Müllverbrennung: Leag und Veolia gründen Gemeinschaftsunternehmen für Jänschwalde

So sieht das Modell der Energieverwertungsanlage (Eva) aus, mit der die Leag auf ihrer Internetseite für das Projekt wirbt.
LeagDas Lausitzer Energieunternehmen Leag und der international tätige Ver- und Entsorgungsunternehmen Veolia haben ein Gemeinschaftsunternehmen mit Sitz in Cottbus gegründet. Das hat die Leag am Dienstag mitgeteilt. Die Neugründung hat den Namen „EVA Jänschwalde GmbH & Co. KG“. Die eingängige Abkürzung Eva steht dabei für energetische Verwertungsanlage.
Hintergrund für die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens sind die Pläne zum Bau einer Anlage für die energetische Verwertung von Ersatzbrennstoffen (EBS) auf dem Gelände des Industriegebietes am Kraftwerk Jänschwalde. Dabei geht es im Kern um die Verbrennung nicht mehr sortier- und recycelbarer Abfälle und die Produktion von Strom und Fernwärme. Die beiden Geschäftspartner kennen sich seit Langem. „Veolia beliefert unsere Kraftwerke Jänschwalde und Schwarze Pumpe seit vielen Jahren mit hochwertig aufbereiteten Sekundärbrennstoffen für die Mitverbrennung“, sagt Leag Kraftwerksvorstand Hubertus Altmann. Vor dem Hintergrund des Kohleausstiegs in Deutschland und der Notwendigkeit, neue Verwertungskapazitäten für nicht sortier- und recycelbare Abfälle zu erschließen, solle am Standort Jänschwalde gemeinsam investiert werden.
Warum Abfall überhaupt verbrannt wird
„Es ist nun einmal so, dass beim Abfall am Ende eines aufwändigen Sortier- und Recyclingprozesses bisher noch immer nicht stofflich verwertbare Anteile übrigbleiben, die nicht recycelt werden können“, sagt Matthias Harms, geschäftsführender Vorstand (CEO) von Veolia Deutschland. Diese Reste sollen als aufbereitete Ersatzbrennstoffe in einer neuen Anlage in Jänschwalde „ökonomisch und ökologisch sinnvoll verwertet“ werden.
Für die neue Anlage läuft derzeit unter Federführung des Brandenburger Landesumweltamtes das vorgeschriebene Genehmigungsverfahren. Die Leag hatte die Anträge mit einer Umweltverträglichkeitsuntersuchung im Februar 2020 eingereicht. Die Unterlagen waren im Sommer öffentlich ausgelegt worden.
Im Dezember nun können, Anwohner, Verbände oder Kommunen die Einwände gegen die Pläne geltend gemacht hatten, bei einer Online-Konsultation – coronabedingt – Einsicht in die Antworten auf ihre Einwendungen durch die Leag und die Stellungnahmen der Fachbehörden nehmen und auf diese reagieren.
Die künftigen Betreiber hoffen auf eine Genehmigung ihrer Pläne in den kommenden Monaten. Werde die erteilt sollen im Jahr 2021 bauvorbereitenden Maßnahmen östlich des Kraftwerks Jänschwalde, Block F, beginnen. Die Inbetriebnahme der „Eva Jänschwalde“ ist nach den derzeitigen Plänen der Leag nach drei Jahren Bauzeit im Herbst 2024 vorgesehen.
Was verbirgt sich hinter Veolia?
Veolia ist ein französisches, börsennotiertes Unternehmen mit Sitz in Paris und den Geschäftsschwerpunkten in den Bereichen Wasser/Abwasser, Abfallentsorgung und Energieversorgung. Bis zum Jahr 2018 gehörte auch der Bereich Verkehr mit eigenen Nahverkehrs und Eisenbahnunternehmen zu dem Mischkonzern. Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben rund 171 000 Mitarbeiter.
In Deutschland sind die Veolia-Aktivitäten in den Bereichen Entsorgungsmanagement, Wassermanagement und Energiedienstleistungen in der Veolia Deutschland GmbH mit Sitz in Berlin gebündelt.
In der Abfallwirtschaft ist Veolia nach eigenen Angaben in 35 Ländern aktiv. In Deutschland ist die Veolia Umweltservice Anbieter von Dienstleistungen in den Bereichen Entsorgung inklusive Industrie-Reinigung, Rohr- und Kanalservice, Gebäude- und Industrie-Service, Technischer Service sowie Entsorgungslogistik.

