Räumungsklage in Cottbus: Wie lange kann die WG in der Karlstraße noch bestehen?

Am Landgericht in Cottbus ist erneut zu einer Räumungsklage gegen das Wohnprojekt K29 in der Karlstraße verhandelt worden. Währenddessen haben sich Bewohner und Sympathisanten auf dem Gerichtsplatz vor dem Amtsgerichts zu einer bunten Kundgebung zusammengefunden.
Michael Helbig- Räumungsverfahren gegen WG K29 in Cottbus blieb ohne Urteil – Ungewissheit bleibt.
- Bewohner und Unterstützer protestierten mit bunter Kundgebung vor dem Amtsgericht.
- WG lebt seit mehr als fünf Jahren in Unsicherheit; hangelt sich von Gerichtstermin zu Termin.
- Investor aus Berlin plant Modernisierung und höhere Mieten; lehnte Gespräche laut WG ab.
- K29: seit kurz nach der Wende, 14 Personen, soziokulturell aktiv, breite Unterstützung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Erneut hat am Landgericht in Cottbus ein Gerichtstermin im Räumungsverfahren gegen das Wohnprojekt K29 in der Karlstraße stattgefunden. Wieder ist die Verhandlung ergebnislos ausgegangen.
Der Ausgang des Verhandlungstermins, heißt für die WG vor allem eins: eine Fortsetzung der Ungewissheit, wie Bewohner Stefan Binder erklärt. „Dass es zu keinem Ergebnis kam, bedeutet für uns, dass sich die Zitterpartie erst mal fortsetzt.“
Seit mehr als fünf Jahren leben die Bewohner des Wohnprojektes mit einem Gefühl permanenter Unsicherheit. „Wir hangeln uns von Gerichtstermin zu Gerichtstermin. Das verschafft uns Zeit, um zu überlegen, wie es weitergehen könnte. Aber echte Lösungen, die uns ein dauerhaftes Bleiben hier sichern, gibt es bisher nicht“, sagte Stefan Binder erst kürzlich gegenüber LR.de. Der 26-jährige BTU-Student lebt seit drei Jahren in der Wohngemeinschaft.
Dass nun weiterhin keine Lösung in Sicht ist, ist für die WG jedoch kein Grund aufzugeben. „Wir bleiben hier. Wir lassen uns nicht verdrängen“, kommentiert Binder entschlossen den Ausgang des jüngsten Gerichtstermins.
Das hat der Investor mit der Karlstraße 29 in Cottbus vor
Das Wohnprojekt K29 in der Karlstraße in Cottbus existiert seit kurz nach der Wende. 14 Personen, darunter Studenten, Auszubildende, Schüler und Familien, leben gemeinschaftlich im denkmalgeschützten Haus. Die einzelnen Mieten werden nach Einkommen und Möglichkeiten der Bewohner bemessen.
Diese organisieren in der Nachbarschaft soziokulturelle Veranstaltungen und richten jährlich das Karlstraßenfest aus. Auch deshalb erfährt das Wohnprojekt Unterstützung aus der Stadt. Über 100 Sympathisanten fanden sich nach Angaben des K29-Vereins parallel zum Gerichtstermin zu einer bunten Kundgebung am Gerichtsplatz zusammen.
Mit dem heutigen Eigentümer, einem Investor aus Berlin, liegen die Bewohner seit mehreren Jahren im Rechtsstreit. Er will das Gebäude Stück für Stück modernisieren und die Wohnungen anschließend für einen höheren Mietpreis vermieten. Das Wohnprojekt muss sich daher regelmäßig mit Abmahnungen, Räumungsklagen und erzwungenen Umzügen auseinandersetzen.
Ein Richter hatte den beiden Parteien schon eine außergerichtliche Einigung nahegelegt. Gesprächsangebote seitens der WG seien vom Investor ausgeschlossen worden, wie die Bewohner mitteilen.
Der Berliner Investor hat auf eine schriftliche Anfrage zu einer Stellungnahme über den Ausgang des Verhandlungstermins innerhalb einer genannten Frist nicht reagiert.

