Lausitz Science Park: Daran kann der Mega-Wissenschaftspark in Cottbus noch scheitern

Noch ist der Lausitz Science Park vor allem eines – eine große Vision. Ein wichtiger Faktor entscheidet darüber, ob er Realität werden kann.
Patrick Pleul/dpaDer Lausitz Science Park (LSP) gilt als der Schlüssel, um Cottbus in den kommenden Jahren von einer beschaulichen Universitätsstadt in ein Zentrum für Wissenschaft und Forschung zu verwandeln.
Geht es nach den Initiatoren des Wissenschaftsparks um die Präsidentin der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg, Prof. Gesine Grande, sind die großen Vorbilder des LSP das Massachusetts Institute of Technology (MIT, deutsch Massachusetts-Institut für Technologie) und der Wissenschaftsstandort Berlin-Adlershof (Wista).
Investitionen von fast 800 Millionen Euro geplant
Mit avisierten Gesamtinvestitionen in Höhe von fast 800 Millionen Euro ist der Park in Cottbus auf dem Areal des ehemaligen Cottbuser Flugplatzes, im Norden der Stadt das teuerste Vorhaben auf dem Feld von Wissenschaft und Forschung beim Strukturwandel in der brandenburgischen Lausitz.
Im Endausbau könnte sich der Lausitz Science Park auf eine Gesamtfläche von 420 Hektar ausdehnen. Dort zusammengeführt werden sollen exzellente Grundlagen- und angewandte Forschung mit innovativen Ausgründungen und möglichst vielen neuen Unternehmensansiedlungen.
Allein für die Planungen der LSP-Kernzone, die zunächst an die 100 Hektar umfasst, hat eine interministerielle Arbeitsgruppe der Brandenburger Landesregierung jetzt 42 Millionen Euro bewilligt. Am Jahresende soll dafür ein Bebauungsplan vorliegen.
Geplant werden können mit diesem Geld aus dem Kohlegeldtopf jetzt Komplexe für das Center for Hybrid Electric Systems Cottbus (Chesco) und das DLR-Institut für elektrifizierte Luftfahrtantriebe.
Das sind die Schwerpunktthemen im Lausitz Science Park
● Energiewende und Dekarbonisierung
● Gesundheit und Life Sciences
● globaler Wandel und Transformationsprozesse
● Künstliche Intelligenz und Sensorik
Tausende neue Jobs im Lausitz Science Park
BTU-Präsidentin Prof. Gesine Grande geht davon aus, dass sich der Cottbuser Wissenschafts- und Technologiepark zum zugkräftigen Jobmotor entwickelt. Perspektivisch sollen im LSP mehr als 1000 neue Arbeitsplätze entstehen.
Dabei geht es nicht nur um neue und spannende Betätigungsfelder für Wissenschaftler. Sie brauchen Büros, modern ausgestattete Labore und Prüfstände. Hinzu kommen beispielsweise Techniker, Mechaniker, Assistenten und Mitarbeiter aus unterschiedlichen technischen Berufen, um Versuchs- und Pilotanlagen zu bauen, sowie Experten für das Wissenschaftsmanagement und Controlling.
Das größte Risiko für den Lausitz Science Park
Mit derzeit insgesamt rund 7000 Studierenden ist die BTU Cottbus-Senftenberg heute noch viel zu klein, um allein die notwendige Anziehungskraft für den gewaltigen Lausitz-Science-Park-Plan zu entwickeln und den Personalbedarf dutzender Institute der Spitzenforschung zu decken. Die Zahl der Studierenden in der Lausitz muss sich in den kommenden Jahren möglichst schnell und deutlich erhöhen, wenn der Plan vom Mega-Wissenschaftspark aufgehen soll. Gleichzeitig muss es gelingen, noch viele weitere Wissenschaftler für die Lausitzmetropole zu begeistern.
Am Wissenschaftsstandort Adlershof (Wista) gibt es allein 1200 Unternehmen mit derzeit insgesamt rund 22.000 Beschäftigten.
Mega-Projekte im Lausitzer Strukturwandel in Brandenburg
Neben zahlreichen kommunalen Vorhaben gibt es beim Lausitzer Strukturwandel in Brandenburg insgesamt drei Leuchtturmprojekte. Jedes einzelne davon soll mindestens 1000 neue Arbeitsplätze schaffen, die der bisherigen Braunkohleregion neue wirtschaftliche Perspektiven geben.
► Neues Instandhaltungswerk der Deutschen Bahn in Cottbus (1200 neue Arbeitsplätze, Kosten: rund 1,2 Milliarden Euro)
► Universitätsmedizin Lausitz in Cottbus (geschätzte Kosten rund 2 Milliarden Euro)
► Lausitz Science Park (geschätzte Kosten: rund 800 Millionen Euro)

