Streit um Bundeshaushalt: Bauernprotest in Berlin mit Traktoren auch aus Elbe-Elster

Rückblick: Tausende Bauern hatten Ende November 2019 in Berlin protestiert.
Axel SchulzeAm Montag (18. Dezember) dürfte der Berufsverkehr nach Berlin noch mehr ins Stocken geraten als bisher. Grund ist ein bundesweiter Protest der Landwirte gegen die jüngsten Ankündigungen der Ampelregierung. Die Beihilfe für Agrardiesel und die günstigere Kfz-Steuer für landwirtschaftliche Fahrzeuge sollen wegfallen.
Allein die jährlichen Dieselkosten würden sich dadurch bei der Agrargenossenschaft Mühlberg um etwa 100.000 Euro verteuern, so Geschäftsführer Uve Gliemann. Immer wieder neue Auflagen, sinkende Hilfen, kaum auskömmliche Einnahmen und steigende Kosten machten das Wirtschaften immer schwieriger. In dem Mühlberger Betrieb leben mehr als 100 Frauen und Männer direkt von der Landwirtschaft.
Mühlberger machen sich mit fünf Traktoren auf den Weg
Allein diese Agrargenossenschaft wird bei der kurzfristig vom Deutschen Bauernverband organisierten Sternfahrt zum Brandenburger Tor nach Berlin lange vor dem Morgengrauen mit fünf Traktoren aufbrechen. Dorsten Höhne, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Elbe-Elster, rechnet fest damit, dass sich auf dem Weg über Herzberg und Jüterbog in die Hauptstadt noch viele Betriebe mit ihren schweren Landmaschinen anschließen werden. Zusätzlich fahre ein Bus dorthin.
Die letzte Sternfahrt aus Protest gegen die Agrarpolitik hatte es Ende November 2019 gegeben. Landwirte aus ganz Deutschland waren mit rund 5000 Traktoren angerollt. Der Erfolg war kaum messbar. Und diesmal? Dorsten Höhne erwartet, dass die Bundespolitiker mindestens zuhören. „Wenn sich nichts bewegen wird, dann kommen wir noch größer wieder“, kündigt er mit dem Deutschen Bauernverband im Rücken an. Denn deren Vorsitzender werfe der Politik vor, kein Interesse an einer funktionierenden Landwirtschaft zu haben.
