Oldtimer in Elsterwerda: Großes Treffen mit NSU-Motorrädern ‒ das macht sie besonders

Vorzeigbare Oldtimermaschinen vor dem sanierten Elsterschloss in Elsterwerda. Die Motorradbesitzer kommen aus vielen Teilen Deutschlands und darüber hinaus.
Veit RöslerDas ist Rekord: Mehr als 60 zwischen 1926 und 1939 in Neckarsulm produzierte Motorräder der Marke NSU haben an dem von Oldtimerfreunden aus dem Elbe-Elster organisierten internationalen 23. Treffen teilgenommen. Dabei handelt es sich um sogenannte Blockmodelle, bei denen Motor und Getriebe erstmals bei NSU in einem Gehäuse vereint werden.
Die zum Teil fast 100 Jahre alten Stahlrösser laufen heute noch größtenteils so zuverlässig wie in ihrer Entstehungszeit. Das haben die Fahrer während langer Ausfahrten seit dem Himmelfahrtstag bewiesen. Eine Tour führte sie über 111 Kilometer von Gröditz aus über Elsterwerda zur F 60 nach Lichterfeld, weiter zur Brikettfabrik Louise in Domsdorf und zurück.
Wie in jener Zeit in den Elfa-Werken Elsterwerda gehörten bei NSU Fahrräder und Motorräder zur Produktpalette, später auch Autos. Unter den heimischen Oldtimerfreunden, die die Elfa-Fahne hochhalten, sind auch welche, die sich leidenschaftlich um das motorisierte Erbe der einstigen Weltmarke NSU kümmern.
In Deutschland sind noch viele NSU-Motorräder zugelassen
Deutschlandweit sind noch mehr als 14.000 NSU-Motorräder in den Hubraumklassen zwischen 200 und 600 Kubikzentimeter zugelassen. Die robusten Maschinen gelten als Arbeitstiere und wurden so auch in verschiedenen Branchen - von der Post bis zum Handwerk, dann mit Seitenwagen, eingesetzt.
In der Obstbauregion um Hohenleipisch wurden nach dem Zweiten Weltkrieg die starken Motoren nach ihrem ersten Leben in einem Motorrad später in selbst umgebauten Landwirtschaftsmaschinen, insbesondere in Kleintraktoren, weiter genutzt. Einige sind bis heute im Einsatz.
An dem erstmaligen Treffen in Elbe-Elster und im benachbarten Sachsen, dem insgesamt zweiten im Osten Deutschlands, hatten sich Oldtimerfreunde aus vielen Teilen der Republik und sogar darüber hinaus eingefunden. Zu diesen gehörten Lutz Seyfarth (59) aus Mühlhausen (Thüringen), Andreas Jankowitsch (61) aus Gundelsheim und Jochen Nonnenmacher (62) aus Sinsheim (beide aus Baden-Württemberg). Die drei hatten im Jahr 1999 damit begonnen, NSU-Blockmodelltreffen zu organisieren. Ab 2006 fanden diese dann auch außerhalb Deutschlands statt.
Einige der Fahrzeuge, die jetzt an dem 23. NSU-Treffen teilgenommen haben, befinden sich noch im Originalzustand. Andere sind sehenswert restauriert. Die angenehme Reisegeschwindigkeit mit den Oldtimern liege bei etwa 80 Stundenkilometern. Mit den großen Maschinen seien in der Spitze auch 110 möglich, erklärt Andreas Jankowitsch.
