Krebs bei Bad Liebenwerda: Familie mit vier Kindern aus Lausitz verliert Mutter (35)

Stefan Richter aus Lausitz bei Bad Liebenwerda mit den letzten Geschenken, die er seiner Frau machen konnte. Sie hatte sich so sehr einen Leuchtturm oder eine Windmühle gewünscht.
Frank Claus- Stefan Richter aus Lausitz verlor seine Frau Nicole (35) an Krebs, einen Tag vor dem 15. Hochzeitstag.
- Nicole kämpfte sechs Jahre gegen aggressiven Brustkrebs, vier Chemotherapien schlugen nicht an.
- Das Paar erfüllte letzte Wünsche, wie den Kauf einer Holz-Windmühle.
- Der Vater von vier Kindern (5–16 Jahre) sucht Kraft in der Trauer und plant eine Auszeit mit ihnen.
- Spendenhilfe ist eingerichtet, um Beerdigungskosten zu decken.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Sie wusste, dass der Tag kommen würde. Auch ihr Ehemann wusste es. Und als die Diagnose „unheilbar krank“ feststand, haben beide auch ihre vier Kinder eingeweiht. Aber musste jetzt alles wirklich so schnell gehen?
Dabei war es doch so schön beim Schlauchbootrennen der Feuerwehren am letzten Maitag dieses Jahres auf der Schwarzen Elster in Bad Liebenwerda. „Wir sind lange geblieben, meine Frau hat sich gefreut, oft auch herzlich gelacht“, erzählt Stefan Richter, 38 Jahre alt. Dann hat er ihr auch noch einen Wunsch erfüllen können. „Sie hatte sich einen Leuchtturm oder eine Windmühle aus Holz gewünscht.“ Gemeinsam sind sie auf einen Markt nach Polen gefahren. Dort gab es einen Leuchtturm. „Der aber war ihr viel zu teuer. Sie wollte nicht, dass ich so viel Geld ausgebe“, erzählt Stefan Richter.
Ein Wunsch, der noch in Erfüllung ging
Doch er wollte nicht lockerlassen. Diese Freude wollte er ihr unbedingt erfüllen. Also ging es auf einen Markt gleich hinter der Grenze in Tschechien. Dort gab es Windmühlen und auch Brunnen aus Holz. Preiswerter als in Polen. „Es war ein schöner Tag“, sagt der Mann. Schon lange saß seine Frau zwar im Rollstuhl, aber sie habe das gemeinsame Essen, das Zusammensein genossen.
Die beiden mittelgroßen Holzarbeiten stehen nun auf dem Hof vor dem Haus. Wie eine letzte Erinnerung.

Nicole Richter hat den Kampf gegen den Krebs verloren. Die Mutter von vier Kindern wurde nur 35 Jahre alt.
Stefan RichterVor sechs Jahren ist der Brustkrebs bei Nicole Richter, stellvertretende Filialleiterin in einem Sonderpostenmarkt, diagnostiziert worden. Eine aggressive Variante, die sich immer mehr im Körper ausbreitet. Vier Chemotherapien folgen. Keine schlägt an oder stoppt wenigstens kurz das Ausbreiten der Krankheit.
Und trotzdem pflegt sie ihr Mann, der als Busfahrer arbeitet, zu Hause. „Sie war eine Kämpferin, wollte immer alles allein schaffen“, berichtet er. „Bis ins Bad in unserem gemieteten Haus in der Hauptstraße in Lausitz muss man drei Treppenstufen steigen. Zum Schluss haben wir sie hochgetragen“, so der Ehemann. Sein Schwager unterstützt ihn, auch seine Eltern.
