Unternehmer aus der Lausitz, Politiker von Bund, Land und aus den Kommunen haben sich am Mittwochabend zum Politischen Aschermittwoch in der Alten Chemiefabrik in Cottbus getroffen. Eingeladen hatten zu dem längst traditionellen Netzwerktreffen gemeinsam die Industrie- und Handelskammer und die Handwerkskammer Cottbus und die Lausitzer Rundschau. Nach den vielen Neujahrsempfängen und vor Beginn der Fastenzeit ging es vor allem darum, sich zu vernetzten und auch gemeinsame neue, unternehmerische Pläne zu schmieden. Gerade der Lausitz dürften mit dem wirtschaftlichen Strukturwandel spannende Monate bevorstehen.

Politischer Aschermittwoch Politischer Aschermittwoch in Cottbus

In den nächsten Wochen wird ganz bestimmt noch einmal heftig über die beiden wichtigsten neuen Gesetze zum geplanten Kohleausstieg in der Region diskutiert, ehe es im Bundestag zur finalen Beschlussfassung kommt. Schließlich sind die Erwartungen in der Lausitz vor allem im Zusammenhang mit der versprochenen Strukturstärkung riesig. Lausitzer Unternehmen erhoffen sich faire Bedingungen für eine wirtschaftliche Neuausrichtung.

Moderne Drucktechnik für die Rundschau

Der Politische Aschermittwoch in Cottbus ist im Unterschied zu den großen Traditionsveranstaltungen in Süddeutschland keine Bühne für krachlederne Politik-Attacken. Eher geht es in der Lausitz darum, Neuigkeiten auszutauschen.

Rundschau-Chefredakteur Oliver Haustein-Teßmer hatte zur Begrüßung gleich eine solche mitgebracht. Die Lausitzer Rundschau will in diesem Jahr einen Millionenbetrag in den Aufbau einer leistungsfähigeren Druckmaschine im Cottbuser Medienhaus investieren.

„Wir setzen auf digitalen Lokaljournalismus und haben deswegen das Webabo LR+ für LR Online neu an den Start gebracht. Und wir investieren in die gedruckte Tageszeitung und stärken so den Standort in Cottbus“, sagte Oliver Haustein-Teßmer. Die neue Technik werde der Rundschau nicht nur eine verbesserte Druckqualität verschaffen, sondern auch mehr Flexibilität in der Printproduktion.

Firmen fordern weniger Bürokratie beim Strukturwandel

Einig waren sich Peter Kopf, Präsident der IHK und Peter Dreißig, Präsident der Handwerkskammer Cottbus, als Gastgeber des politischen Aschermittwoch aus, dass am Strukturwandel in der Lausitz kein Weg vorbeiführt. Sie und ihre Mitgliedsunternehmen wollen diesen Weg aktiv mitgestalten. Dabei fordern sie gemeinsam die Politiker in Berlin und Potsdam auf, verlässliche und vereinfachte gesetzliche Voraussetzungen fürs Braunkohlerevier zu schaffen, damit Ideen beim Strukturwandel schneller in die Praxis umgesetzt werden können.

Für gute Stimmung aber auch Nachdenklichkeit bei den Gästen sorgte die Vortragsrednerin Mahsa Amoudadashi. Die gebürtige Iranerin war immerhin die erste „Herzlichkeitsbeauftragte“ Deutschlands. Die Botschaft der Wirtschaftspsychologin und ausgebildeten Hotelfachfrau, gerade an die Lausitzer Mittelständler, passt in die Zeit: „Arbeitszeit ist Lebenszeit – und die sollte niemand verschwenden.“ Nur mit Mitarbeitern, die in ihrer Firma und bei ihrer Arbeit auch Freude und Spaß haben, könne ein Unternehmen langfristig erfolgreich sein – gerade in Zeiten, in denen neue Mitarbeiter vor der Tür nicht gerade Schlange stehen.

Im Mittelpunkt des Abends in der Alten Chemiefabrik standen dann aber vor allem spannende Gespräche, bei denen vielleicht sogar die ein oder andere neue, gemeinsame Geschäftsidee geboren worden ist.