Milchmangel, Steampunk und Sportwettensucht – mit diesen und weiteren Themen beschäftigen sich neun Stipendiatinnen und Stipendiaten der Journalistischen Nachwuchsförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung (Jona). Sie sind auf einem multimedialen Ausbildungsseminar in Cottbus und das erste Mal zu Besuch in der Stadt.
Für ihre Reportagen sprechen sie beispielsweise mit einer Frau, die Mädchen aus Cottbus eine Perspektive bietet. Mit einem Transmann, der verbalen Anfeindungen trotzt. Mit einem Rückkehrer in die Lausitz, der sich für den Erhalt von Niedersorbisch einsetzt. Die Reportagen entstehen in Kooperation mit der Lausitzer Rundschau.
Das sei ein großer Ansporn, sagt Text-Trainer Robert Domes: „Man merkt der Zeitung an, dass sich die Redaktion tiefgehend mit den Menschen in der Stadt beschäftigt und genau überlegt, was für diese relevant ist – das ist beeindruckend.“

Was die Nachwuchs-Journalisten über Cottbus sagen

Von Cottbus sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach eigenen Angaben positiv überrascht: viele Parks, eine saubere Innenstadt und die Mischung aus Plattenbau und moderner Architektur. Für ihre Reportagen suchten sie nach Themen, die vor allem Familien beschäftigen – die wichtigste Zielgruppe der LR.
Multimedia-Trainer Bastian Kaiser sagt: „Die Stipendiatinnen und Stipendiaten müssen in kürzester Zeit ein Gespür dafür entwickeln, was die Menschen in Cottbus bewegt. Das ist eine Herausforderung. Für die lokale Berichterstattung ist es eine Riesenchance, die Stadt aus neuen Blickwinkeln zu zeigen.“
Einige der Jona-Stipendiaten waren auch im Stadion der Freundschaft. Stipendiatin Freya Dieckmann (18) sagt: „Ich stand am Montagabend beim Spiel von Energie Cottbus gegen Werder Bremen in der Nordkurve im Stadion der Freundschaft. Da habe ich verstanden: Diese Stadt lebt, liebt und streitet mit vielen unterschiedlichen Gesichtern. Hier gibt es viel zu erzählen, Geschichten von unterschiedlichen Menschen, die alle vereint, dass sie in Cottbus wohnen – einer von einigen zu Unrecht unterschätzten Stadt.“

Journalisten-Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung: Wer kann sich bewerben?

Ann-Carolinn Specht, Autorin dieses Gastbeitrags, leitet die Journalistische Nachwuchsförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung. Sie sagt: „Lokale Geschichten zu finden und zu erzählen macht Spaß – diese Botschaft wollen wir mit dem Seminar vermitteln. Gerade Lokaljournalismus ist nah dran an den Ereignissen vor Ort und damit unverzichtbar.“
Das Journalismus-Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung umfasst eine studienbegleitende multimediale Ausbildung und finanzielle Förderung. In den Semesterferien lernen die Stipendiatinnen und Stipendiaten das nötige Handwerk in Seminaren und Praktika.
Das Journalismus-Stipendium ist mit jedem Fach kombinierbar und richtet sich an Studierende zwischen dem ersten und vierten Semester. Weitere Infos zur Bewerbung: www.kas.de/jona oht