
Tourismus in Bad Liebenwerda: Für die Waldeisenbahn steht das Signal auf Rot

Städtisches Geld investieren? Abgeordnete waren mehrfach an der Strecke der Waldeisenbahn in Bad Liebenwerda. Hier sind es Mitglieder des Kurortentwicklungsausschusses bei einer Vorort-Begehung. Ist eigentlich jemals die Frage nach dem TÜV gestellt worden?
Frank Claus- Waldeisenbahn in Bad Liebenwerda stoppt Fahrten – kein TÜV und keine Haftpflicht.
- Die Verbandsgemeinde untersagt den Weiterbetrieb, eine Unterlassungserklärung folgt.
- Der Verein baute die Anlage nach TÜV-Hinweisen, doch ein Prüfstempel fehlt.
- Züge fuhren mit alter und batteriebetriebener Lok, Strecke war teils unvollständig.
- Kritik im Forum: lockeres Gleis auf Schotter, hohle Schwellen; vorerst keine Fahrtage.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Es war im Jahr 2021. Da lädt der kleine Verein der Eisenbahnfreunde genau am Kindertag zur ersten Werksfahrt mit Passagieren im Zug. Die Kinder der benachbarten IB-Kita „Waldhaus“ in Bad Liebenwerda, die schon wochenlang den Aufbau der Anlagen verfolgt hatten, durften als erste gratis mit der damals im Aufbau befindlichen Waldeisenbahn fahren. Für viele Steppkes war es die erste Fahrt mit einem Zug.
Für den Vorsitzenden Günter Hering und seine gut ein Dutzend Helfer, zumeist im Seniorenalter, war das ein besonderer Moment. Damals waren 100 Betonschwellen verlegt und weitere 200 gekauft worden. Doch es fehlten immer noch etwas mehr als 100, um den geplanten, etwa 400 Meter langen Rundkreis zu schließen.
Was Günter Hennig nicht geahnt haben dürfte: Seitdem musste er immer wieder auf Betteltour gehen, um Geld für die fehlenden Schwellen, Schienen und für den Unterhalt der Lokomotiven und Waggons zu sammeln. Die Stadtverordneten waren mehrfach vor Ort, als er sich um städtische Mittel bewarb. Doch sie zögerten immer wieder, zweifelten an der außerordentlichen touristischen Anziehungskraft dieses kleinen Rundkurses.
Die Anlage hat keinen TÜV und keine Versicherung
Auf den Schienen mit 600 Millimeter Spurbreite rollte zuerst ein Zug, gezogen von einer Lok, Baujahr 1957, hergestellt im einstigen VEB Lokomotivbau Karl Marx Babelsberg. Später wurde noch in eine batteriebetriebene Lok investiert. Und nun steht das Signal plötzlich auf Rot: Weiterfahrt untersagt.
Was ist passiert? Verbandsgemeindebürgermeisterin Claudia Sieber erklärt: „Wir mussten reagieren, als uns bekannt wurde, dass die Waldeisenbahn keinen TÜV hat und der Verein auch keine Haftpflichtversicherung nachweisen kann.“ Die Bürgermeisterin sagt, dass eine entsprechende Unterlassungserklärung zum Weiterbetrieb in dieser Woche verschickt werde.
Für sie gebe es da auch keinen Ermessensspielraum. „Das ist eine Anlage mit Personenbeförderung. Man stelle sich vor, da passiert was“, sagt sie. Sie handele dabei auch im Interesse der Besucher, vielfach sind Kinder mit an Bord, die beim Einsteigen in den Zug davon ausgehen würden, dass alles technisch einwandfrei sei. Solange das nicht durch die Prüfbehörde bestätigt sei, könne ein Weiterbetrieb nicht gestattet werden.
Dilemma des Vereins: Prüfstempel fehlt
Günter Hering indes erklärt, dass es vor dem Aufbau der Anlage Kontakt mit dem TÜV gegeben habe und die Anlage genau nach den Hinweisen aufgebaut worden sei. Aber einen Prüfstempel gebe es halt nicht. Der Zug, der maximal acht Kilometer pro Stunde schnell sei, würde meist sogar langsamer rollen.
Im Bimmelbahn-Forum, einer Plattform für Liebhaber von Schmalspurbahnen im Internet, schreibt User Mike, die Anlage im Juli dieses Jahres besucht zu haben, aber auch: „Nach einem Linksbogen geht es über eine Wiese. Das Gleis liegt auf Schotter, ist aber nicht eingeschottert und ein paar Schwellen lagen hohl.“ Beigefügt sind eine ganze Reihe von Fotos.
Günter Hering will nach Eingang des Schreibens entscheiden, wie es weitergehen soll. Fahrtage wird es vorerst nicht geben.


