Garten in Elbe-Elster
: Blütenfest und Kreisgärtnertag – Infos und Tipps von Experten

Gärtner wühlen wieder im Garten. Aus den Gärtnereien in Elbe-Elster werden kistenweise Pflanzen geschleppt. Dabei ist bei manchen Kulturen Vorsicht angesagt.
Von
Frank Claus
Bad Liebenwerda
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In der Klostergärtnerei in Mühlberg lassen sich Elke und Gisbert Mülle aus Mühlberg-Weinberge von Jasmin Hippert (Mitte) im Gewächshaus beraten.

23. Kreisgärtnertag mit Rekordbesuchen in einigen der elf teilnehmenden Gärtnereien, hier in der Klostergärtnerei Hippert in Mühlberg - Familie Elke und Gisbert Mülle aus Mühlberg-Weinberge mit Jasmin Hippert (Mitte) im Gewächshaus

In der Klostergärtnerei in Mühlberg wird Jasmin Hippert (Mitte) die Kunden zum Kreisgärtnertag wieder beraten (Archivfoto). Baumschulen und Gärtnereien öffnen ihre Türen zum Blütenfest und Kreisgärtnertag. Sie haben auch Tipps für den eigenen Garten.

Frank Claus
  • Blütenfest und Kreisgärtnertag in Elbe-Elster gestartet.
  • Pomologischer Schau- und Lehrgarten feiert 25 Jahre.
  • Experten warnen vor Eisheiligen und Schafskälte.
  • Neun Gärtnereien öffnen ihre Türen für Besucher.
  • Tipps zu Pflanzenpflege und Anbau von Gurken und Tomaten.
  • Vielzahl von Obstsorten im Pomogarten Döllingen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Gartensaison ist eröffnet. Traditionell macht das Blütenfest in Döllingen den Anfang. Unzählige Besucher haben am 1. Mai bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen das Fest im Pomologischen Schau- und Lehrgarten in Döllingen besucht.

Die zeitige Wärme macht es möglich: Während einige der Pflanzen noch in voller Blüte stehen, wachsen an anderen Bäumen schon die winzigen Früchte heran. Gefährlich für die Blüten und auch für die im Moment noch zarten Früchte wird es zu den sogenannten Eisheiligen zwischen dem 11. und 15. Mai, wobei in diesem Jahr ein moderater Verlauf erwartet wird. Das Wetterphänomen der Schafskälte könnte dann noch einmal zwischen dem 4. und 20. Juni für einen spürbaren Kälteeinbruch sorgen.

Vorsichtige Entwarnung und Hoffnung für gute Obsternte

Doch ein Experte gibt vorsichtig Entwarnung: „Wir schätzen, dass die Früchte in diesem Jahre die kalte Witterung überstehen werden. In dieser Phase sind die ersten zehn Tage entscheidend und die haben wir schon hinter uns“, meint Naturparkchef Lars Thielemann. Wird das dreifache Jubiläumsjahr auch eins guter Ernten?

Nach der Grundsteinlegung im Jahr 2000 feiert der Pomogarten in diesem Jahr ein viertel Jahrhundert seines Bestehens! Ein weiteres Jubiläum ist der 30. Apfeltag am 28. September 2025 und das Jubiläum 15. Jahre Kerngehäuse e.V. muss auch noch gefeiert werden.

Die Saison der runden Jahrestage ist eröffnet - Üppige Ernte zu drei Jubiläen erwartet - Blütenfest im Pomologischen Schau- und Lehrgarten in Döllingen: Die Saison der runden Jahrestage ist eröffnet - Üppige Ernte zu drei Jubiläen erwartet - Blütenfest im Pomologischen Schau- und Lehrgarten in Döllingen
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Die Saison der runden Jahrestage ist mit dem Blütenfest in Döllingen eröffnet. Gefeiert wird 2025 auch der 30. Apfeltag und 15 Jahre Kerngehäuse-Verein.

Veit Rösler

Unglaublich: Mittlerweile wachsen in Döllingen auf verhältnismäßig kleinem Raum 90 Apfelsorten, 57 Birnensorten, 43 Kirschsorten, über 40 verschiedene pflaumenartige Sorten und eine riesige Palette Wildobstarten. Diese enorme Vielfalt unterschiedlichster Arten sei ein Alleinstellungsmerkmal, meint die Organisatorin des Blütenfestes Andrea Opitz (63) vom Verein Kerngehäuse.

Baumschule und Gärtnerei: Neun Betriebe öffnen am Kreisgärtnertag

Doch nicht nur in puncto Obst steht die Saison in den Startlöchern. Längst wühlen Gartenfans im Boden. Da kommt der Kreisgärtnertag am 3. und 4. Mai gerade richtig. Neun produzierende Gärtnereien öffnen ihre Gewächshäuser und laden zu Rundgängen auf den Freiflächen ein.

