Spätestens seit dem ersten Advent sind Familien wieder unterwegs, um ihren Weihnachtsbaum zu finden. Gerade angesichts von Klimakrise und Inflation stellen sich viele die Frage: Werden die Bäume knapp oder gar teurer? Und werden sie auch nachhaltig angebaut? Trotz steigender Kosten für Produktion und Personal sollen die Preise stabil bleiben, wie der Bundesverband der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger in Deutschland und der Verband natürlicher Weihnachtsbaum mitteilen. So solle es lediglich „moderate Preisanpassungen“ geben.
Das kann Stefan Rescher bestätigen. Er ist Revierförster im Landeswaldrevier Casel, einem Ortsteil von Drebkau. Hier können Familien ihren Baum wie bereits seit vielen Jahren am 17. Dezember mit Bügelsäge oder Beil selbst schlagen: Gemeine Kiefer, Schwarzkiefer und Gemeine Fichte. Die Preise: 15 Euro für einen Baum bis 1,50 Meter, 20 Euro bis zwei Meter und 25 Euro für darüber. „Wir mussten die Preise ein bisschen anheben“, sagt Stefan Rescher.
Durch den Wassermangel im Sommer haben einige Bäume in diesem Jahr stark gelitten. Junge Nadelbäume wie der im Vordergrund sind weniger gewachsen und teilweise braun gefärbt.
Durch den Wassermangel im Sommer haben einige Bäume in diesem Jahr stark gelitten. Junge Nadelbäume wie der im Vordergrund sind weniger gewachsen und teilweise braun gefärbt.
© Foto: Michael Helbig
Und er weist auf ein Problem hin: Der Wassermangel im Sommer habe auch den Bäumen arg zugesetzt: „Junge Nadelbäume reagieren durch einen schwachen Zuwachs, teilweise mit Braunfärbung der Nadeln oder Nadelverlust. Bei älteren Nadelbäumen schlagen gnadenlos rindenbrütende Forstschadinsekten zu und bringen den Baum zum Absterben.“ Wenn man die Messlatte nicht zu hoch hänge, finde man einen passenden Baum – der zudem keine Chemie von der Pflanzung bis zur Fällung abbekommen habe.

Wo es in der Region der Baum selbst geschlagen werden kann

Voll ökologisch sind auch die Weihnachtsbäume in Dissen, die Werner Kossack auf einer eigenen Plantage seit 2009 anbaut. Allerdings ist dieses Jahr nur noch ein kleiner Teil der Nordmanntannen vorhanden, da er lange keine Fläche zum Nachpflanzen hatte. Diese ist nun hinter dem Sportplatz gefunden, wo auf einem Hektar neue Bäumchen stehen. Bis 2025 müssen diese jedoch noch wachsen. Aufgrund der Trockenheit muss er sie beregnen. Zum Ausgleich hat Werner Kossack in diesem Jahr deshalb Nordmanntannen aus der Rostocker Region zugekauft. Eine Preiserhöhung gebe es bei ihm nicht, der Meter koste zwischen 18 und 20 Euro, zwei Meter 36 bis 40 Euro. Aktionsbäume seien günstiger.
Einen hier gewachsenen Weihnachtsbaum selbst schlagen können sich Familien auch wieder in der Baumschule Dubrau zwischen Cottbus und Forst: am 3., 11. und 17. Dezember. 6000 bis 8000 erntebereite Schwarzkiefern, Serbische Fichten sowie Colorado- und Blautannen stehen zur Wahl.

Wie die Preise der Weihnachtsbäume aussehen

Seit dem ersten Advent gebe es laut Chefin Simone Radatz auch zugekaufte Bäume aus dem Sauerland: Nordmanntannen sowie Fraser- und Nobilistannen. Hier sei der Preis im Schnitt geblieben: „Bei den eigenen Bäumen haben wir ein bisschen erhöht, da wir im Vergleich sehr günstig waren.“ So liege der Preis bei einem 1,75 bis zwei Meter großen Baum bei der serbischen Fichte bei 28 Euro, bei der Schwarzkiefer bei 26 Euro, bei der Blautanne bei 29 Euro und bei der duftenden Colorado-Tanne bei 49 Euro. Auch sie merke die trockenen Jahre, nur ein Teil der neu angepflanzten Bäume sei angewachsen.
Weitgehend geblieben sind die Preise beim Werderaner Tannenhof, wie Frank und Jan Moch bestätigen. Die beiden verkaufen die Bäume auf dem Parkplatz des Lausitz Parks. Weitere Verkaufsstände der Bäume, die aus dem brandenburgischen Werder stammen, gibt es an der Lagune und am ATU-Parkplatz in der Sielower Chaussee. Die Nordmanntannen kosten zwischen 19,90 und 54,90 Euro. Es gebe laut Frank Moch auch Angebotsbäume, die etwas kahler sind oder zwei Spitzen haben. In diesem Jahr seien erstmals geschmückte Zuckerhutfichten im Angebot.

