Handwerker mit Leib und See ist Olaf Klopsch aus Drebkau. Der Metallbaumeister ist einer von 237 Meistern in der Lausitz, die seit nunmehr 25 Jahren selbstständig tätig sind und den Silbernen Meisterbrief der Handwerkskammer Cottbus (HWK) erhalten.
„Wir stellen sehr viel in Handarbeit her“, erklärt Olaf Klopsch. Die Lausitzer Grundstücksbesitzer wünschten sich Einmaliges beim Zaun um Haus und Hof. Als Kunstschmied und Metallbauer arbeitet der Drebkauer hart dafür. Wissen und Erfahrungsschatz gibt der Unternehmer inzwischen auch an seinen Sohn Eric weiter, der im Frühjahr erfolgreich die Gesellenprüfung zum Metallbauer abgeschlossen hat und ab September die Meisterschule der Handwerkskammer besucht. Die Nachfolge des Familienunternehmens ist fest in Planung.

Handwerksmeister in der Lausitz mit gut gefüllten Auftragsbüchern

„Es gab Höhen und Tiefen“, sagt Metallbauermeister Olaf Klopsch mit Blick zurück. Nach der Wende verschlug es den gelernten Schlosser zunächst nach Drolshagen in Nordrhein-Westfalen, wo er drei Jahre als Geselle arbeitete. Er machte seinen Meisterabschluss, und sein Chef bot ihm die Firma zum Kauf an. Doch Klopsch lehnte ab – das Gesamtpaket stimmte nicht. Stattdessen entschied sich der frisch gebackene Handwerksmeister für die Selbstständigkeit in der Heimat.

Langengrassau

Bereut hat er diesen Schritt nicht. Einen Auftragsmangel gab es zu keiner Zeit, im Gegenteil: Die Auftragsbücher waren stets sehr gut gefüllt. Seine Frau hat in all den Jahren das Büro gemanagt, zunächst in Teilzeit, heute in Vollzeit. „Anders ist das wegen der steigenden Bürokratie nicht mehr zu bewältigen“, sagt sie.
Mittlerweile zählen namhafte regionale Baufirmen wie Terpe Bau, das Bauunternehmen Lehmann und das Baugeschäft Napparell sowie viele Privatkunden zu den Auftraggebern des Handwerksbetriebes. Die Zusammenarbeit mit den Baubetrieben ist über Jahrzehnte gewachsen, sie vertrauen sich untereinander. Das ist für Olaf Klopsch wichtig.

Starkes Handwerk in der Lausitz


Im Kammerbezirk Cottbus sind 325 Metallbaubetriebe tätig. Davon 29 in der Stadt Cottbus, 85 im Landkreis Dahme-Spreewald, 73 in Elbe-Elster, 58 in Oberspreewald-Lausitz und 80 in Spree-Neiße.

Die Handwerkskammer Cottbus (HWK) würdigt im September mit dem Tag des Meisters im Energie-Stadion die Unternehmer, die dem Handwerk mit dem Meisterbrief nunmehr 25 Jahr alle Ehre machen.

Am 20. November 1992 fand der erste Tag des Meister statt. Das südbrandenburgische Handwerk hat damals Flagge gezeigt im Haus der Bauarbeiter. Der Tag des Meisters war damals eine Mischung aus Ausstellung (Meisterstücke) und Festveranstaltung. Und der Tag verlief nicht ohne Pannen. Einige der Ausstellungsstücke kippten um oder fielen von den Wänden. Sie waren dort nur mit doppelseitigem Klebeband befestigt. Auch die Zahl der Gäste hielt sich an jenem Freitag in Grenzen. Es war nur schwer daran zu glauben, dass sich dieser Tag zum alljährlichen Höhepunkt des Jahres entwickeln würde.

In diesem Jahr zwingt die Corona-Gefahr die Meisterfeier an die frische Luft. Im Stadion der Freundschaft werden mehr als 100 Jungmeister und auch mehr als 100 Silberne Meister geehrt.