Stromausfall in Cottbus
: Tausende Bewohner betroffen – darum waren mehrere Stadtteile ohne Strom

Nach einem massiven Stromausfall in weiten Teilen der Stadt Cottbus, von dem 29.000 Hausanschlüsse betroffen waren, ist der Auslöser der folgenreichen Havarie identifiziert.
Von
Jan Siegel
Cottbus
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Die Ursache für den Stromausfall in Cottbus ist gefunden. (Symbolfoto)

Sebastian Kahnert / dpa

Tausende Bewohner der Stadt Cottbus saßen am Dienstag, 19. September, sprichwörtlich im Dunkeln. Viele mussten letztlich mehr als eine Stunde ohne Elektroenergie auskommen. In der Cottbuser Innenstadt mussten Läden und Einkaufszentren zeitweilig geschlossen werden, weil die Kassen und Sicherungssysteme ohne Strom nicht funktionierten. Die Feuerwehr war voll im Einsatz, um mehrere Bewohner aus steckengebliebenen Aufzügen zu befreien.

Viele Lichtsignalanlagen in der Innenstadt waren ausgefallen. Was einige Autofahrer, vor allem an den großen Cottbuser Straßenkreuzungen, offenbar so verunsicherte, dass es teilweise zu langen Rückstaus kam. Straßenbahnen, beispielsweise auf der Bahnhofsbrücke, konnten nicht weiterfahren, weil ihre Leiteinrichtungen nicht funktionierten und auf einigen Strecken auch der Fahrstrom fehlte.

Das war die Ursache des Stromausfalls in Cottbus

Die Techniker der Cottbuser Stadtwerke hatten mit Hochdruck nach dem Auslöser des territorialen Totalausfalls gesucht. Dazu waren nach Angaben der Stadtwerke Cottbus die Teilnetze, die Umspannwerke sowie sämtliche Trafo- und Schutzstationen überprüft worden. Doch es fand sich offenbar kein offensichtlicher Schaden im gut 900 Kilometer langen Leitungsnetz.

„Auslöser für den Stromausfall war ein gestörtes Schaltgerät in einem der Umspannwerke“, heißt es in einer Mitteilung der Stadtwerke Cottbus. Die detaillierte Prüfung des Störungsverlaufes finde noch immer statt.

Voreilige Spekulationen können teuer werden

Die Suche nach einem Verursacher in einem solchen Fall gestaltet sich in der Regel schwierig. Oft gibt es einen scheinbar relativ unbedeutenden „kleinen Auslöser“, der in solchen Fällen eine fatale Kettenreaktion auslösen kann. Stromnetze sind trotz Umwege-Sicherungen und Backup-Schaltungen stets ein neuralgisches Netzwerk, in dem Dominoeffekte häufig große Auswirkungen haben.

Mit der Mitteilung der Stadtwerke vom Mittwoch, 20. September, sind Spekulationen, dass möglicherweise erneut Erdarbeiten – wie vor einigen Wochen – den Stromausfall ausgelöst haben könnten, vom Tisch.

Abgesehen davon, müsste ein gewerblicher Verursacher, wenn ihm möglicherweise Fahrlässigkeit nachgewiesen würde, mit erheblichen rechtlichen Folgen und teuren finanziellen Konsequenzen rechnen.