Tiere im Spreewald
: Wohin mit Hund und Katze in der Urlaubszeit?

Der Urlaub steht kurz bevor. Aber nicht immer kann der Vierbeiner mitkommen. Wie Tierbesitzer ohne schlechtes Gewissen verreisen können. Experten aus dem Spreewald geben Tipps.
Von
Anna Faustmann
Lübbenau/Lübben
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Ostseewetter: 27.07.2024, Mecklenburg-Vorpommern, Wustrow: Die Hunde Dexter und Maja balgen am Strand von Wustrow mit einem Leuchtturm aus Gummi. Ihre Besitzer stammen aus Halberstadt und verbringen ihren Urlaub an der Ostsee. Sonne und Wolken wechseln auf der Ostseehalbinsel Fischland-Darß-Zingst im Tagesverlauf ab. Foto: Stephan Schulz/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Tierischer Spaß bei bestem Strandwetter. Auch im Urlaub sind Hund gerne bei ihren Menschen. Doch was tun, wenn die Vierbeiner zu Hause bleiben müssen?

Stephan Schulz/dpa

An eine Straßenlaterne angebunden, im Tierheim abgegeben oder einfach ausgesetzt – so ergeht es mitunter vielen Tieren, die nicht mit auf Reisen genommen werden können. Laut einer Studie der Tierschutzorganisation PETA aus dem Jahr 2022 betrifft dies jährlich bis zu 80.000 Hunde, Katzen und andere Haustiere in Deutschland.

Auch Verena Molle und ihr Team vom Spreewälder Tierschutzverein „Schutzengel der Tiere – Janzel zwerjetow“ sind mit solchen Situationen bestens vertraut. Im Sommer haben sie Hochsaison, werden mehrmals pro Woche zu Tierrettungen gerufen. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Vierbeiner auch während der Abwesenheit ihrer Besitzer gut zu betreuen.

Bei der Wahl der Betreuung kommt es auf das Tier an

„Die Urlaubsplanung sollte für jeden Tierbesitzer damit beginnen, sich darum zu kümmern, dass das Haustier während der Abwesenheit gut versorgt ist. Das ist das A und O“, rät Jörg Siewert vom Tierschutzverein "Schutzengel der Tiere". Auf die Frage, welche Art der Unterbringung die beste ist, gibt es keine pauschale Antwort. Die Wahl hängt, so die Tierschützer, von vielen Faktoren ab, allen voran dem Charakter, den Gewohnheiten und Bedürfnissen des Tieres.

Hunde sind von Natur aus Rudeltiere und fühlen sich in der Nähe ihrer Menschen am wohlsten – auch im Urlaub. Viele Hotels bieten inzwischen spezielle Zimmer für Gäste mit Hunden an. Auch haustierfreundliche Ferienwohnungen und Campingplätze gibt es zahlreich. Wenn aber die Reise zu viel Stress für den Vierbeiner bedeutet oder er aufgrund von Alter oder Krankheit nicht mit in den Urlaub genommen werden kann, ist es ratsam, ihn in die Obhut vertrauter Personen zu geben oder eine professionelle Betreuung in Anspruch zu nehmen.

Urlaub mit Katzen nicht ausgeschlossen

Katzen bevorzugen hingegen ihre vertraute Umgebung und können bei einem Ortswechsel gestresst reagieren. Daher ist eine Betreuung im eigenen Zuhause oft sinnvoller. Dennoch, so betont Verena Molle, hängt auch das stark vom individuellen Tier ab. Ein gemeinsamer Urlaub, zum Beispiel im Campingwagen oder Ferienhaus, muss nicht ausgeschlossen werden, „wenn die Katze von klein auf ans Reisen gewöhnt ist und die Reise keinen Stress für das Tier bedeutet.“

Grundsätzlich gilt jedoch: Katzenbesitzer sollten auf die Bedürfnisse ihres Tieres achten. In der Regel sind Katzen glücklicher, wenn sie zu Hause bleiben können. Falls das nicht möglich ist, „zeigt die Erfahrung, dass Katzen auch gut in einer Tierpension untergebracht werden können.“

Die Tierschützer raten zudem: „Vor Urlaubsbeginn sollten die Halter sicherstellen, dass ihr Tier, egal ob Hund oder Katze, gechippt und registriert ist.“ Falls das Tier am Urlaubsort oder während der Abwesenheit der Besitzer entläuft, kann es so leichter wiedergefunden werden.

