(dst) Die Antwort auf diese Frage kennt Dr. Katarzyna Trietz. Sie ist Leiterin der Abteilung Recht und Verbraucherschutz bei der Verbraucherzentrale Brandenburg. Ist ein Insolvenzverfahren eröffnet worden, können keine Gutscheine mehr eingelöst werden, so die Expertin. „Die Firma hat Zahlungsunfähigkeit angemeldet. Das bedeutet, dass nicht alle Gläubiger zufriedengestellt werden können“, so Katarzyna Trietz. Die betroffenen Kunden haben nach ihren Aussagen jetzt drei Möglichkeiten. „Sie können sich mit ihren Forderungen – also der Höhe des Gutscheins – auf die Insolvenztabelle schreiben lassen“, sagt Trietz. Große Hoffnungen auf vollständige Begleichung der Schulden sollten sich Kunden aber nicht machen. Wenn eine Summe ausgezahlt wird, dann sei das meist nur ein Bruchteil. Trietz spricht von Erfahrungswerten von bis zu zehn Prozent. Die Insolvenztabelle liegt beim jeweiligen Insolvenzverwalter. Im Fall von Floralia ist es der Berliner Rechtsanwalt Florian Linkert (Kanzlei BBL Bernsau Brockdorff).

Eine zweite Möglichkeit ist die Hoffnung, den Gutschein nach Abschluss des Insolvenzverfahrens einlösen zu können. „Das ist theoretisch möglich“, sagt Katarzyna Trietz. Aber so ein Insolvenzverfahren könne sich auch über Jahre hinziehen und dann sei der Gutschein möglicherweise nicht mehr gültig.

Die dritte Möglichkeit ist, den Gutschein einfach abzuschreiben. „Ich rate den Kunden immer, solche Gutscheine möglichst schnell einzulösen“, so Katarzyna Trietz. Man wisse ja nie, wie es um eine Firma wirtschaftlich bestellt ist.

Die Verbraucherzentrale Berlin-Brandenburg hat auf ihrer Internetseite weitere Tipps zu Verbraucherrechten bei Firmeninsolvenzen gesammelt.

Betroffen von der Floralia-Insolvenz sind laut Insolvenzverwalter rund 96 Mitarbeiter. Deren Gehälter werden über das Insolvenzgeld der Arbeitsagentur gezahlt.