Lesermeinung
: Notlösungen für Eltern sind alle ausgeschöpft

Wir nicht systemrelevanten Familien mit Grundschulkindern brauchen den Osterferienhort! Mit dieser Forderung reagiert der Hortrat der Cottbuser Carl-Blechen-Grundschule auf den Beitrag „Cottbuser wehren sich gegen Maskenpflicht auf dem Schulhof – Eltern schauen mit Graus auf die Osterferien“ vom 16. März.
Von
LR Café-Tester
Cottbus
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Maskenpflicht und geschlossene Bildungseinrichtungen: Eltern reicht es. Brandenburgs Bildungsministerin hat aktuell ausdrücklich davor gewarnt, bei steigenden Zahlen wieder die Schulen zu schließen.

Foto: Gregor Fischer/

Kinder und Eltern vergessen

Ja, die Inzidenzen steigen und werden wohl bei rund 20 000 zusätzlichen Tests in Kitas und  Schulen pro Woche explodieren, da nun alle ohne Symptome herausgefiltert werden. Aber dafür sind nur vier Intensivbetten belegt – Tiefststand seit Oktober!

Werter Prof. Hufert, wir hören  seit November 2020, dass wir kurz vor dem Ziel sind, das Virus einzudämmen. Auch leugnen wir das Virus nicht, sehen es aber als absolut unfair an, dass es scheinbar nur in Schulen, Kitas und Horten übertragen wird, jedoch nicht in Wochenmarkt-Schlangen, vollen Discountern oder gar platzenden Baumärkten. Ja, die Wirtschaft muss angekurbelt werden, aber nicht zu unseren Lasten! Unsere Kinder haben ein Recht auf ihr Sozialleben. Wir Eltern sind auf unsere Jobs angewiesen! Ja, es gab zusätzlich 20 Kind-Krank-Tage und zehn Wochen per Infektionsschutzgesetz. Beides gilt nicht in Ferien – auch sind diese Alternativen in der elften Kalenderwoche fast verbraucht.

Wir fordern ebenso wie der Kreiselternrat die Öffnung der Ferienhorte oder die sofortige erweiterte Notbetreuung für alle Grundschulkinder mit berufstätigen Eltern. Wir möchten aber zu bedenken geben, dass auch Kinder nicht berufstätiger Eltern nicht ausgegrenzt werden dürfen. Die aktuelle Eindämmungsverordnung und das Schreiben zur 6. Verordnung unterstützen unsere Forderung. Beide ermöglichen größere und schulklassenunabhängige Gruppen. Unseren Hilferuf schickten wir auch Ministerien in Potsdam, um auf unsere Notlage aufmerksam zu machen!

In unserem Hort werden nur 17 Prozent der Kinder mit Rechtsanspruch notbetreut. Alle anderen Familien müssen die zwei Osterwochen zwangsweise mit Urlaub, Minusstunden oder gar unentgeltlich überbrücken. Wir Eltern haben unsere organisatorischen, psychischen und körperlichen Möglichkeiten längst schon ausgeschöpft, machbare Kompromisse mit den Kollegen und Arbeitgebern vielfach überstrapaziert, alle Notlösungen zu häufig beansprucht und jeden noch so kleinen Strohhalm mehrmals ergriffen – es gibt keine Strohhalme mehr! (...) Wir bitten Sie auch dringend um brauchbare Verbesserungsvorschläge für unsere Work-Life-Balance im Homeoffice: 14h Kind/er betreuen/beschulen/bekochen/bespaßen plus acht Stunden arbeiten = zwei Stunden schlafen – das geht mal eine Woche gut, aber nicht drei Monate!

Hortrat der Carl-Blechen-Grundschule Cottbus sowie zwei weitere Hortausschüsse der Stadt

Anmerkung der Redaktion: In dem oben genannten Beitrag hatte sich Prof. Frank T. Hufert von der BTU Cottbus-Senftenberg dafür ausgesprochen, dass die Schulen über den 15. März hinaus geschlossen bleiben. Der Virologe ist gegen  Ausnahmen, auch die vom Kreiselternrat geforderte gelockerte Maskenpflicht. Der Kreis­elternrat hatte zudem auf die Situation vieler Eltern aufmerksam gemacht, wenn in den Osterferien nur Notbetreuung angeboten wird: Sie müssten Urlaub nehmen, unentgeltlich zu Hause bleiben oder sich schlimmstenfalls kündigen lassen.