Anke Schenk von der Baumschule Saathainer Mühle: „In dieser schon lang bestehenden Tradition wird Gartenliebhabern alles präsentiert, was grüne Herzen höherschlagen lässt – Blumen, Stauden, Sträucher, Gemüsepflanzen bis hin zu Bäumen und Obstgehölzen. Es gibt viel zu entdecken und auch so manche Gartengeschichte auszutauschen.“

Ihre Berufskollegin Sylvia Stiller von der gleichnamigen Gärtnerei in Elsterwerda ergänzt: „Der Vorteil der regional erzeugten Produkte: Sie können sehen, wo und wie die Pflanzen produziert werden, welche Menschen dahinterstehen und außerdem sind die hier produzierten Pflanzen optimal an unsere regionalen Bedingungen angepasst.“

Ein weiterer Vorteil ist der fachliche Rat der Gartenbaubetriebe. So hat sich die Gärtnerei Rüdiger Winde in Schönborn zu einem echten Spezialisten für den Gurkenanbau entwickelt und die Gärtnerei Tietze in Stechau genießt einen guten Ruf als Tomatenspezialist. Die Baumschule Richter & Graeff in Zeischa ist wie die Saathainer Mühle einer der Fachbetriebe für die Anlage von Gärten und die Auswahl von Rhododendren, Azaleen und Solitärgewächsen.

Beerenspezialist ist die Gärtnerei Leske in Beutersitz. Was verträgt sauren Boden, wann sollte die Erde besonders humusreich sein und kann eigentlich überall Mulch und Holzhackschnitzel verwendet werden? Was eignet sich zum Abdecken des Bodens, damit er im Sommer nicht austrocknet?

23. Kreisgärtnertag mit Rekordbesuchen in einigen der elf teilnehmenden Gärtnereien, hier in Rehfeld in der Gärtnerei Golda - Silvia und Ulli Fritzsche aus Falkenberg (links mit Schubkarre) sind Stammkunden bei Stephan Golda (2.v.r.).

23. Kreisgärtnertag mit Rekordbesuchen in einigen der elf teilnehmenden Gärtnereien, hier in Rehfeld in der Gärtnerei Golda - Silvia und Ulli Fritzsche aus Falkenberg (links mit Schubkarre) sind Stammkunden bei Stephan Golda (2.v.r.)

Alle Jahre wieder: Kistenweise werden Pflanzen aus den Gärtnereien geschleppt, hier bei Stephan Golda (2.v.r.) in Rehfeld (Archivfoto). Manchmal auch gleich auf der Schubkarre verladen.

Frank Claus

Kräuter, Gemüsepflanzen, die richtigen Stauden und Pflanzen für Rabatten – klar, dass alle Gartenbaubetriebe gute Ansprechpartner sind. Riesig ist die Auswahl in der Klostergärtnerei Mühlberg und in der Gärtnerei Golda in Rehfeld. Seine Gewächshäuser hängen voll mit vorgezogenen Blumenampeln.

Was sollte am Balkongeländer stehend oder hängend blühen, was verträgt knallige Sonne, was wächst auch im Schatten – auch die Gärtnerei Schulze in Stechau ist Top-Ratgeber. Die Gewächshäuser dort ähneln einer kleinen Gartenschau.

Tipps für den Garten gibt es gratis dazu

Apropos Temperaturen. Vom Anbau von Gurken und Tomaten im Freiland rät Rüdiger Winde noch ab. Die nächste Woche weist in der Wetterprognose noch einstellige Nachttemperaturen auf. Wer also Pflanzen dennoch schon kauft, sollte sie noch geschützt lagern. Gurken sind wärmeliebende Pflanzen, gleichzeitig lieben sie – anders als Tomaten – eine hohe Luftfeuchtigkeit. Gegen Wind sind Gurken empfindlich.

Und auch für den Anbau im Gewächshaus gibt Rüdiger Winde einen Rat: Wer glaubt, dass der Mist allein als Dünger ausreicht, irrt. „Rinderdung ist zuerst ein guter Wasserspeicher und sorgt für einen warmen Fuß. Er fungiert wie eine Sperrschicht zum kälteren Boden.“ Trotzdem sollte ein Langzeitdünger in den Boden – gute Gartenerden haben den „intus“. In der Saison sollte wöchentlich einmal mit Flüssigdünger gegossen werden. Eine mit Wasser gefüllte schwarze Tonne, die sich tagsüber aufheizt, kann in der Nacht übrigens ein guter Wärmepuffer sein.