Oberbürgermeister in Cottbus
: Städte warnen vor Engpässen beim Fernwärmeausbau

In Cottbus diskutierten Ostdeutschlands Oberbürgermeister über das neue Gebäudemodernisierungsgesetz. Sie loben die Flexibilität, kritisieren aber Unsicherheiten bei Fernwärme und Finanzierung.
Von
Jan Siegel
Cottbus
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Eva-Maria Kröger, Präsidiumsmitglied des Deutschen Städtetages und Oberbürgermeisterin der Stadt Rostock (l.) und Tobias Schick OB von Cottbus

Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Linke), Präsidiumsmitglied des Deutschen Städtetages und und Tobias Schick (SPD) Oberbürgermeister von Cottbus bei der Pressekonferenz nach dem Treffen der OB aus Ostdeutschland in der Lausitzmetropole.

Angela Boll
  • Ostdeutsche OB beraten in Cottbus über Eckpunkte zum Gebäudemodernisierungsgesetz.
  • Städte loben Flexibilität, kritisieren späte Vorlage kurz vor Wärmeplan-Frist.
  • Sorge: „Bio-Treppe“ ab 2029 bremst Fernwärme; Bio-Brennstoffe knapp.
  • Befürchtung: Heizungstausch-Regeln könnten Fernwärmeausbau verzögern.
  • Städtetag fordert mehr Bundesförderung, Länderhilfen und rasches Klimageld.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Herausforderungen der kommunalen Wärmewende standen im Mittelpunkt der Konferenz von Oberbürgermeistern aus ostdeutschen Städten, die am 27. Februar 2026 in Cottbus stattgefunden hat. Unter Leitung von Eva-Maria Kröger, Oberbürgermeisterin von Rostock und Präsidiumsmitglied des Deutschen Städtetages, haben die Stadtoberhäupter über die gerade erst bekannt gewordenen Eckpunkte zum geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) diskutiert. Das hatte die Bundesregierung in dieser Woche erst vorgestellt.

Die Städte begrüßen zwar die technologische Offenheit und Flexibilität des Gesetzes, kritisieren aber zugleich die späte Vorlage und warnen vor Unsicherheiten kurz vor Ablauf der Frist für die kommunale Wärmeplanung. „Wir hätten uns das alles deutlich früher gewünscht“, sagte Eva Maria Kröger mit Blick auf die strategisch wichtigen Investitionen, die vielerorts bereits vorbereitet wurden.

Gebäudemodernisierung – das ist die größte Kritik der OB

Zentrale Kritikpunkte der Kommunalpolitiker betreffen vor allem die sogenannte Bio-Treppe, nach der ab 2029 neue Heizungen mit steigenden Anteilen an Bio-Brennstoffen betrieben werden sollen. Biogas und andere Bio-Brennstoffe seien nur begrenzt verfügbar, mahnt der Städtetag. In einigen Quartieren könne dies den Ausbau klimafreundlicher Fernwärme sogar ausbremsen. Zudem fürchten die Städte, dass die neuen Regelungen beim Heizungstausch den dringend benötigten Ausbau der Fernwärme verzögern könnten – gerade in Ballungsräumen ein zentrales Element für Versorgungssicherheit.

Auch finanziell sehen sich die Städte vor große Herausforderungen gestellt. Christian Schuchardt, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, forderte eine deutliche Aufstockung der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze und Gebäude. Zudem müsse der neue „Deutschlandfonds“ zielgenauer für Wärmewende-Investitionen genutzt werden. Die Länder seien aufgefordert, Programme zur Risikoabsicherung und besseren Kapitalbeschaffung für kommunale Versorger aufzulegen.

Auch die Fernwärmeversorgung in Cottbus muss auf eine neue Basis gestellt werden. Das bedeutet zuerst einmal teure Investitionen. Manche in der Stadt deshalb einen Preisschock für die Kunden. Den will der Cottbuser Oberbürgermeister Tobias Schick (SPD) um jeden Preis verhindern.

Schick hat deshalb vor einigen Wochen eine „Taskforce Fernwärme“ ins Leben gerufen. Dabei wollen der Oberbürgermeister, Leag-Vorstandschef Adi Roesch, der Geschäftsführer der Cottbuser Stadtwerke, Vlatko Knezevic gemeinsam nach Lösungen für die Zukunft suchen.

Nicht zuletzt drängen die Städte auch auf eine rasche Umsetzung des angekündigten Klimageldes. „Heizen darf nicht zur Kostenfalle werden. Die Energiewende gelingt nur, wenn alle Menschen mitgenommen werden“, so die Postocker Oberbürgermeisterin Kröger nach dem Treffen in Cottbus abschließend.