Seit Jahren sind Anwohner an der B 169 zwischen Cottbus und Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) genervt vom Lärm Tausender durchfahrender Transit-Lkw. Anwohner und Initiativen in den Ortschaften Klein Oßnig und Allmosen hatten vor Verwaltungsgerichten Urteile zur Lärmminderung erstritten. Doch gebracht hatten sie ihnen bisher nichts. Die zuständigen Landkreises reagierten zunächst mit einer verwaltungsimanenten Verzögerungstaktik.

Am Ende aber war es der Landrat des Oberspreewald-Lausitz-Kreises, Siegurd Heinze (parteilos), dem der Kragen platzte und der sich für eine Durchsetzung der von den Bürgern erstrittenen Gerichtsurteile stark machte. Rückendeckung bekam er schließlich von Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD), die die Modalitäten der Sperrung mit ihrer Behörde in die Wege geleitet hat.

Um die Ortschaften an der Strecke infrastrukturell nicht komplett abzuschneiden und den Ziel- und Quellverkehr in dem Gebiet sicherzustellen, soll eine jetzt eine Sackgassen-Variante für mehr Ruhe entlang der Strecke sorgen.

Sattelkraftfahrzeuge und Laster mit Anhänger dürfen demnach künftig zwar von Cottbus nach Allmosen (Oberspreewald-Lausitz) fahren und von Süden aus kommend bis Klein Oßnig (Spree-Neiße). Weiter aber nicht. Eine Durchfahrt, etwa von Cottbus bis nach Senftenberg, ist für Lkw ab Montag dann nicht mehr erlaubt. Die großen Brummis sollen so auf die Autobahnen geleitet, beziehungsweise auf diesen gehalten werden. Lokaler Ziel- und Quellverkehr aber, egal ob 2,8- oder 40-Tonner, soll in diesem Korridor weiter möglich sein.

Monitoringstellen sind bereits eingerichtet worden. Sie sollen Daten zum Ausweichverkehr erfassen. Abhängig vom Ergebnis können nach Auskunft des Verkehrsministeriums weitere Maßnahmen in Betracht kommen. Auf das Lkw-Fahrverbot soll auf Schildern hingewiesen werden. Außerdem gibt es Flyer in englischer, polnischer sowie tschechischer Sprache, die über die Regelung informieren.

Im Juni 2019 soll die Fahrbahn auf dem Abschnitt zwischen der Einmündung der Landstraße 50 und dem Ortseingang Klein Oßinig erneuert werde. Dazu wird die Straße komplett gesperrt.

Bisher donnern täglich deutlich mehr als 1000 Schwerlaster durch die Ortschaften an der Bundesstraße und machen Krach jenseits gesetzlicher Grenzwerte.

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Allmosen/Klein Oßnig