Scandale in Cottbus: Kann der Kultklub am Bahnhof doch noch gerettet werden?

Das Scandale am Bunten Bahnhof Cottbus bleibt bis auf Weiteres dicht.
Michael Helbig- Der Klub Scandale in Cottbus ist geschlossen und insolvent.
- 2500 Unterschriften wurden für den Erhalt des Klubs gesammelt.
- Anke Wierchin startete eine Petition auf Change.org, Ziel sind 5000 Unterschriften.
- Die Stadt und der Eigentümer suchen nach einer Lösung für kulturelle Nutzung.
- Der Klub ist ein wichtiger Treffpunkt für die Cottbuser Kultur.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wie eine Schockwelle verbreitet sich die Nachricht in der Kulturszene von Cottbus. Doch das Aus des Kultklubs Scandale wollen die Cottbuser nicht einfach hinnehmen. So setzen sie sich für den Kulturbetrieb am Bunten Bahnhof ein.
Die Lesebühne ist eine der letzten Veranstaltungen im Klub. Matthias Heine liest zu Beginn des Abends den Brief an die „Scandale-Gemeinde“ vor. Danach hält er eine Lobrede auf den großen Zampano und Klubchef Philipp Gärtner. Bei all der Wehmut bemerkt er selbst, dass der Brief viel zu sehr nach einem „Abgesang“ klingt.
In den wollen die Cottbuser aber überhaupt nicht einstimmen. Auch wenn der Kulturbetrieb mittlerweile Insolvenz anmelden musste. Anke Wierchin hat die Initiative ergriffen. Angetrieben von dem „Riesenloch“, das mit dem Aus des Klubs geblieben ist. Deshalb startete Wierchin eine Online-Petition auf der Plattform Change.org zum Erhalt der Cottbuser Klubkultur und dem Bunten Bahnhof.
So viele Stimmen sollen für das Scandale gesammelt werden
Werbung hat sie für die Petition bisher kaum gemacht, trotzdem haben dort schon fast 2500 Menschen unterschrieben. „Ich werde die Petition noch fünf Wochen weiterlaufen lassen. Unser Ziel ist es, 5000 Unterschriften zu sammeln.“ Das Anliegen werde sie dann beim Petitionsausschuss des Stadtparlaments vortragen. Die Politiker und die Stadt müssten wissen, was der Klub für die Menschen bedeutet. „Damit will ich das Kulturzentrum unterstützen.“
Anke Wierchin selbst sei regelmäßig in dem Klub und der dazugehörigen Freiluftkneipe Prima Wetter gewesen – auch an den verschiedenen Wirkungsstätten. „Es ist immer wieder wie Phönix aus der Asche auferstanden.“ Auf diese kreative Widerstandskraft hofft die Cottbuserin weiterhin. „Dieser Ort ist enorm wichtig für die Stadt. Er hat für jeden Geschmack etwas zu bieten – sei es mit Musik, Konzerten, Lesungen und Gesprächen oder Partys.“ Viele Generationen kämen dort zusammen. „Das gibt es kein zweites Mal.“ Eine Stadt, die wachsen wolle, brauche so einen Ort.
Die Stadt beteuert indessen, dass sie der Kreativszene am Bunten Bahnhof eine permanente Bleibe bieten will. Stadtsprecher Jan Gloßmann versichert: „Ziel ist es jetzt, gemeinsam mit dem Eigentümer und dem Betreiber die Nutzung des Standortes für Kunst und Kultur zu ermöglichen.“ Dafür seien jedoch vor allem baurechtliche Voraussetzungen durch den Eigentümer zu schaffen. Das gesamte Areal gehört dem Cottbuser Immobilienunternehmer Helmut Rauer.

