Insektenschutz in Gröditz: Wie mähe ich für Insekten richtig? Experten geben Tipps

Bauhofleiter Norbert Both (l.) ist die treibende Kraft in der Anlage und Weiterentwicklung des Klimaparks Gröditz, Regionalmanager Sebastian Wünsch holt für eine Veranstaltung für Insektenschutz zahlreiche Experten und Insektenkundler nach Gröditz.
S. Bogatzki, Stadtverwaltung Gröditz- Tipps zum Insektenschutz in Gröditz und Möglenz werden am 11. und 14. Mai 2025 präsentiert.
- Regionalmanager Sebastian Wünsch und Bauhofleiter Norbert Both sind zentrale Figuren.
- Wichtig: Schneidende Mahdwerkzeuge für weniger Insektenverluste, Mahdgut abtransportieren.
- Veranstaltung mit Insekten-Rallye, Vorträgen und Verkaufsständen im Klimapark Gröditz.
- Dörfertreffen in Möglenz informiert Kommunalvertreter über Insektenschutzmaßnahmen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Geht in Elbe-Elster auch, was in der Nachbarstadt Gröditz (Sachsen) im vergangenen Jahr etwa 250 Besucher angezogen hat? Ein klares: Ja. Denn Insekten kennen keine Grenzen. Mit den kleinen Krabblern und Flugkünstlern hat sich auch der Naturpark Niederlausitzer Heide beschäftigt und ein Planungsbüro beauftragt, beispielhaft unterschiedliche Flächen zweier Naturparkgemeinden (Rückersdorf und Lugau) zu untersuchen.
Als Ergebnis wurde ein Maßnahmenkatalog für beide Gemeinden erstellt, um dem Insektenrückgang entgegenzuwirken und beispielgebende Pflegevorschläge zu erarbeiten. Diese Vorzeige-Beispiele sollen weitere Gemeinden für Insektenschutzmaßnahmen aktivieren. Beim nächsten Dörfertreffen im Mai werden die Ergebnisse präsentiert.
Ein Mühlberger mischt Gröditz auf
Den Sachsen ist es gelungen, schon viele Menschen mitzunehmen beim Insektenschutz. Auch, weil ein Mühlberger bei diesem Thema zur Hochform aufläuft. Norbert Both, in Gröditz Bauhofleiter, ist die treibende Kraft hinter der Umsetzung und andauernden Weiterentwicklung des Klimaparks Gröditz zu einer reichhaltigen Parklandschaft mit zahlreichen Habitatstrukturen wie Tierhotel XXL, Sandarium und Hecken-Arena. Dafür gab es letztes Jahr den Zukunftspreis vom Sächsischen Umweltministerium.
Begeistert zeigt der Gröditzer Regionalmanager Sebastian Wünsch auf eine Blauschwarze Holzbiene. Diese lässt sich gerade auf den Säulen der von Bauhofmitarbeitern errichteten Bienenburg nieder. Diese größte unserer einheimischen Bienenarten lässt sich an warmen Tagen schon im zeitigen Frühjahr blicken und braucht für einen attraktiven Lebensraum vor allem Totholz als Nistgelegenheit und natürlich Blühpflanzen, die Nektar und Pollen liefern. Beides findet sie im ganzen Jahreslauf im Klimapark Gröditz, zum Beispiel auf der angrenzenden Blühfläche, der Streuobstwiese und dem Klimawald.
Von Vorträgen bis zur Insekten-Rallye
Um die Blauschwarze Holzbiene und viele weitere Insektenarten soll es am Sonntag, den 11. Mai 2025 von 10 bis 14 Uhr im Klimapark Gröditz gehen. Nach dem großen Zuspruch im Vorjahr, etwa 250 Interessierte waren gekommen, laden die Stadt Gröditz und das Elbe-Röder-Dreieck zum zweiten Mal zum „Insekten entdecken!“ ein. Gemeinsam mit Insektenkundlern und Experten für deren Lebensräume gibt es eine Insekten-Rallye für Jung bis Alt zu den vielfältigen Stationen des Klimaparks und Entdeckertouren quer über das Gelände.
Dabei können Insekten direkt beobachtet und ihre Lebensräume und Nahrungsquellen besichtigt werden und die Besucher erfahren viel Wissenswertes über die entdeckten Arten, ihre Lebensräume und spezifische Fördermöglichkeiten. An Verkaufsständen wird zu insektenfreundlichen Stauden, Saatgut für Blühflächen sowie Nisthilfen für Insekten und Vögel beraten. Kinder können Wildbienen-Dosen basteln, die dann im Garten angebracht werden und fortan als Nisthilfe und weitere Beobachtungsmöglichkeit für Wildbienen dienen können.

