Heidebergturm bei Gröden: Warum Brandenburgs höchste Aussicht zweimal besuchen?

Die Rüstung ist inzwischen zurückgebaut. Der Heidebergturm bei Gröden kann wieder besucht werden. (Archivfoto)
Veit Rösler- Heidebergturm bei Gröden öffnet am Reformationstag um 10.00 Uhr feierlich wieder.
- Sperrung seit September 2024 wegen Witterungsschäden und Pilzbefall – Sanierung abgeschlossen.
- Reformationsgottesdienst beginnt um 14.00 Uhr: Besucher können die 162 Stufen zur Aussicht gehen.
- Anreise möglichst zu Fuß oder per Rad, da Parkraum auf dem Gipfelplateau knapp ist.
- Sanierung kostete etwa 260.000 Euro, Gemeinde trug Hauptlast; künftige Begutachtungen geplant.
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Einheimische und Besucher haben sich mehr als zwei Jahre gedulden müssen. Aufgrund von Witterungsschäden und Pilzbefall war der Heidebergturm bei Gröden mit Brandenburgs höchster Aussicht seit September 2024 gesperrt. Es hat lange Zwangspausen gegeben. Schließlich wurden mehrere Etagen zurückgebaut und statische Holzteile ersetzt. Jetzt steht er wieder so stabil wie bei seiner Einweihung im Jahr 2009.
Das wird zünftig gefeiert. Die Gemeinde Gröden lädt nach Auskunft von Bürgermeister Dr. Sebastian Rick am Reformationstag, 31. Oktober, um 10.00 Uhr zur feierlichen Wiedereröffnung ein. Es soll ein kleines Fest werden – mit dem Segen für ein nunmehr längeres Turmleben von Pfarrer Hans-Jörg Heinze, mit dem Spielmannszug Hirschfeld, den Sponsoren und gern vielen Besuchern. Für Imbiss und Getränke wird gesorgt.
Doch damit nicht genug. Tradition am Heidebergturm hat der Reformationsgottesdienst. Er beginnt um 14.00 Uhr. Wer also möchte, kann die Heidehöhe am Sonnabend ein zweites Mal erklimmen und anschließend die 162 Stufen zur 29 Meter hohen Aussicht besteigen. Der Turm selbst ist 34 Meter hoch.
Kosten für Heidebergturm mehr als verdreifacht
Da es auf dem Gipfelplateau eng werden könnte, weil die Abstellmöglichkeiten für Fahrzeuge begrenzt sind, bittet der Bürgermeister darum, dorthin zu wandern oder mit dem Fahrrad hinaufzustrampeln. Es sind von Gröden aus nur etwa zweieinhalb Kilometer, aber die Höhenmeter haben es in sich. Ein Shuttleservice wird nicht eingerichtet.
Für die Gemeinde, die die finanzielle Hauptlast der Sanierung getragen hat, endet nun eine nervenaufreibende Zeit. „Es stand Spitz auf Knopf“, gibt Bürgermeister Sebastian Rick mit Blick auf die stetig gestiegenen Kosten zu. Die ursprünglich veranschlagte Summe hat sich auf etwa 260.000 Euro mehr als verdreifacht. „Ich bin dankbar für die vielen Spender, auch von außerhalb. Ebenso der Sparkasse Elbe-Elster, die uns unterstützt hat“, so der Bürgermeister.
Damit derart gravierende Schäden nicht noch einmal so lange unbehandelt bleiben, soll es künftig immer wieder Begutachtungen des Zustandes geben. Die statisch wichtigen Bauteile haben nunmehr eine Verschalung erhalten, sogenanntes Opferholz, damit sie besser vor Umwelteinflüssen geschützt werden.
Kaum ist das eine Projekt in Gröden erledigt, wird die nächste Etappe eines weiteren Vorhabens vorbereitet: der Hortanbau an der Hans-Nadler-Grundschule. Die Planung sei fertig. Jetzt gehe es darum, die Baugenehmigung einzuholen. Baustart soll im nächsten Jahr sein, der Einzug 2028.
Von der Grundfläche her sei der zweigeschossige Anbau mit Jugendclub im Keller etwa ein Drittel so groß wie das Schulgebäude. Die Gemeinde setzt dafür ihr zur Verfügung gestelltes Sondervermögen, plus Eigenmittel ein. Die Gesamtkosten werden mit 1,8 Millionen Euro veranschlagt.

