Halloween in Bad Liebenwerda
: Wenn ein Einkaufsmarkt zum Gruseleinkauf einlädt

Es werden von Jahr zu Jahr mehr Kunden, die im Edeka-Markt in Bad Liebenwerda ihren Einkauf zu Halloween in die Abendstunden verlegen. Und das hat gute Gründe.
Von
Frank Claus
Bad Liebenwerda
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Gruseleinkauf zu Halloween im Edeka im Einkaufszentrum Rösselpark in Bad Liebenwerda. Kim Richter, Marie-Sophie Scholz, Mandy Schneider und Annett Otto (v.l.) haben schon mal die Geister-Kleidung angelegt. Weshalb der Markt am Vorabend von Halloween voller Überraschungen steckt.

Gruseleinkauf zu Halloween im Edeka im Einkaufszentrum Rösselpark in Bad Liebenwerda. Kim Richter, Marie-Sophie Scholz, Mandy Schneider und Annett Otto (v. l.) haben schon mal die Geister-Kleidung angelegt. Weshalb der Markt am Vorabend von Halloween voller Überraschungen steckt.

Frank Claus
  • Edeka im Rösselpark Bad Liebenwerda feiert Halloween mit aufwendiger Deko und Aktionen.
  • Verantwortlich ist Mitarbeiterin Mandy Schneider, die seit 2016 die Gestaltung vorantreibt.
  • Gruselabend am Vorabend von Halloween: Deko im ganzen Markt und verkleidetes Personal.
  • Zwischen 18 und 20 Uhr gibt es Bonbonregen, Überraschungen, Rabatte, Verkostungen und Hüpfburg.
  • Erstmals ist ein Feuerwerk um 19.30 Uhr geplant – zudem Solidarität nach Brand am Wagen-Unterstand.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Nirgendwo in Bad Liebenwerda wird Halloween so zelebriert wie im Edeka-Einkaufsmarkt im Rösselpark. Im gesamten Markt hängen orangefarbene Girlanden mit Geisterfiguren, scheint die gesamte Halle voller Spinnweben zu sein, klettern Spinnen – natürlich nur als Deko – über die Regale.

Verantwortlich dafür ist Ober-Geisterfrau Mandy Schneider. Angefangen hat alles mal mit einem Late-Night-Shopping, einem Einkaufsabend in besonderem Licht. Im Edeka-Markt der Familie Höhne in Jessen hat es dann seinen schaurig-schönen Verlauf genommen.

„Wir haben begonnen, den Markt zu Halloween zu dekorieren“, erzählt Mandy Schneider, „und viel Lob von den Kunden erhalten.“ Das war 2016. Die Mitarbeiterin, selbst absoluter Halloween-Fan, war infiziert. Die Ideen sprudelten nur so – „und von Jahr zu Jahr wurde es mehr, was wir uns einfallen lassen haben“, berichtet Mandy Schneider. In Bad Liebenwerda kann sich die Frau, die inzwischen auch von Jessen hierhergezogen ist, voll ausleben.

Weshalb der Edeka-Markt Lust aufs Gruseln hat

„Die Marktleitung steht voll hinter mir und hilft sogar mit“, sagt sie. Etwa zehn Stunden wird mit mehreren Mitarbeitern aufgebaut. Weil Halloween auf den Reformationstag fällt, der in Brandenburg ein Feiertag und damit arbeitsfrei ist, wird der Gruselabend schon am Vorabend, am Freitag (30. Oktober), zelebriert. „Ich habe mit Helfern schon am vergangenen Sonntag Girlanden gespannt und diesmal ganz viel mit Stoffdeko gearbeitet“, berichtet Mandy Schneider.

Elbe-Elster

Alles Wichtige zwischen Elster und Elbe.

Noch vor Ladenöffnung am Freitag hat sie mit Dimitri Resanzew von der Marktleitung den Kassenbereich dekoriert. „Ich finde, das ist uns richtig gut gelungen. Das sieht schaurig schön aus“, sagt sie. Auch der Eingangsbereich und die Obst- und Gemüseabteilung versprühen Halloween-Feeling und zaubern Kunden ein Lächeln ins Gesicht. „Die haben sich aber Mühe gegeben“, heißt es immer wieder anerkennend.

