Kneipp in Plessa: 30 Jahre – wie Kita und Verein danach leben

Der Kneipp-Brunnen im Kurpark Bad Liebenwerda ist einer der regional bekanntesten Orte für Wasseranwendungen, die auf Sebastian Kneipp zurückgehenden.
Veit Rösler- Der Kneipp-Verein Plessa feiert 30-jähriges Bestehen; Schwerpunkt auf Gesundheit und Aktivität im Alter.
- Kita "Pfiffikus" in Zeischa integriert Kneipps Methoden seit 2006; Kinder sind gesünder.
- Vereinsgründung am 25. November 1994; Gudrun Beckmann war 41 Jahre lang Vorsitzende.
- Veranstaltungen wie Gesundheitstipps und thematische Übungsstunden fördern Fitness.
- Neuer "Pfad der Sinne" wird am 17. Mai eröffnet.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Während der Kneipp-Verein Plessa mit zumeist älteren Mitgliedern sein 30-jähriges Bestehen begeht, haben Kindereinrichtungen in Elbe-Elster die Wasseranwendungen und vieles mehr nach Sebastian Kneipp (1821 bis 1897) in ihren Alltag integriert. So ist die Kita in Zeischa seit 2006 dabei und zertifiziert. Generationen von Kindern wurden an diese Lebensweise herangeführt. Mit Erfolg?
Vor allem die Mädchen und Jungen im Kindergartenalter seien seltener krank und wenn, dann schneller wieder fit. Das hat Karolin Schuppe festgestellt. Sie arbeitet seit 2014 in der Kneipp-Kita „Pfiffikus“ in Zeischa und ist seit 2019 Leiterin.
Zum Gesundheitsprogramm gehören insbesondere bei den größeren Kindern einmal wöchentlich der Gang in die Sauna, das Lernen von Ruhe und Entspannung danach sowie Wassertreten, Armbäder, jeden Tag Bewegung an der frischen Luft (außer, es regnet in Strömen), gesunde Ernährung und das Kräutersammeln. Weil Eltern das Konzept gut fänden, würden sie auch weite Wege nicht scheuen, um ihr Kind dorthin zu bringen. Die Kneipp-Kita wurde anfangs vom Kneipp-Verein Plessa unterstützt. Heute sei es jener in der Kurstadt.
In Plessa werden die Lehren von Kneipp gelebt
Pharaonen, Kaiser und Könige haben ihn gesucht: den Jungbrunnen. Alte und gebrechliche Menschen steigen hinein, um jünger und gesund wieder aufzutauchen. So viel zum Mythos. Wasser ist nach Sebastian Kneipp das wichtigste der fünf Elemente für das menschliche Wohlbefinden neben Pflanzen, Bewegung, Ernährung und Balance. Danach hatte der Pfarrer sein ganzheitliches Konzept, bestehend aus Prävention und Therapie, entwickelt.
Die 17 vornehmlich älteren, aber jung gebliebenen Mitglieder des Kneipp-Vereins Plessa leben entsprechend. Im Gasthaus Schüler haben sie jüngst das 30-jährige Bestehen gefeiert. Für die Unterhaltung sorgte die Kindergarde des örtlichen Carneval-Clubs und Gesundheitstipps gab Kräuterfee Helga Kallies. Sie sprach über die Kräfte der Holunderpflanze.

Zum 30. Geburtstag des Plessaer Kneipp-Vereins gratulierte die Kindergarde des Carneval-Clubs auf ihre Weise.
Veit RöslerDer Verein ist am 25. November 1994 im Kulturhaus mit 20 Mitgliedern gegründet worden. Die aus Plessa stammende Gudrun Beckmann, ehemalige Vorsitzende des Landesverbandes Berlin-Brandenburg, hatte den Aufbau vor drei Jahrzehnten wesentlich mitbestimmt. Beim Jubiläum war zu erfahren, dass sie nach sagenhaften 41 Jahren den Vorsitz abgegeben hatte. Aus gutem Grund: Mit 89 Jahren möchte sie endlich ein wenig kürzertreten. Nunmehr ist die Wahl-Berlinerin Ehrenmitglied.
In Plessa im Alter aktiv bleiben
Auch die gegenwärtige Plessaer Vorsitzende Ingrid Mertzig hat mit 79 Jahren ein Alter erreicht, in dem sich andere längst zur Ruhe gesetzt haben. Viele Mitglieder haben das 70. Lebensjahr ebenfalls überschritten und zeigen sich noch sehr aktiv. Kneipp sei Dank!
„So aktiv wie Kinder können wir nicht mehr sein. Aber, man muss auch im Alter etwas tun, um fit zu bleiben. Trotz eines schweren Arbeitslebens in der Landwirtschaft fühle ich mich heute gut und geistig auf der Höhe“, sagt die Endsiebzigerin. Die tägliche Gymnastik gehöre für sie ebenso dazu, wie zu gegebener Zeit das Wassertreten, Kräuterwanderungen und neue Tees zum Verkosten. Ihr Tipp für ein aktives Seniorenleben: „Man muss sich auch im Alter fordern.“ Selbst, wenn es hier und da mal zwickt. So führen die Vereinsmitglieder Jutta Schumacher und Heidemarie Kamenz ehrenamtlich das gut angenommene „Bücherstübchen“ im Kulturhaus Plessa.
Ingrid Mertzig, sie war einst auch Übungsleiterin im Turnen und in der Gymnastik, hat so ihre Zweifel, ob die nachrückenden Generationen eines Tages ebenso vital sein werden. „Wir hatten in der Jugend viel mehr Bewegung. Die heutige Jugend nimmt keine gute Entwicklung“, so die Plessaerin. Diese hänge zu lange und zu oft an Computerspielen und am Smartphone.
Sinnespfad zum Geburtstag von Sebastian Kneipp
Jüngere Mitglieder im Kneipp-Verein Plessa seien jederzeit willkommen. Der erste Schritt könnte im nächsten Jahr am 17. Mai (dem Geburtstag von Sebastian Kneipp) getan werden. Dann wird im Bürgergarten Plessa der Pfad der Sinne eröffnet.
Im Jahr 2020, als während der Coronazeit vieles am Boden lag, habe die Existenz des Kneipp-Vereins auf dem Spiel gestanden. Doch die meisten Mitglieder wollten weitermachen. Vor mehr als 15 Jahren wurden mit dem „Pfiffikus“ in Zeischa und mit der Integrations-Kita „Bunte Bande“ in Lauchhammer zwei Kindertagesstätten Mitglied im Verein. Nachdem alle Bedingungen erfüllt waren, habe der Landesverband das Zertifikat „Kneipp-Kita“ erteilt.
Kneipp-Verein Plessa
Die Aktivitäten des Kneipp-Vereins Plessa sind vielfältig. Im Alter gehe es vor allem um Bewegung. So finden mit der Frauengymnastikgruppe von Grün-Weiß Plessa thematische Übungsstunden statt, wie Osteoporose-Gymnastik, Wirbelsäulen- und Venentraining.
Daneben gehören Fahrten zu sport- und ernährungsbezogenen Zielen, wie zum Gymnastikbereich und zum Kochstudio des Epikurzentrums Bad Liebenwerda sowie zum Sportstudio nach Elsterwerda, in Abständen unbedingt dazu. „Im Laufe der 30 Jahre sind wir gemeinsam gealtert, sodass für einige Ausflüge, die früher mit dem Fahrrad durchgeführt wurden, heute das Auto oder der Bus gebraucht werden“, sagt Ingrid Mertzig.