Der nach den Prinzipien der Permakultur gestaltete Garten in Thalberg ist ein echtes Familienprojekt: Annett und Silko Kotte mit ihren Kindern Carolin und Jannis. Sie geben gern Tipps zum naturnahen Gärtnern (Archivfoto).
Carolin KotteRegionalmanager Sebastian Wünsch vom Elbe-Röder-Dreieck unterstützt diese Aktion fachlich und nutzt seine zahlreichen Kontakte, um namhafte Experten nach Gröditz zu holen. Beide würden sich über eine große Resonanz beim Aktionstag freuen und hoffen auf zahlreiche Entdeckungen von unseren sechsbeinigen Mitbewohnern.
Den Klimapark Gröditz finden Besucher entlang des Grödel-Elsterwerdaer Floßkanals, beginnend ab Fußgängerbrücke Wainsdorfer Straße bis zur Ecke Am Kanal. Für Speisen und Getränke ist bei der Veranstaltung gesorgt. Weitere Informationen zur Veranstaltung gibt es auf der Homepage des Elbe-Röder-Dreiecks.
Wenn beim Dörfertreffen am 14. Mai im Gasthaus Schirrmeister in Möglenz zum Insektenschutz informiert wird, sind zuallererst Vertreter von Kommunen eingeladen. Drei Beispiele sollen zeigen, was allein bei der Mahd von Grünflächen zu beachten ist. Wann und wie mähe ich richtig? Ist es richtig, dass das Mähgut am Boden bleibt? Ist ein Rasenmäher wirklich gut?
Schneidende Mahdwerkzeuge verwenden
Fachleute wissen längst, es ist besser, schneidende Mahdwerkzeuge zu benutzen: Die Insektenverluste können auf der zu mähenden Fläche reduziert werden, wenn, so der Natutuschutzbund (BUND), schneidende Mahdwerkzeuge zum Einsatz kommen – also entweder ein selbstfahrender oder ein an einen Traktor montierter Balkenmäher oder eine Handsense. Die derzeit gebräuchlichsten Mähgeräte besitzen Rotationsklingen (zu denen auch der Rasenmäher gehört), welche die Vegetation (und die Insekten) mehrfach schneiden, schlagen und zerkleinern, sodass es zu erheblichen Ausfällen bei den Insekten kommt.
Mulchen und wie hoch den Rasen mähen?
Auch Mulchgeräte sind beim Thema Insektenschutz schwierig, da diese, so der BUND, die Vegetation extrem stark zerkleinern und das Mulchgut auf der Fläche belassen. Unter dem Mulchgut kommt es zu Licht- und Luftabschluss und Feuchte fördert die Schimmelbildung. Außerdem kommen unter der Mulchdecke die Keimblätter von Blühpflanzen nicht mehr ans Licht. Das Mahdgut sollte abtransportiert und, wenn möglich, in einer Biogasanlage energetisch genutzt werden. Eine Schnitthöhe von acht bis zehn Zentimetern ist zu empfehlen, weil so am Boden lebende Tiere sowie die Rosetten von Pflanzen und die daran lebenden Entwicklungsstadien der Insekten geschont werden.
Muss jede Grünfläche ein englischer Rasen sein?
Da ungemähte Grünflachen im Stadtgebiet bei Bürgern oft das Gefühl auslösen, die Kommune kümmere sich nicht mehr richtig oder komme mit der Pflege nicht hinterher, hat sich als einfache, aber wirksame Maßnahme das regelmäßige Mähen eines 1 bis 1,5 Meter breiten Streifens entlang des Weges erwiesen. Dadurch, eventuell in Kombination mit einem Hinweisschild, wird klar, dass die Fläche nicht „ungepflegt“ ist, sondern einer so gewünschten und geplanten Maßnahme unterliegt.
Insektenschutz in Kommunen – wie geht es?
Der ländliche Raum im Landkreis Elbe-Elster steht vor zahlreichen
Herausforderungen, aber auch Chancen. Um den Austausch und die
Vernetzung der Akteure zu fördern, lädt die Lokale Aktionsgruppe Elbe-Elster am 14. Mai
2025 um 17 Uhr zum nächsten Dörfertreffen ein.
Die Veranstaltung richtet sich an Ortsvorsteher, Bürgermeister sowie
engagierte Bürger, die sich aktiv für die Zukunft ihrer Dörfer
einsetzen.
Neben dem Austausch untereinander wird es einen kleinen
Input vom Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft zum kommunalen
Insektenschutz geben, der einen spannenden Einblick in ein aktuelles
Projekt zu diesem Thema bietet.
Veranstaltungsdetails: Gasthaus Schirrmeister, Hauptstraße 14, 04931 Möglenz, (Stadt Bad Liebenwerda) Anmeldung: geschaeftsstelle@lag-elbe-elster.de oder telefonisch unter 03531 – 797089.




