Zum ersten Mal in der Tarifrunde für den öffentlichen Dienst ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) die Beschäftigten der Sparkassen in Brandenburg zu einem ganztägigen Warnstreik am kommenden Mittwoch, dem 7. Oktober auf. Das teilt die Gewerkschaft am Montagmorgen mit.
Demnach werden von dem Warnstreik unter anderem auch die Sparkassen Spree-Neiße und Niederlausitz betroffen sein. Kunden müssen sich am 7. Oktober wegen des Warnstreiks auf Filialschließungen und unter Umständen längere Wartezeiten einstellen.

Verdi fordert mehr Lohn für Sparkassen-Beschäftigte

Sebastian Orthmann, zuständiger Verdi-Gewerkschaftssekretär für Finanzdienstleistungen sagt zu den Gründen für den Warnstreik: „Die Beschäftigten der Sparkassen haben auch in den Zeiten der Pandemie dafür gesorgt, dass der Betrieb aufrecht erhalten werden konnte. Daher ist eine angemessene Erhöhung auch ihrer Einkommen gerechtfertigt.“
Verdi fordert in der Tarifrunde Bund und Kommunen (VKA) eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 4,8 Prozent, mindestens aber um 150 Euro monatlich. Außerdem sollen unter anderem die Entgelte der Auszubildenden, Studierenden und Praktikant/innen um 100 Euro monatlich steigen. Der Tarifvertrag soll eine Laufzeit von zwölf Monaten haben. In der vergangenen Woche hatte es bereits erste Warnstreiks in der Verwaltung der Landeshauptstadt Potsdam gegeben.

Sparkassen-Warnstreik in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

Brandenburg ist nicht das einzige Bundesland in dem die Sparkassenmitarbeiter für mehr Lohn kämpfen. Im Zuge der Tarifauseinandersetzung im öffentlichen Dienst hatte die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten der Sparkassen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen für Montag zu Warnstreiks aufgerufen. So gab es eine gemeinsame Kundgebung im sächsischen Annaberg-Buchholz, die um 11 Uhr vor der Erzgebirgssparkasse begann.
Annaberg-Buchholz sei bewusst als Austragungsort gewählt worden, teilte die Gewerkschaft im Vorfeld mit. Mit dem Vorstandsvorsitzenden der Erzgebirgssparkasse, Roland Manz, sitze ein prominenter Vertreter der Sparkassenvorstände am „gesonderten Verhandlungstisch für die Sparkassen“, der bereits am 8. Oktober zur nächsten Verhandlung zusammenkomme. Für die Sparkassen-Mitarbeiterinnen gehe es speziell um die beabsichtigte Streichung der Sparkassensonderzahlung.
Beschäftigte der Sparkassen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen demonstrieren im Rahmen eines Warnstreiks vor der Sparkasse in Annaberg-Buchholz und fordern eine Anpassung der Arbeitszeit zwischen Ost und West.
Beschäftigte der Sparkassen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen demonstrieren im Rahmen eines Warnstreiks vor der Sparkasse in Annaberg-Buchholz und fordern eine Anpassung der Arbeitszeit zwischen Ost und West.
© Foto: Jan Woitas/dpa
In einer früheren Version dieses Textes hieß es, dass auch die Sparkasse Elbe-Elster von dem Warnstreik betroffen sei. Dies ist falsch. Das stellt Vorstandschef Jürgen Riecke klar: Bei der Sparkasse Elbe-Elster finde am 7. Oktober kein Warnstreik statt. Auch eine Beeinträchtigung des Geschäftsstellenbetriebes werde es nicht geben.