Das Urteil im Prozess um die bei einem Verkehrsunfall getötete Ägypterin am Ostersamstag 2017 steht fest: Der Angeklagte Kilian S. bekommt eine Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung. Die Staatsanwaltschaft hatte nur acht Monate gefordert.

Kilian S. ist vorgeworfen worden, 2017 in der Nacht von Karfreitag auf Samstag in der 30er-Zone vor der Stadthalle in Richtung Berliner Straße mit 50 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen zu sein. „Es gibt eine Grundentscheidung, etwas Falsches zu tun, nämlich zu schnell zu fahren“, sagte Oberstaatsanwalt Horst Nothbaum in seinem Plädoyer.

Zwei weitere Verkehrsverstöße nach tödlichem Unfall

Die vorsitzende Richterin Dr. Marion Rauch erhöhte das geforderte Strafmaß, weil es beim Angeklagten ein hohes Maß an Pflichtverletzung gegeben habe.

„Sie sind einfach zu schnell unterwegs gewesen“, sagt die Richterin in der Urteilsverkündung. Außerdem habe Kilian S. nach dem tödlichen Unfall zwei weitere Eintragungen ins Verkehrsregister erhalten – wegen Alkohols am Steuer und abermals wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung.

„Ist nach dem Unfall mit der Ägypterin gar nichts bei Ihnen angekommen?“, fragte die Richterin deshalb den Angeklagten. Auch die fehlende Empathie und das würdelose Verhalten der Verteidigung hätten sie erschüttert.

Der heute 22-jährige Kilian S. muss binnen eines Jahres nun 200 Stunden in einer lebensrettenden Einrichtung absolvieren. „Das soll Sie noch lange daran erinnern, welche Schuld Sie auf sich geladen haben“, erklärt Richterin Dr. Marion Rauch.

Cottbus