Nur noch ein paar Tage, ein paar Stunden und die Cottbuser können ihren neuen Oberbürgermeister wählen. Sieben Kandidaten bewerben sich um das Amt. Von 8 bis 18 Uhr ist am Sonntag Zeit für das Kreuz. Doch was tun, wenn die Wahlbenachrichtigung verschwunden ist oder das Wochenende kurzfristig verplant ist?
Gut 79.000 Cottbuser ab 16 Jahren sind wahlberechtigt. Ein großer Teil von ihnen hat sich für die Briefwahl entschieden. Darüber informiert Wahlleiter Carsten Konzack. Demnach hat die Stadt gut 16.700 Wahlunterlagen verschickt, fast 12.000 sind bereits ausgefüllt ins Rathaus zurückgeschickt worden.

Wahlunterlagen müssen bis Sonntag um 18 Uhr im Rathaus-Briefkasten liegen

4.700 Briefwahlunterlagen müssen damit noch kurzfristig die Reise ins Rathaus antreten. Der Briefkasten Am Neumarkt 5 wird nach Auskunft des Wahlleiters am Wahlsonntag um 18 Uhr das letzte Mal geleert. Wer also ganz sicher sein will, steckt seine Stimmzettel im Umschlag dort selbst noch vor Ablauf der Frist ein.
Kurzentschlossene, die spontan am Wochenende unterwegs sein wollen, können die Briefwahl nicht mehr offiziell beantragen. Die Bestellfunktion auf der Internetseite der Stadt ist am Mittwoch abgeschaltet worden. Der Grund: Die Unterlagen würde die Bürger nicht mehr rechtzeitig per Post erreichen. Eine Briefwahl ist aber trotzdem noch möglich, bis Freitag, 9. September, um 18 Uhr im Lernzentrum der Stadt- und Regionalbibliothek an der Berliner Straße. Vor Ort werden die Briefwahlunterlagen ausgehändigt, stehen Wahlkabinen und eine Wahlurne bereit. Der Briefwahlgang kann damit noch kurz vor knapp in einem Rutsch erledigt werden.

Briefwähler können nicht im Wahllokal ihr Kreuz machen

Wer seine Briefwahlunterlagen rechtzeitig beantragt, aber bislang noch keine Papiere erhalten hat, sollte sich unverzüglich bei der Wahlleitung melden. Carsten Konzack: „Das ist der Klassiker: Die Menschen kommen am Sonntag ins Wahllokal und beklagen dann, dass sie ihre Unterlagen nicht erhalten hätten.“ In dem Moment könnten die Wahlhelfer nur noch wenig ausrichten. Denn wer einmal die Briefwahl beantragt hat, wird mit einem Sperrvermerk versehen, nachdem die Unterlagen versandt wurden. Damit erscheint der Name des Wählers nicht mehr auf der Liste in den Wahlbezirken. Damit soll eine doppelte Stimmenabgabe verhindert werden.
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Wahlleiter Konzack: „Wer also seine Unterlagen – aus welchen Gründen auch immer – noch nicht erhalten hat, sollte sich so schnell wie möglich bei uns melden.“ Kontakt sollte am besten per E-Mail an wahlen@cottbus.de aufgenommen werden. „In der Mail sollten alle Angaben zum Problem und der Person enthalten sein, dann können wir das noch prüfen.“

Das wichtigste Dokument im Wahllokal ist der Personalausweis

Unproblematisch ist dagegen, wenn jemand seine oder ihre Wahlbenachrichtigung nicht mehr findet. Carsten Konzack: „Die Wahlbenachrichtigung ist nicht relevant für die Wahl, wenn sie auch die Arbeit des Wahlvorstandes erleichtert.“ Demnach wird mit dem Schreiben nur darüber informiert, wie die Wahl abläuft und in welchem Wahllokal der Einzelne sein Kreuz setzen kann. Die Namen der Wähler sind in den Wahllokalen auf den Wahllisten vermerkt und sind auch ohne die Benachrichtigung zu finden. Das wichtigste Dokument am Wahltag ist laut Carsten Konzack der Personalausweis. Ohne das Dokument geht nichts.
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Die Cottbuser müssen zudem den Weg in ihr vorgesehenes Wahllokal finden, das in aller Regel nur einen kurzen Fußweg von der Wohnung zu finden ist. Wer ein falsches Wahllokal ansteuert, wird vom Wahlvorstand zu seinem vorgesehenen Wahlort geschickt. Wer sich also nicht sicher ist, wo er als Wähler registriert ist, sollte sich nicht erst kurz vor Toreschluss auf den Weg zur Wahlurne machen, um noch rechtzeitig vor 18 Uhr seine Stimme abgeben zu können.

Weiterer Anstieg bei der Briefwahl

Die Anzahl der Briefwähler bei der Oberbürgermeisterwahl in Cottbus ist erneut deutlich gestiegen, im Vergleich zur Landtagswahl im Jahr 2019. Das erklärt Wahlleiter Carsten Konzack. Demnach hat die Stadt bei dieser Wahl gut 2000 Briefwahlunterlagen mehr verschickt, als bei der letzten Wahl.
Das könnte ein Indiz für eine höhere Wahlbeteiligung sein. Bei der Oberbürgermeisterwahl im Jahr 2014 lag sie bei 49 Prozent.