Revierförster Stefan Rescher hat alle Hände voll zu tun. Sein Revier befindet sich auf der Illmersdorfer Kippe, 2200 Hektar ist es groß. „Das ist schon seit 1990 mein Revier, es ist also mein Zuhause. Vieles, was hier gewachsen ist, ist durch meine Hände gegangen“, sagt der 54-Jährige stolz.

Kiefern, Eichen, Ebereschen, Birken und Sträucher

Zielstrebig hat er dafür gesorgt, dass hier nicht nur ein Kiefernwald auf der Kippe gewachsen ist, sondern dass dieser jetzt auch schon mit Eichen durchmischt ist. Er hat Ebereschen angepflanzt, die mittlerweile gewachsen sind. Der Birkenwald, der zur Erstbepflanzung nach der Entstehung der Kippe nach dem Krieg gehörte, ist mittlerweile angereichert mit Douglasien und Eichen. „In dem Wald gibt es auch viele Abschnitte mit Himbeer- und Brombeersträuchern. Hier findet das Wild jetzt genauso noch was zu fressen wie bei den Ebereschen, die schon Knospen haben. Vor allem die Rehe tun sich daran gütlich. Sie sind die Naschkatzen des Waldes“, erklärt der erfahrene Forstmann.

Futterplätze als Stellen für Krankheitsübertragung

Von zusätzlichen Futterstellen für die Waldtiere hält Stefan Rescher nichts: „Hier finden unsere Vierbeiner genügend zu fressen. Solche Futterplätze sind ja dann auch Sammelstellen für die Tiere, und dort werden dann viel schneller Krankheiten übertragen“, erklärt der Caseler. Mit Blick auf die Gefahr eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest hat diese Aussage eine ganz besondere Bedeutung.

„Noch hatten wir keinen Krankheitsfall, aber wir sind dafür natürlich sensibilisiert. Wir hatten eine Schulung, wie wir mit betroffenen Tieren umgehen müssen. Wildschweine, die diese Krankheit haben, verenden sehr schnell, deshalb ist es möglich, dass die Kadaver dann einfach im Wald liegen. Diese müssen wir natürlich so schnell wie möglich beseitigen, um eine Verbreitung der Krankheit zu verhindern. Das erfordert von uns erhöhte Aufmerksamkeit“, erläutert der Revierförster.

Zu den Maßnahmen, die wichtig sind, gehört zudem die Erfüllung des Abschussplanes für das Jahr. Diesbezüglich gab es noch einmal Nachbesserungen.

Zwei Treibjagden mit 60 Jägern

Mit gleich zwei Treibjagden will Stefan Rescher in seinem Revier für die Erfüllung der Vorgaben sorgen. Eine ist bereits durch, die andere hat am Donnerstag stattgefunden. Etwa 60 Jäger waren dabei. Für Stefan Rescher, der seit 1983 Jäger ist, ist es wichtig, den Wildbestand im Wald auf ein verträgliches Maß zu reduzieren, „denn dann sind Flora und Fauna im Gleichgewicht“. Das erlegte Wild ist als Festtagsbraten natürlich willkommen.

Weitere Aufgaben im Revier


Waldplanung gehört genauso zu den Aufgaben von Stefan Rescher wie die Umplanung in seinem Revier. Durch das benachbarte rutschungsgefährdete Gelände müssen Hochspannungsmasten umgesetzt werden, wofür wiederum Holzfreiheit zu schaffen ist. „Leider geht dadurch wieder etwas Wald verloren, aber Sicherheit geht vor“, sagt der Revierförster.