Zwischen 18 und 20 Uhr wird es dann richtig schaurig. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter legen ihre Halloween-Kostüme an. Auch dabei ist die Cheforganisatorin in Abstimmung mit der Marktleitung sensibel umgegangen. Keiner wurde gezwungen, sich zu verkleiden. „Wir haben die Mitarbeiter gefragt, wer mitmachen würde, und so den Schichtplan für den Tag festgelegt“, berichtet Mandy Schneider.

Zwei Stunden Geister-Spektakel

Ab 18 Uhr wird der Markt mit großer Sicherheit wieder überrannt. Da kommen Familien mit ihren Kindern. Los geht es mit einem großen Bonbonregen vor dem Geschäft. Kinder, die kostümiert erscheinen, erhalten eine Überraschungstüte, Erwachsene einen Rabatt auf ihren Einkauf zwischen 18 und 20 Uhr. Im Markt wird es zahlreiche Verkostungen halloween-typischer Genüsse geben. Eine Hüpfburg ist aufgebaut. Und zum ersten Mal soll es um 19.30 Uhr ein Feuerwerk geben. Das gab es bisher immer nur in Jessen. Weil es so gut angenommen wird, haben die Inhaber entschieden, an allen Standorten Fontänen in die Luft zu schießen.

Wer den Edeka-Markt in Bad Liebenwerda betritt, muss unweigerlich schmunzeln angesichts der liebevollen, aufwendigen Geister-Dekoration.

Wer den Edeka-Markt in Bad Liebenwerda betritt, muss unweigerlich schmunzeln angesichts der liebevollen, aufwendigen Geister-Dekoration.

Frank Claus

„Wir haben alle Riesenspaß“, sagt die Ober-Geisterfrau und erklärt: „Es geht nicht zuallererst darum, mehr Umsatz zu machen. Für Familie Höhne und die Mitarbeiter ist das mehr Kundenpflege und auch ein kleines Dankeschön für die Treue.“

Über den Ursprung von Halloween

Als Halloween wird die Feier des Vorabends vom Allerheiligenfest in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November bezeichnet, die vor allem in Irland und Nordamerika gefeiert wird. Das Wort „Halloween“ jedenfalls geht auf das Wort „All Hallows’ Eve“ (Vorabend von Allerheiligen) zurück. Teilweise wird auch ein keltischer Ursprung vermutet. Heutzutage steht es oft in Konkurrenz zum Reformationstag, mit dem es zeitlich zusammenfällt.

Da der Tag somit auch mit Allerheiligen verbunden war, wurde Halloween früher nur in katholisch gebliebenen Gebieten der britischen Inseln gefeiert, vorwiegend in Irland. Nach volkstümlicher Überlieferung war Jack O’Lantern durch eine List aus der Hölle entkommen. Als er aber in den Himmel kam, war die Tür dort für ihn verschlossen. Jack war verdammt, ewig zwischen Hölle und Himmel zu wandern. Er war unterwegs mit einer Kerze in einer ausgehöhlten Rübe. Daher kommt der Brauch, Fratzen-Kürbisse auszuschneiden und zu beleuchten.

Irische Auswanderer brachten den Brauch im 19. Jahrhundert in die USA und nach Kanada. Mit der Zeit entwickelte es sich zu einem wichtigen Volksfest. Aus Nordamerika kam der Brauch des Halloweenfestes dann nach dem Zweiten Weltkrieg zurück nach Europa, wo es nun in noch stärker kommerzialisierter, vielfach veränderter Form gefeiert wird. Quelle: Evangelische Kirche

Apropos Treue: Diese und vor allem Mitgefühl hat die Edeka-Crew in dieser Woche ganz besonders zu spüren bekommen. Unbekannte haben den Einkaufswagen-Unterstand angezündet. Das Feuer hat die Wagenbox samt Wagen komplett zerstört. Die Polizei beziffert den Schaden auf 30.000 Euro.

Der abgefackelte Wagen-Unterstand im Einkaufszentrum Rösselpark in Bad Liebenwerda.

Der abgefackelte Wagen-Unterstand im Einkaufszentrum Rösselpark in Bad Liebenwerda.

Frank Claus

Immer wieder hätten Kunden sich gegenüber Mitarbeitern bestürzt gezeigt. Was die gesamte Höhne-Crew gefreut hat: Gleich am Morgen nach der Brandnacht hat sich Verbandsgemeindebürgermeisterin Claudia Sieber bei der Marktleitung gemeldet und die Unterstützung des Bauhofes bei der Beräumung angeboten.