100 Jahre Abraumförderbrücke: Zinn, Silber und Gold – Jubiläums-Medaillen für Plessa

Edle Gedenkmedaillen in Gold, Silber und Zinn sollen zum Jubiläum „100 Jahre erste Förderbrücke der Welt in Plessa“ geprägt werden. Auf dem Foto sind die Hauptorganisatoren der Prägung an der Informationstafel am einstigen Brückenstandort zu sehen (v. l.): Lothar Thieme (63), Jürgen Schellschmidt (67) und Rüdiger Selzner (65).
VRSIm Jahr 2024 wird am 11. und 12. Mai am Kulturhaus in Plessa das 100. Jubiläum der Einweihung der ersten Abraumförderbrücke der Welt gefeiert. Heute erinnert zwischen Plessa und Lauchhammer an der Bahnstrecke Falkenberg - Horka eine Gedenkstätte daran. Auf zwei Informationstafeln wird über die Geschichte des Tagebaus und über das Großgerät berichtet. Zudem verweist eine Abraumschaufel auf die erste Abraumförderbrücke der Welt.
Das Jubiläum haben Historiker aus Plessa gemeinsam mit den Herzberger Münzfreunden zum Anlass genommen, um zum Förderbrückenfest eine Gedenkmedaille zu entwerfen und dazu einen Prägestempel, mit dem die „Münzen“ ihr „Gesicht“ erhalten, finanziert.
Zuschauen, wenn die eigene „Münze“ geprägt wird
In der einfachsten Variante aus Zinn kann die drei Zentimeter große, einmalige Erinnerungsmedaille am 12. Mai nach einer Vor-Ort-Prägung durch die Herzberger Münzfreunde ganztägig zum Preis von nur sieben Euro erworben werden.
Aber es geht noch mehr! Die Medaille kann für Idealisten auch in Silber und Gold geliefert werden. Die Variante in 999-er Feinsilber mit einem Gewicht von elf Gramm kostet dann 33 Euro. Diese Ausführung ist auch als Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenk geeignet.
Die Variante aus elf Gramm 333-er Feingold kostet 461 Euro. Dabei handele es sich um einen ideellen Wert und nicht um den schwankenden Goldwert, so Mitorganisator Jürgen Schellschmidt (67). Allerdings dürfte in weiteren 100 Jahren allein schon wegen des historischen Ereignisses doch eine Wertsteigerung zu verzeichnen sein. Erste Tests zur Nachfrage haben unter Plessaer Senioren bereits eine emsige Bestelltätigkeit registriert, ist von Rüdiger Selzner (65) zu erfahren. Selbst einige Goldmünzen seien schon bestellt worden.
Weshalb Silber und Gold vorbestellt werden müssen
Weil die Medaillen aus den beiden Edelmetallen in einer Münzprägefirma hergestellt werden müssen, ist mit einer Lieferzeit von mehreren Wochen zu rechnen. Daher besteht nun bis zum 31. März 2024 die Gelegenheit, die Medaillen in den Ausführungen Silber und Gold bei Jürgen Schellschmidt unter medaille100fb@email.de oder Telefon 0175 7552686 per SMS vorzubestellen.

Die Zeichnung der ersten Abraumförderbrücke der Welt.
VRSDie einfache Variante aus Zinn wird dagegen ohne Vorbestellung am 12. Mai ganztägig von den Herzberger Münzfreunden vor dem Kulturhaus Plessa voraussichtlich nur einmalig geprägt und kann dort unmittelbar erworben werden. Im Preis je Münze ist ein Euro zugunsten des Kulturvereins Plessa enthalten.
Der Ideengeber für die seltene Prägung, Jürgen Schellschmidt, ist durch die Einweihung des Gedenksteins auf dem höchsten Punkt Brandenburgs auf dem Heideberg bei Gröden vor einigen Jahren auf den Gedanken gekommen. „Damals waren auch die Herzberger Münzfreunde mit einer Sonderprägung dabei. Ich habe das Ereignis leider verpasst und mich dann maßlos geärgert. Deshalb sollte es diesmal von diesem Jubiläum eine Sonderprägung geben“, so Jürgen Schellschmidt.
Volksfest am 11. und 12. Mai in Plessa
Neben einer Ausstellung zur Geschichte des Bergbaus und einigen Überraschungen soll es beim Förderbrückenfest am 11. und 12. Mai einen Zapfenstreich mit 70 Bergmusikern und ein Konzert eines extra gegründeten Jubiläumschors geben.
Rückblick: Nachdem schon vorher verschiedene Varianten der Direktbeförderung von Abraum – also dem Material über der Kohle – versucht wurden, begann man im Juni 1923 in der Grube „Agnes“ bei Plessa erstmalig mit dem Bau einer Abraumförderbrücke. Viele Fachleute auf dem Gebiet der Abraumförderung bezweifelten damals den glücklichen Ausgang des Baus, der bei Plessa durch ein stetig steigendes Deckgebirge notwendig wurde.
Aus der Geschichte der Abraumförderbrücke
Am 26. September 1924 begann dann im Lausitzer Revier ein neuer Abschnitt in der technischen Entwicklung des Braunkohlebergbaus. Im Herbst des Vorjahres waren die ersten Teile mit der Bahn angeliefert worden, man hatte von beiden Enden zugleich mit der Montage begonnen, um sich dann in der Mitte zentimetergenau zu treffen. Diese neue Technik führte zu einer spürbar höheren Produktivität im Braunkohlebergbau, bei gleichzeitig deutlich sinkenden Kosten.
Die lange Dienstzeit der Brücke bewies die Wirksamkeit des revolutionären Verfahrens. Als sie im Jahre 1958 außer Betrieb ging, waren mit der Förderbrücke insgesamt 98 Millionen Kubikmeter Abraum bewegt worden. Unter dem Geheul der Sirenen und dem Geläut der Glocken sackte die Brücke am 1. Dezember 1959 nach einer planmäßigen Zündung von Sprengsätzen zu 580 Tonnen Schrott in sich zusammen.
Neben den noch herzustellenden Münzen zum 100. Brückengeburtstag gibt es bereits Briefmarken zu dem Thema bei der Zweigstelle der Sparkasse Elbe-Elster in Plessa und beim RPV-Postsystem zum Stückpreis von 80 Cent und auf einem Bogen mit zehn Marken zum Gesamtpreis von somit acht Euro.
Über die Herzberger Münzfreunde
Gegründet wurde der Verein 1991, doch da er aus der Fachgruppe Numismatik im Kulturbund der DDR hervorgegangen ist, existiert die Sammlergruppe kontinuierlich seit 1967, also inzwischen mehr als 50 Jahre.
Mit einer zweiteiligen Souvenirprägung in Aluminium anlässlich der Herzberger 800-Jahr-Feier im Jahr 1984 begann die Prägegeschichte des Vereins. Seit 1997 prägen die Münzfreunde in Zinn und seit 2001 auf einer vereinseigenen großen Spindelpresse. Von den gleichen Stempeln werden durch Spezialfirmen auch die Medaillen in Edelmetall gefertigt.
Besonders gefragt sind die Erinnerungsstücke bei Stadtjubiläen, besonderen Volksfesten oder Einweihungen. Ausführlich informiert der Verein dazu auf einem Faltblatt und im Internet: Die Medaillen der Herzberger Münzfreunde. fc
Quelle: Herzberger Münzfreunde