Jetzt geht es um die Kinder
Doch irgendwann müssen sie sich eingestehen, sie schaffen es nicht mehr. „Da sind ja auch die Kinder, ich habe kaum geschlafen, habe immer wieder geschaut, wie es ihr geht, ob sie noch atmet“, erzählt der Mann. Schließlich wird das Hospiz in Lauchhammer um Hilfe gebeten. Dort lebt sie nur noch einige Tage. Am 17. Juni in den Morgenstunden schläft sie friedlich ein. „Mit einem Lächeln im Gesicht“, sagt Stefan Richter und die Schwestern dort hätten ihm versichert, ohne Schmerzen.
So langsam fasst sich der Mann. Die Beisetzung zu organisieren, treibt ihn jetzt an. Und seine Kinder. Obwohl sie ihnen gesagt haben, dass Mutti sterben wird, merkt der Vater, dass sie den Verlust der Mama ganz unterschiedlich verarbeiten. „Der Große, er ist 16, hat sich völlig zurückgezogen, spielt nur noch Playstation, damit er sich ablenken kann.“ Bald wird er in der Nähe von Cottbus eine Ausbildung beginnen. „Ich wünsche ihm ganz viel Kraft und schnell gute Freunde“, sagt der Vater.
Auch die zwei 15 und elf Jahre alten Mädchen, eine an der Oberschule in Falkenberg, eine am Grundschulzentrum und bald an der Oberschule in Bad Liebenwerda, sind still geworden und müssen alles noch verarbeiten. „Die Elfjährige ist auf Klassenfahrt, das bringt sie hoffentlich auf andere Gedanken“, hofft der Vater.
Der Jüngste ist mit seinen fünf Jahren noch Kindergartenkind. „Ihm haben wir gesagt, dass seine Mutter jetzt ein Engel ist. Seitdem läuft er vorm Zubettgehen immer vors Haus, schaut in den Himmel und ruft ‚Gute Nacht, Mama‘. Nach dem Aufstehen das gleiche Ritual. ‚Guten Morgen, Mama‘, ruft er und schaut nach oben“, sagt Stefan Richter. Man spürt, wie ihn das beim Erzählen mitnimmt.
Nach dem Krebstod der jungen Mutter viel Anteilnahme
Kraft schöpft er von den vielen Hilfsbekundungen, vor allem von Einwohnern aus dem Ortsteil der Stadt Bad Liebenwerda. Von Freunden. Und vor allem von der Geschäftsführung und seinen Kollegen der Nahverkehrsgesellschaft. „Ich fühle mich dort geschätzt, unglaublich, wie meine Kollegen reagieren und immer wieder fragen, wie sie helfen können“, sagt er.
Und ihn berührt, was die beste Freundin seiner Frau im Facebook schreibt: „Sie war ein ganz lebensfroher, lustiger und herzlicher Mensch, sie war immer für jeden da. Nicole war eine ganz tolle starke Mama, die viel Liebe ihren Kindern gegeben hat, ihre Art war einzigartig und unbeschreiblich. Nach langen, langen Kämpfen gegen den Krebs verlor Nicole ihr Leben mit 35 Jahren! Sie hinterlässt ihren lieben Mann, Stefan Richter und vier wundervolle Kinder. Die alle schmerzhaft ihre Mama vermissen, und natürlich auch der Ehemann, der jetzt viel Kraft braucht für seine Kinder. (...)“
Spendenkonto: So kann Vater und Kindern geholfen werden
Die Kinder – ihnen möchte Stefan Richter jetzt unbedingt etwas Gutes tun. Vor allem, sich Zeit nehmen. „Ich würde gern mal mit ihnen wegfahren. Damit sie auf andere Gedanken kommen“, sagt er. In sozialen Medien ziert seinen Account ein Bild der glücklichen Familie von einem Urlaub an der See.
„Unsere Ersparnisse sind nicht groß“, sagt er leise und fügt an: „Und jetzt kommen die Kosten für die Beerdigung am 4. Juli.“ Allein beim Bestatter seien 4000 Euro fällig. Er ist nicht der Mann, der bettelt. Aber etwas Hilfe, die würde jetzt so guttun. Deshalb hat er beim Spendenportal ‚gofundme‘ ein Spendenkonto eingerichtet.