Darauf achten bei der Betreuung zu Hause

Für viele Hunde- und Katzenbesitzer sind Verwandte, Freunde oder Nachbarn die erste Wahl, um ihre Fellnasen während der Abwesenheit gut versorgt zu wissen. Der Vorteil: Das Haustier kennt die Personen, und sie kennen das Tier und seine Bedürfnisse und Eigenarten.

Während die Betreuung von Freigänger-Katzen meist einfach zu organisieren ist, da sie den Großteil des Tages im eigenen Revier unterwegs sind und oft nur zum Fressen und Schlafen nach Hause kommen, benötigen Wohnungskatzen mehr Beschäftigung. „Hier sollte die Betreuungsperson mindestens zwei- bis dreimal am Tag vorbeischauen und sich pro Besuch wenigstens eine Stunde Zeit nehmen zum Füttern, Reinigen der Katzentoilette und um sich mit dem Tier zu beschäftigen“, rät Verena Molle.

Besser noch, auch wenn nur in seltenen Fällen möglich: Die Betreuungsperson zieht während der Abwesenheit ins Haus oder in die Wohnung. So können Langeweile oder im schlimmsten Fall Vereinsamung bei der Katze gar nicht erst entstehen.

Hund besser zu vertrauten Personen geben

Hunde hingegen sollte man nicht lange allein lassen, selbst wenn Familie oder Nachbarn für Spaziergänge und Fütterungen sorgen. Davon raten die Tierschützer generell ab. Im Gegensatz zu Katzen macht ein Ortswechsel einem Hund weniger zu schaffen, weshalb eine Unterbringung bei Freunden oder Verwandten hier die beste Lösung ist.

„Vorausgesetzt, der Hund kennt die Person“, gibt Verena Molle zu bedenken. Grundsätzlich rät sie, dem Vierbeiner vor dem Urlaub die Gelegenheit zu geben, sich an die neue Situation zu gewöhnen. Hierzu gehöre zum Beispiel auch, den Hund und die Betreuungsperson gemeinsam auf eine Gassirunde zu schicken, um sicherzugehen, dass die Chemie stimmt. Das Lieblingsspielzeug und eine Decke mit vertrautem Geruch können den Vierbeinern den Umzug in ihr vorübergehendes Zuhause zusätzlich erleichtern. Dies gilt laut Molle auch für Katzen.

Die Tierschützer raten zudem, stets eine alternative Betreuung in der Hinterhand zu haben. „Es kann immer vorkommen, dass die Betreuungsperson kurzfristig vor oder während des Urlaubs ausfällt. In solchen Fällen ist es besser, eine Alternative zu haben, die das Tier aufnehmen kann.“

So findet man die passende Tierpension

Eine weitere Möglichkeit ist die Unterbringung in einer Tierpension. Das kostet – abhängig von Größe und Ausstattung – auch gerne mal etwas mehr. Dafür werden die Tiere von qualifizierten Fachkräften betreut, die einen entsprechenden Nachweis vorlegen müssen. Eine gute Tierpension erkennt man daran, dass sie einen Sachkundenachweis nach §11 des Tierschutzgesetzes hat, rät Verena Molle.

Da gute Adressen schnell ausgebucht sein können, sollten Tierbesitzer frühzeitig einen Platz reservieren. Viele Pensionen verfügen über Webseiten, auf denen sich Tierhalter über die Räumlichkeiten und die Voraussetzungen für eine Aufnahme informieren können. Es ist jedoch ratsam, die Unterkunft vorher persönlich zu besichtigen und mit dem Personal vor Ort die wichtigsten Fragen zu klären.