Welche Bäume es im Baumarkt gibt

Bei einem Kauf im Baumarkt oder Supermarkt rät die Verbraucherzentrale: „Wer einen umweltfreundlichen Baum kaufen möchte, der ohne Pestizide und Düngemittel gewachsen ist, sollte sich über die Siegel informieren: Ob sie unabhängig geprüft werden und wofür sie stehen, um nicht viel Geld in vermeintlich nachhaltige Ware zu investieren“, sagt Sprecherin Lisa Högden. Gute Siegel seien Bioland, Naturland, Demeter, das EU Biosiegel und das FSC Zertifikat. So biete beispielsweise der Toom Baumarkt neben konventionellen Bäumen auch EU-Bio-zertifizierte Nordmanntannen von deutschen Bio-Produzenten in zwei Größen an, so Sprecherin Alina Wegen. Ein Bio-Baum (1,30 bis 1,50 Meter) koste 29,99 Euro, ein konventioneller 19,99 Euro.
Im Cottbuser Bauhaus-Baumarkt werden neben konventionellen Nordmanntannen, die teilweise aus Dänemark stammen, auch Bio-Weihnachtsbäume aus dem Sauerland und aus Bayern angeboten. Trotz der aktuell massiv gestiegenen Preise sei es gelungen, die Baumpreise mit nur geringen Aufschlägen für höhere Personal- und Transportkosten des Erzeugers stabil zu halten, so das Unternehmen. So koste der Bio-Baum (1,50 bis zwei Meter) 39,90 Euro, der konventionelle ab 19,90 Euro. Auch bei Obi gibt es deutsche Bio-Bäume (1,50 bis zwei Meter) für 45,99 Euro. Woher die konventionellen Bäume stammen, die ab 17 Euro zu haben sind, will das Unternehmen aus Wettbewerbsgründen nicht sagen.
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Termine zum Selberschlagen und Tipps für die Aufbewahrung

Die Landeswald-Oberförsterei Peitz bietet zwei Termine zum Selberschlagen an. Am Samstag, 17. Dezember, von 9 bis 15 Uhr im Revier Casel, nördlich der Straße Koschendorf – Illmersdorf in Richtung Koselmühle direkt unter der Hochspannungsleitung. Am Sonntag, 18. Dezember, von 10 bis 15 Uhr im Revier Kleinsee, am Forstbaumschulgestell von der L50 Richtung Waldschule unter der Hochspannungsleitung. Es gibt jeweils Glühwein und Bratwurst
Der Weihnachtsbaumverkauf in Dissen lädt an jedem Adventswochenende samstags und sonntags von 9.30 Uhr bis 16 Uhr in den Spreeweg ein.
In der Dubrauer Baumschule kann am 3., 11. und 17. Dezember von 9 bis 16 Uhr der Baum geschlagen werden, diesmal auch auf der Fläche gegenüber. Bitte jeweils Handschuhe, eine Handsäge und festes Schuhwerk mitbringen.
In Cottbus-Ströbitz an der Baumplantage von Familie Panzner werden ebenfalls Weihnachtsbäume verkauft, am 3. und 4. Adventswochenende – mit Bratwurst, Lagerfeuer, Glühwein und Stockbrot.
Den gekauften Weihnachtsbaum sollte man laut Simone Radatz aus dem Netz auspacken und ins Wasser stellen – am besten im Freien, damit Morgentau und Regen an den Baum rankommen. Bevor man ihn ins Haus holt, sollte man ihn je nach Wetterlage zwei Tage trockenstellen. Ihr Tipp für Räume mit Fußbodenheizung ist die Gemeine Kiefer oder Schwarzkiefer, die dort am längsten hält.