KI in Cottbus: Lausitz setzt auf Forschung, die Datenflut bremsen soll

Auch bei der Regulierung von Windparks könnte die neue Technologie künftig helfen. Sensoren sollen Störungen im Energienetz möglichst früh erkennen. Für die Erforschung fließen in das AI-Disco-Projekt 15 Millionen Euro an Fördermitteln nach Cottbus.
Patrick Pleul/dpa- In Cottbus startet AI‑Disco: ein 15‑Millionen‑Euro‑Projekt für Edge‑Verarbeitung von Sensordaten.
- Daten sollen vor Ort ausgewertet werden, nur Relevantes geht in die Cloud – schneller und sparsamer.
- Einsatzfelder reichen von Windparks und kritischer Infrastruktur bis Industrie, Smart City und 6G.
- Neuromorphes Rechnen steht im Fokus, mit Chips nach Gehirnvorbild und besonders niedrigem Energiebedarf.
- Projektkoordination: IHP; Partner sind BTU, DFKI, Fraunhofer IPMS, LIN sowie ABB und Enertrag.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In Cottbus ist ein bemerkenswertes Projekt gestartet, das unter der Bezeichnung AI-Disco die Entwicklung einer zukunftsweisenden Technologie voranbringen soll. Es ist eine Forschungsinitiative, die auf Dauer in der Lausitz angelegt werden soll.
Im Kern geht es bei AI-Disco um eine vergleichsweise einfache Idee: Zahllose Sensoren liefern heute riesige Datenmengen. Bislang werden diese meist erst in weit entfernten Rechenzentren verarbeitet. AI-Disco will das ändern. Künftig sollen intelligente Systeme möglichst viele Informationen schon direkt am Entstehungsort auswerten – also „an der Kante“ des Netzes, in der Fachsprache Edge. In eine Cloud werden dann nur noch die wirklich wichtigen Daten geschickt.
Die Strategie hat mehrere Vorteile: Entscheidungen können schneller getroffen werden, der Datenverkehr sinkt und die Technik arbeitet energieeffizienter. Nützlich ist das etwa für Windparks, kritische Infrastruktur, Industrieanlagen, Smart-City-Anwendungen oder künftige 6G-Kommunikation.
Die Forscher setzen dabei auf neuromorphes Rechnen. Das sind Chips, die nach dem Vorbild des menschlichen Gehirns funktionieren. Eine besondere Herausforderung ist dabei der sparsame Umgang mit Energie, weil die Sensorknoten oft mit Batterie laufen. Die Technik soll unter anderem in Energiesystemen erprobt werden, die Sensorik soll etwa Störungen an Wind- und Solaranlagen möglichst früh erkennen.
Koordiniert wird das Projekt vom IHP – Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik. Beteiligt sind außerdem die BTU Cottbus-Senftenberg, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS), das LIN – Leibniz-Institut für Neurobiologie sowie als Industriepartner ABB und Enertrag. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert AI‑Disco immerhin mit 15 Millionen Euro.

Projektpartner stellen im Holiday Inn in Cottbus am Montag (14. September) erstmals öffentlich das Projekt AI-Disco vor. Es ist das erste Modul der Research and Innovation Factory AI & Microelectronics, einer auf Dauer angelegten Forschungsinitiative in der Lausitz, weitere Module sollen folgen.
Michael HelbigFür die Lausitz ist das Projekt auch ein Signal: Hier soll nicht nur über Zukunftstechnologien gesprochen, sondern an ihnen gearbeitet werden. Für den Wirtschaftsstandort Cottbus bringt das Projekt Zuwachs.
Das Leibniz-Institut für Neurobiologie und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) wollen sich hier niederlassen und das Netzwerk am Lausitz Science Park und an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) erweitern.
