Gegner schüren Angst
Die Widersprüche und Gegensätzlichkeiten von Meinungen und Argumenten zur Müllverbrennung am Beispiel der geplanten Leag-Anlage in Jänschwalde sind in dem Artikel deutlich geworden. Sie sind aber in sich selbst kritisch zu sehen. Eine eindeutige Antwort gibt es aber nicht.

Jänschwalde

Auf der einen Seite die Meinungen und Befindlichkeiten der Gegner und auf der anderen Seite die Argumente der Befürworter. Unterstützung finden die Gegner von Prof. Dr. Christian Jooß, der, nach Recherche im Internet, grundsätzlich von umwelt- und gesundheitsschädlicher Verbrennung ausgeht. Nach seiner Ansicht ist jede Verbrennungsanlage von Altstoffen und Müll potenzielle Giftschleuder. Dabei entstehen Rauchgase giftiger organischer Substanzen und Ultragifte und Feinstaub-Partikel.
Müllverbrennung in Jänschwalde Anwohner kritisieren Genehmigungsverfahren

Jänschwalde

Mit diesen Aussagen wird Angst geschürt. Wenn dem so ist, müsste jede Verbrennung, jedes Feuer eine große Gefahr darstellen. Somit sind wir alle bereits klinisch tot.

Cottbus

Auf der anderen Seite erklären die Befürworter mit Fakten aus der Praxis belegt, dass das seit 1990 speziell in Deutschland kein Problem mehr darstellt. Deutschland ist aber nicht allein der Nabel der Welt. Die modernen Verbrennungstechniken und Maßnahmen zur Reinigung der natürlich entstehenden Abgase beweisen den Erfolg. Interessant finde ich den Vergleich, dass die gesamte Dioxin-Emission aus den Müllverbrennungsanlagen auf etwa ein Tausendstel von 400 Gramm auf 0,5 Gramm gesunken ist. Schon die Aussage, dass die Privathaushalte 20-mal mehr Dioxin in die Umwelt ausbringen, macht doch deutlich, dass die industrielle Entsorgung wesentlich wirksamer ist.
Das eigentliche Problem unserer Gesellschaft ist aber die Müllentstehung. Es gibt fast nichts, was nicht mit Kunststoffen eingepackt ist. Am schlimmsten ist dabei, wenn es mehrfach eingepackt ist. Jedes kleine Teil ist selbst eingepackt und alle zusammen noch einmal. Je bunter, je schöner für die Optik, aber nicht für die Umwelt. Da muss man sich fragen, ob dies notwendig ist. Das bekommen wir in Deutschland nicht hin? (...)
Warum schaut man nicht mal in die Region und überprüft Argumente der Gegner und Befürworter an einer Anlage in unmittelbarer Nähe? Ich meine damit die Thermische Abfallbehandlungsanlage in Lauta? Das wäre doch ein gutes Beispiel mit realen Ergebnissen. Dann ließe sich die Problematik besser darstellen.
Günter Noatsch, Lübbenau