein können. Schon 2016 gab es Berichte, darüber, dass man sich Diabetes antrinken kann.“
Der größte Risikofaktor in den Softdrinks ist der Zucker. „Auf 100 Milliliter Coca Cola kommen zehn Gramm Zucker“, berichtet Adam Porowski. Cosette Weggen nennt weitere Beispiele: „Auch Multivitaminsaft hat viel Zucker, fünf Stück Würfelzucker auf 100 Milliliter. Im Übrigen ist es ein Irrglaube, dass in Säften Vitamine enthalten sind.“
Ernährungsberaterin aus Finsterwalde warnt vor Smoothies
Der größte Hammer aber wären die Smoothies, meint die Ernährungsberaterin. Die hätten 13 Gramm auf 100 Milliliter und dazu noch Kohlenhydrate. „Dazu kommen in den Softdrinks noch weitere Inhaltsstoffe, die schädigend wirken können. Zum Beispiel Phosphate, die bei zu hohen Mengen zu Nierenschäden führen können“, erläutert Cosette Weggen.
Ob Süßstoffe oder zuckerfreie Getränke die bessere Alternative wären, verneint Ines Ebenroth. Sie erklärt: „Auch die Zunahme von Süßstoffen kann zur Gewichtszunahme führen. Die Zuckeraustauschstoffe wirken im Körperhaushalt ähnlich wie Zucker. Der süße Geschmack auf der Zunge weckt den Heißhunger auf Süßigkeiten.“
Das Übergewicht und das damit verbundene Diabetes-Risiko sind nicht die einzige Folge von zu viel Zucker in Getränken oder Süßigkeiten. „Der Mensch braucht Zucker“, versichert Adam Porowski. „Aber der Überschuss wird in Fett umgewandelt. Das sorgt für Fettleber, Störung des Cholesterinhaushaltes, Arteriosklerose und sogar Erkrankungen des Verdauungstraktes.“
Warum nun Brause, Cola und Co. trotz allem so beliebt sind, weiß Cosette Weggen: „Softdrinks wirken frisch, weil sie durch die Kohlensäue sprudeln. Sie schmecken süß, das mag jeder. Der süße Geschmack bringt Lebensfreude, löst Glücksgefühle aus.“
Diabetesberaterin aus Finsterwalde rät zu Wasser mit Geschmack
Bei Prüfungen, so die Diabetesberaterin weiter, können Zuckergetränke wirksam für den Energiehaushalt im Körper sein. Gesundheitsgetränke aus der Drogerie wären süßer als normal. Ältere Menschen könnten damit aber ihren Nährstoffhaushalt regulieren.
Dennoch rät Cosette Weggen eher zu Wasser mit Geschmack: „Ingwer oder Zitrone. Auch Zimt geht, wenn man keinen Zucker zu sich nehmen darf. Ganz abraten würde ich von Energy Drinks. Die sind nicht zum Durstlöschen geeignet, man trinkt aber mehr davon, als man braucht.“

Dr. Adam Porowski, Kardiologe aus Finsterwalde, hat die Erfahrung gemacht: Wer in der Jugend viel süße Getränke zu sich nimmt, wird später sein Patient.
Rolf KühneWie viel Sinn eine Limosteuer wie in Großbritannien in Deutschland machen würde, beurteilen die Mediziner und die Gesundheitsberaterin unterschiedlich. Ines Ebenroth würde das begrüßen: „Dadurch gibt es in Großbritannien deutlich weniger Erkrankungen.“
Cosette Weggen meint, dass so eine Steuer für den Rückgang des Verbrauchs sorgen könnte, schränkt aber ein: „Wenn der Mensch ein Verbot bekommt, sucht er sich einen Ausweg.“ Ähnlich sieht es Adam Porowski: „Limosteuer kann helfen, aber es besteht immer die Möglichkeit, sich die Getränke anderswo zu besorgen.“
Limosteuer in Großbritannien
- Die Steuer setzt bei der Schwelle von fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter an.
- Hersteller müssen dann 18 Pence (21 Cent) pro Liter zahlen.
- Bei 8 Gramm Zucker oder mehr pro 100 Milliliter werden 24 Pence (28 Cent) pro Liter fällig. Quelle: stern.de


