Es ist kein Fall wie jeder andere. Das hat sich schon beim Prozessauftakt vor einer Woche angedeutet – und ist nun auch nochmal von einem richterlichen Beschluss verdeutlicht worden.
Der Prozess gegen den 50-jährigen Jänschwalder vor dem Landgericht Cottbus, der in Drewitz seinen gesamten Ortsteil tyrannisiert, wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit weiterverhandelt.
Das hat das Gericht am Mittwoch bei der Prozessfortsetzung bekanntgegeben und somit dem entsprechenden Antrag der Verteidigung zugestimmt.

Landgericht Cottbus will Drewitzer nicht weiter unter Druck setzen

Der psychisch kranke Angeklagte sei nur vermindert schuldfähig und aufgrund seiner Krankheit vor Medien und Zuschauern zu schützen. Es stehe zu befürchten, „dass der Angeklagte in der Öffentlichkeit geächtet wird“, so die Verteidigung. Vor einer Woche war der Mann nur schwer unter Kontrolle zu bringen, als er eine Fernsehkamera im Gerichtssaal entdeckte, und in der Folge auch nicht mehr vernehmungsfähig.
Das Gericht wolle den Mann nun nicht weiter unter Druck setzen und entschied sich deswegen dafür, die Öffentlichkeit auszuschließen.
Der Drewitzer Problemfall soll seit Jahren Familien und Nachbarn bedrohen. Seinen Vater (81) soll er mehrmals verprügelt haben. Die eigene Familie ist hilflos und hat sich bereits an die Polizei gewandt. Anwohner hatten sogar den Brandenburger Petitionsausschuss angeschrieben. Vorübergehend ist der 50-Jährige gegen seinen Willen in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.
Drei Verhandlungstermine hat das Gericht noch anberaumt für die kommenden Wochen. Die Urteilsverkündung erfolgt dann wieder im öffentlichen Teil.

Cottbus