Hunde in Falkenberg
: Was Tiere brauchen und Menschen unterlassen sollten – Tipps von Expertin

Nachdem im Vorjahr bei Falkenberg zwei Menschen von Schäferhunden gebissen worden waren, ist der Halter nun verurteilt worden. Eine Tierschützerin vermutet, dass da im Vorfeld einiges falsch gelaufen sein muss. Ihre Tipps.
Von
Manfred Feller
Falkenberg
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Hunde sollten frühzeitig, in kleinen Schritten und konsequent erzogen werden.

Patrick Pleul/dpa

Durchschnittlich zehn Beißvorfälle von Hunden gegen Menschen und Artgenossen werden jedes Jahr in der Verbandsgemeinde Liebenwerda angezeigt. Hochgerechnet auf Elbe-Elster dürften es einige Dutzend sein. Wobei Angriffe von Hund gegen Hund eher seltener gemeldet würden, so das Ordnungsamt.

Dass mit Hunden nicht zu spaßen ist, hatten als Aufsehen erregender Fall die Bissverletzten (Mutter und Sohn) aus dem Vorjahr bei Falkenberg gezeigt. Der Halter war jetzt verurteilt worden.

Entscheidung für einen Hund bewusst treffen

Auf den Satz „Der tut nichts“ von Hundebesitzern sollte man sich nicht verlassen. „So eine Aussage ist sogar falsch“, sagt Sabine Delloch vom Tierschutzverein Finsterwalde. Ein Hund bleibe ein Tier. Zudem komme es auf die Situation an.

Jeder, der sich einen Hund anschaffen möchte, das hätten während der Coronazeit viele gemacht und sähen sich jetzt überfordert, sollte genau überlegen, worauf er sich einlässt. So ein Tier benötige Zeit, Geld für Futter und Tierarzt und bleibe, je nach Rasse, zehn Jahre (+/-) an der Seite des Menschen.

Die beißenden, mehr als einjährigen Schäferhunde aus der Nähe von Falkenberg hatten keine Hundeschule besucht. „Wenn der Welpe zwölf Wochen alt ist, kann man ihn von der Mutter, von der er bis dahin gelernt hat, trennen“, so Sabine Delloch. Ab dann sollte in kleinen Schritten mit der Erziehung begonnen werden. Wichtig sei ein ruhiger, konsequenter Umgang. Viele Nerven benötige man zum Beispiel beim Dackel, Chihuahua, Husky oder Pekinesen. „Eine Hundeschule ist sehr wichtig. Dort lernen sie gleich den Umgang mit Artgenossen“, sagt Sabine Delloch.

Bei Hundeattacke möglichst ruhig stehen bleiben

Wenn, wie im Falle Falkenberg, die Hunde mit eingezogenen Ohren auf ein Kommando reagieren, dann seien sie schlecht gehalten und wahrscheinlich auch geschlagen worden. Die Fachfrau vermutet, dass die entlaufenen Hunde auch nicht richtig ausgelastet waren. Täglich zwei Stunden Beschäftigung durch Spazierengehen und Hundesportarten seien notwendig. Ihr Tipp: „Beim Angriff eines Hundes sollte man trotz allem ruhig stehen bleiben und dem Tier niemals in die Augen sehen. Das bedeutet Bedrohung.“