Warum zulasten der Kleinsten?
In dem Bericht wird eindeutig dargelegt, wie schlimm es um die Schulen und Kindertagesstätten steht. Es ist genau richtig, dass sich die Eltern der Kinder starkmachen und auch dazu äußern, wie sie, und vor allem ihre Kinder, darunter leiden. Ob ihnen allerdings eine sinnvolle Hilfe gegeben wird, sei dahingestellt. In diesem „so reichen“ Deutschland gelten zurzeit mehr die Zahlen eines Institutes als das Heranwachsen einer Generation. Im Moment blickt doch niemand mehr durch, wo die Zahlen im RKI herkommen und wie sie sich zusammensetzen. Schon dieses Wort „Inzidenz“ und die Berechnung auf 100 000 Bürger sind wie ein Gummiband und nicht nachvollziehbar. Aber ein tolles Wort!

Cottbus/Guben

Die Rede ist von „Wellen“, Dauerwelle wäre wohl besser, allerdings wären dann Verwechselungen mit Dauerwelle beim Friseur (auch einer der vielen gebeutelten Dienstleistungen) möglich. Da kommt doch die Idee auf, wie es wäre, wenn ein Tsunami die undurchsichtigen Zahlen, Werte und Begriffe überrollen würde. Besser wäre, auf das Wohl der Menschen einzugehen, wie es so schön im Artikel 1 der Grundrechte heißt „Die Würde des Menschen ist unantastbar ... Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“. Wer hat Letztere, das Robert-Koch-Institut (RKI)?
Seit mehr als einem Jahr wird „unantastbar“ eher durch „zertreten“ ersetzt. Wo bleibt die Möglichkeit, dem Artikel 2 zu folgen? ... „Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit“ und ... „das Recht auf Leben und körperliche
Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich...“.  Und dies alles „... ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“. Ich schließe mich der Meinung der Eltern des  Artikels an und fordere ebenfalls, dass wir alle sofort wieder in unserer Normalität leben können. Wie kann ein Staat es erlauben, dass die Schuld dieser Pandemie jetzt auf den Schultern der Kleinsten und damit Schwächsten ausgetragen wird, nur weil die Regierung nicht auf das Volk hört...
(...)  Wer Großeltern hat, sollte sie danach fragen oder mal in einem Geschichtsbuch lesen. Im Moment werden Ängste und Drohungen geschürt, die wirklich jeder Realität widersprechen. Wen wundert da noch die zunehmende Gewalt in Familien?  Hat irgendein Institut schon ausgerechnet, welchen psychischen Schaden das Volk nimmt? Wäre es nicht besser, mit dem Virus leben zu können, wie vor Jahren mit Aids (da gibt es jährlich etliche Tote)? Wie viele Länder von den fast 200 der Welt haben noch mehr Mutanten, vor denen uns Angst gemacht werden kann? Wo werden die Zahlen der Virusgrippe oder Allergien eingerechnet? Nichts von alledem wird erklärt oder gemacht. Nein! Hauptsache die Inzidenz stimmt, und alles kann jeden Tag erneut durcheinandergebracht werden. Trauriges Deutschland!
Ich bin kein Gegner dieser Maßnahmen gegen Corona und richte mich auch danach. Aber mir liegt es fern, weiterhin zusehen zu müssen, wie Familien und damit auch unsere Kinder an immer neuen Festlegungen nervlich zerbrechen.
Freia Hager, Cottbus