Winke-Opa in Cottbus: Ein Denkmal für Horst Sonntag – das ist der Plan

Jeden Tag hat Horst Sonntag mit seinem Rollator vor dem Pflegezentrum „Am Blechenpark“ in Cottbus-Sandow gesessen, um den Passanten zuzuwinken. Daran erinnern sich die Cottbuser gern. Jetzt soll ein Denkmal vor dem Pflegeheim an den Winke-Opa erinnern.
Michael Helbig- Horst Sonntag winkt jahrelang Passanten in Cottbus zu, wird zur stadtbekannten Figur.
- Peter Gräbig will ihm ein Denkmal setzen, braucht dafür finanzielle Unterstützung.
- Das Denkmal soll aus Beton und Stahl bestehen, Kosten: 6000 Euro.
- Spendenaktion gestartet, bisher 800 Euro gesammelt, Spenden über Bürgerstiftung möglich.
- Gräbig hofft auf breite Unterstützung, sonst Spenden für guten Zweck.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mehr als zwei Jahre lang sitzt Horst Sonntag jeden Nachmittag vor dem Pflegeheim an der Franz-Mehring-Straße in Cottbus-Sandow und winkt den Passanten zu. Eine Geste, die den Rentner mit der Zeit zu einer stadtbekannten Ikone macht und ihm den Namen Winke-Opa einbringt. Sogar als Cottbuser des Jahres schlagen ihn einige seiner Fans vor. 2022 verstirbt Sonntag dann sehr plötzlich, sein Platz vor dem Seniorenheim bleibt leer, seine Fangemeinde trauert.
Schnell wird auf Social Media diskutiert, wie dem Winke-Opa ein Denkmal gesetzt werden kann. Jetzt nimmt ein Cottbuser das in die Hand.
Warum der Winkeopa einen Mann aus Cottbus sehr beeindruckt
Jeden Tag fährt Peter Gräbig auf seinem Weg zur Arbeit durch die Franz-Mehring-Straße. Manchmal mit dem Auto, manchmal auf dem Fahrrad. Er kannte Horst Sonntag nicht persönlich – trotzdem hat der Rentner ihm so manches Mal den Arbeitsweg versüßt.
„Es war immer schön, hier vorbeizufahren“, erinnert sich der Cottbuser. „Es war diese kleine Geste – er hat es einfach gemacht, ohne zu fragen, einfach für sich. Das hat mich sehr beeindruckt.“ Als Sonntag stirbt, legt Gräbig wie viele andere Menschen auch Blumen an Sonntags Platz an der Franz-Mehring-Straße nieder. Später reift die Idee, an der Leerstelle vor dem Seniorenheim eine Statue vom Winke-Opa aufzustellen.

Jeden Tag fährt Peter Gräbig auf seinem Weg zur Arbeit durch die Franz-Mehring-Straße in Cottbus. Oft hat ihm der Winke-Opa seinen Arbeitsweg versüßt. Jetzt will der Cottbuser ihm ein Denkmal setzen.
Luise MösleGräbig geht es bei dem Projekt nicht in erster Linie um eine Gedenkstatue für den Winke-Opa. Er will vor allem die kleine, nette Geste würdigen, mit der Sonntag ihn und zahlreiche andere Passantinnen und Passanten beglückt hat.
„In der Stadt stehen so viele Statuen großer Persönlichkeiten. Diese Statue soll daran erinnern, dass man auch mit einer kleinen Sache etwas Großes bewirken kann“, sagt der 48-Jährige. „Es braucht nur so eine kleine Geste, und die Menschen freuen sich.“
Eine Statue für den Winke-Opa in Cottbus – das ist der Plan
Diese Geste hat Gräbig so sehr beeindruckt, dass er das Projekt aus eigener Kraft in Angriff nimmt. Er fragt den Eigentümer des Seniorenheimes, ob er die Statue auf dem Gelände aufstellen darf, bittet um Zustimmung der Stadt, spricht mit den Mitarbeitenden im Pflegeheim und sucht nach Handwerksbetrieben, die das Vorhaben umsetzen können.
„Geplant ist ein Rollator aus Metall mit einer lebensgroßen Statue aus Beton – so wie Herr Sonntag immer hier auf seinem Platz vor dem Seniorenheim saß“, erzählt Gräbig. Die Handwerksbetriebe, die sein Vorhaben umsetzen können, aber sind gar nicht so leicht zu finden.
Schließlich hat ihm ein Cottbuser Hersteller für Kletterfelsen zugesagt, die Betonstatue für ihn zu konstruieren. Die Nachbildung des Rollators kommt von einem lokalen Stahlbauunternehmen, das Modell dafür leiht ein örtliches Sanitätshaus.
Breite Unterstützung in Cottbus für das Denkmal vom Winke-Opa
„Ohne diese Firmen, die das Projekt unterstützen, würde die ganze Sache nicht laufen“, sagt Gräbig. Jetzt fehlt nur noch Geld, um das Denkmal zu finanzieren. Etwa 6000 Euro wird die Statue an der Franz-Mehring-Straße kosten, so Gräbig. 3000 Euro für die Betonstatue, 3000 Euro für den Stahl-Rollator.
Um das Projekt zu finanzieren, hat Gräbig mit Unterstützung der Bürgerstiftung Cottbus eine Spendenaktion gestartet. Etwa 800 Euro sind dadurch bisher zusammengekommen. „Jetzt ist es wichtig, dass noch ein paar Leute mitziehen“, sagt der Cottbuser.
Falls nicht genug Geld für das Projekt zusammenkommt, will er die Spenden für einen guten Zweck stiften. Aber noch ist Gräbig guter Hoffnung, denn das Interesse der Öffentlichkeit sei groß.
Ein solches Projekt zu organisieren, ist auch Neuland für den Cottbuser. Eigentlich arbeitet er in der ambulanten Jugendhilfe und trainiert Kinder in Selbstverteidigung und Bogenschießen. „Aber Soziales zu bewirken, ist mein Ding – auch wenn es nur Kleinigkeiten sind“, sagt er.
Denkmal für den Winke-Opa: So funktioniert das Spenden
Die gesammelten Spenden werden ausschließlich für die Material- und Herstellungskosten für die Statue verwendet. Spenden können unter dem Verwendungszweck „Spende Skulptur Winkeopa“ auf das Spendenkonto der Bürgerstiftung Cottbus und Region überwiesen werden. Die Bürgerstiftung Cottbus und Region ist erreichbar unter kontakt@buergerstiftung-cottbus.de.

