Gut und Ziegelei in Mühlberg: Nachfahren wollen mit Tafel Erbe der Wehnerts bewahren

Familie Kreher aus Bad Liebenwerda, hier Dr. Michael Kreher, sind Nachfahren der Familie Wehnert in Mühlberg, die dort eine Ziegelei und ein Gut betrieben hat.
Frank Claus- Familie Kreher stellt Gedenktafel für das Stadtgut Wehnert in Mühlberg auf.
- Stadtgut und Ziegelei Wehnert existieren seit der Zwangsenteignung 1952 nicht mehr.
- 1791 erstmals erwähnt: Wehnert betrieb Ziegelei, Gutshof und war regional einflussreich.
- Nach 2012 Verkauf der Flächen: Eigenheime und Edeka-Markt an alter Stelle errichtet.
- Tafel erinnert an Wehnert-Erbe, Genehmigung war laut Familie Kreher schwierig.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Nichts ist mehr geblieben von der einstigen Ziegelei und dem Gutshof Wehnert in Mühlberg. Fast nichts. Denn jetzt hat die Familie Kreher aus Bad Liebenwerda, Jutta Kreher ist direkte Nachfahrin, eine Tafel mit der Geschichte an diesem Ort unweit der alten Elbe aufgestellt.
Die Geschichte reicht zurück bis ins Jahr 1791, wo an dieser Stelle die Dampfziegel und Dachsteinwerke H.C.Wehnert urkundlich vermerkt sind. Carl Wehnert war stadtbekannt, war Senator, Unternehmer, Deichhauptmann. Aus der neuerlichen Geschichte ist dies bekannt:
Im Jahr 1952 hielt die Familie Wehnert mithilfe der schlesischen Flüchtlingsfamilie Josef Werner und dem Melkermeister (Schweizer) Erich Jähnichen (Vater des langjährigen Bürgermeisters Dieter Jähnichen) acht Pferde, 59 Rinder (davon 28 Kühe), 95 Schweine (davon acht Sauen), zwei Schafe und 210 Geflügel (davon 123 Legehennen).
Nach dem Krieg konnte der Hof nicht im Besitz der Familie Wehnert gehalten werden. Der einzige Sohn und Erbe des Stadtgutes, Joachim Wehnert, fiel an der Schlacht um den Hürtgenwald 1944. Die Familie Wehnert wurde zwangsenteignet. Dafür wurde 1952 die LPG „Edwin Hörnle“ gegründet. Der Sitz der Genossenschaft wurde auf Wehnerts Hof eingerichtet. Die Scheunen wurden dafür zu Rinderställen umgebaut. Mit der Zwangsenteignung verließen Martin Wehnert und seine Frau Gertrud letztendlich die Region in Richtung Braunschweig.
Tafel soll Geschichte wach halten
Nach der Wende war es den Nachfolgern der Familie Wehnert – der Familie des Tierarztes Dr. Gerhard Kreher – nicht mehr möglich, das mittlerweile verfallene Stadtgut wieder aufzubauen. Die Flächen wurden 2012 an die Agrargenossenschaft Mühlberg verkauft. Heute ist die Fläche des Mühlberger Stadtgutes mit Eigenheimen bebaut, auf dem ehemaligen Reitplatz steht ein Edeka-Markt. Die Familie Kreher hat indes die Geschichte an diesem Standort wach halten wollen und hat sich um den Aufbau der Tafel bemüht und alle Kosten getragen. Sohn Dr. Michael Kreher: „Obwohl die Tafel auf öffentlichem Grund steht, war es gar nicht einfach, eine Genehmigung zu erwirken.“ Es ist aber geschafft – und nun bleiben regelmäßig Einwohner und Touristen an dieser Stelle stehen, um den Inhalt der Tafel interessiert zu studieren.
Übrigens: Nach mündlichen Überlieferungen stammt der Familienname Wehnert (in der letzten nachweisbaren Generation Wähnert) von einem im 30-jährigen Krieg zurückgebliebenen Soldaten der schwedischen Armee. Dieser Soldat soll sich hier bei Mühlberg in eine junge Frau verliebt und eine Familie gegründet haben. Sein ursprüngliches Herkunftsgebiet liegt angeblich nahe des schwedischen Wänersees.

