Störche in Elbe-Elster
: Welche Veränderungen die Experten zunehmend feststellen

Die Ostzieher unter den Störchen in Elbe-Elster bekommen Konkurrenz. Während sie noch unterwegs sind, sind die Kurzflieger aus dem Westen schon da. Mit Folgen?
Von
Manfred Feller
Hohenleipisch
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Im Horst auf der Linde in Großthiemig wurde der erste Storch bereits Ende Februar gesichtet.

Im Horst auf der Linde in Großthiemig (Elbe-Elster) wurde der erste Storch bereits Ende Februar gesichtet.

Margit Dörschel
  • Erste Störche in Großthiemig, Elbe-Elster, Ende Februar gesichtet.
  • Experten beobachten zunehmende West-Ost-Verschiebung.
  • Westzieher konkurrieren mit Ostziehern um Brutplätze.
  • Vier Westzieher bereits am 23. Februar über Kröbeln gesichtet.
  • Auch seltene Schwarzstörche in Elbe-Elster beobachtet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Werden die Ostzieher unter den Weißstörchen nach und nach von der zunehmenden Anzahl der Westzieher verdrängt? Während die einen auf ihrem 10.000 Kilometer langen und nicht ungefährlichen Rückflug aus dem südlichen Afrika noch unterwegs sind, haben ihre Mitbewerber die ersten Nester bereits seit Ende Februar besetzt. Auch in Elbe-Elster. Deren Weg aus Südfrankreich, Spanien und Marokko ist weniger weit. Zwischen 600 und 800 Störche sollen wegen der milden Winter sogar in Bayern und Hessen überwintern.

„Wir stellen immer mehr eine West-Ost-Verschiebung fest. Die Westzieher suchen zunehmend im Osten nach Lücken, wo sie brüten können“, sagt Holger Teichert aus Kosilenzien. Er ist Weißstorch-Regionalbetreuer in Südbrandenburg. Die Überlebensrate der Westler sei aufgrund des kurzen Flugweges ebenso höher, wie deren Bruterfolg. In deren angestammten Brutgebieten westlich der Elbe wird es eng. Folglich erweitern sie ihren Radius weit nach Osten. Noch gibt es zwischen dem Schradenland, Mühlberg, Schönewalde und Sonnewalde unbesetzte Horste, auf denen sie sich niederlassen können.

Gleich vier Störche über Kröbeln gesichtet

Die ersten vier Westzieher wurden bereits am 23. Februar über Kröbeln gesichtet, weiß Petra Wießner, ehrenamtliche Weißstorchbetreuerin im Altkreis Bad Liebenwerda. Es wird vermutet, dass weitere Beobachtungen in Mühlberg, Großthiemig und anderen Orten mit diesen Störchen im Zusammenhang stehen. Wichtig sei nun, dass sie Nahrung finden. Was passiert, wenn der Winter zurückkehrt? „So viel Schnee kommt nicht mehr“, sagt Petra Wießner. Im Vorjahr brüteten im Süden von Elbe-Elster 39 Horstpaare. Es wurden, wie 2023, 75 Junge großgezogen.

Eine Sensation hat sie auch zu vermelden. In Elbe-Elster wurden jetzt seltene Schwarzstörche gesichtet. Im Gegensatz zu ihren schwarz-weißen Artgenossen, die als Kulturfolger die Nähe der Menschen suchen, brüten Schwarzstörche abseits, auch im Wald. Im Schraden solle es ein Nest geben. Vor vielen Jahren seien zwei Brutpaare im Naturpark gesehen worden. Sichtungen bitte per E-Mail an heidelandschaft@naturwacht.de oder unter Telefon 035341 10213 melden!