Das Homeschooling soll weitergehen - nur jetzt mit besserer Technik. Eltern müssen sich auf ein Nebeneinander aus stundenweiser Schule und Heimunterricht einstellen - die Politik ebenso. Deshalb haben sich Bund und Länder auf ein Sofortprogramm verständigt. Für insgesamt 550 Millionen Euro sollen demzufolge Schulen Geräte anschaffen, mit denen die Schüler online arbeiten können. Die PCs, Laptops und Tablets sollen die Schüler unabhängig machen von dem, was sich ihre Eltern leisten können.
Es sollen „möglichst alle Schülerinnen und Schüler über digitale Endgeräte verfügen", sagt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU). Zu den 500 Millionen Euro, die der Koalitionsausschuss von CDU und SPD schon im April veranschlagt hatte, kommen nun noch 50 Millionen von den Ländern dazu.
Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) sieht das als eine Investition in die Bildungsgerechtigkeit. „Sobald die Mittel bereitstehen, werden wir das Programm rasch umsetzen.“ Brandenburg bekommt aus dem Programm 15 Millionen Euro. Das Programm ist Teil des Digitalpakts Schule. Neben den Geräten bekommen die Schulen die Ausstattung gefördert, die für professionelle Online-Lehrangebote erforderlich ist.

Sofortprogramm: Tablets für Schulen, nicht für Schüler

Freuen können sich nun also die Schulen über das Geld - nicht die Schüler. Die Idee, armen Kindern 150 Euro Zuschuss zum eigenen Computer zu zahlen, ist vom Tisch.
Diese Idee hatte Karliczek selbst ins Gespräch gebracht - und damit dem entsprochen, was Sozialverbände und Bildungsforscher seit Beginn des Covid-19-bedingten Homeschoolings gefordert. Dahinter steckte die Einsicht, dass Kinder daheim nicht vernünftig lernen können, wenn nur ein Computer im Haus ist, den die Mutter gleichzeitig fürs Homeoffice braucht. Ludwig Bilz etwa sieht das schon als eine problematische Situation für ein Kind an. In einer Studie hat der Psychologe von der BTU Cottbus herausgefunden, dass knapp zwei Prozent der Kinder in Brandenburg überhaupt kein Gerät besitzen.
Doch zu der Lösung, Kindern Geräte zu fördern, konnten sich Bund und Länder nicht durchringen. Stattdessen sollen die mobilen Endgeräte von den Schulen und Schulträgern in Eigenregie an Schüler ausgeliehen werden. Die Geräte bleiben Eigentum der Schulen. Die sollen sie dann auch nutzen, wenn die Schulen wieder im Regelbetrieb laufen - was bis zu den Sommerferien nicht mehr passieren wird. Man will also indirekt Schülern helfen, „für die die Anschaffung eines digitalen Endgerätes eine finanzielle Hürde darstellt“, sagt die Bundesministerin.
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