Grippe Symptome 2025
: Schwerer Influenza-Verlauf - das sind erste Warnzeichen

Welche Warnzeichen für einen schweren Grippe-Verlauf sprechen - auf diese Symptome sollte man achten.
Von
Nicole Züge
Berlin
Jetzt in der App anhören
Grippe

Grippe kann harmlos verlaufen, es gibt aber auch schwere Verläufe. Welche Warnzeichen es gibt und auf welche Symptome man bei der aktuellen Influenza-A-Variante H3N2 achten muss.

Heiko Wolfraum / dpa

Das Auftreten eines mutierten Grippe-Virusstamms mit der Bezeichnung „H3N2-Subklade K“ besorgt aktuell Gesundheitsbehörden in Europa. Welche Symptome sind typisch für die Mutation und woran kann man einen schweren Influenza-Verlauf erkennen?

Neue Grippe-Variante A(H3N2): Das sind die Symptome

Diese Influenza-Symptome sind aktuell typisch:

  • Plötzlich auftretendes Fieber: Ähnlich wie bei anderen Grippeviren, kann sich bei H3N2 plötzlich auftretendes Fieber zeigen, welches mäßig bis hoch ausfällt und zu allgemeinem Unwohlsein führt.
  • Körperschmerzen: Derartige Schmerzen sind charakteristisch für diese neue Virus-Variante. Da die Symptome denen von Covid-19 ähnlich sind, sollte unbedingt ein Test durchgeführt werden.
  • Schüttelfrost: H3N2 verursacht häufig Schüttelfrost, welcher sehr plötzlich und in Verbindung mit den übrigen Symptomen auftritt.
  • Husten: Wie auch bereits bei anderen Grippevirus-Varianten bekannt, tritt bei dieser Mutation sehr häufig starker, teilweise lang anhaltender Husten auf.

Weitere Symptome einer Influenza-Erkrankung wie allgemeine Schwäche, Schweißausbrüche, Rhinorrhö (Nasenausfluss), selten auch Übelkeit/Erbrechen und Durchfall können hinzukommen. Allerdings kommen nach Auskunft des Robert-Koch-Instituts auch viele weitere, meist virologische Atemwegserreger bei einer solchen Symptomatik infrage.

Influenza A: Mediziner fordern neue STIKO-Empfehlungen

Die aktuelle Variante der Influenza A-Grippeviren hat bereits im November die Seuchenschutzbehörde der EU (ECDC) in Warnstellung versetzt. Grund war der ungewöhnlich frühe und starke Anstieg der Infektionen in mehreren Ländern. In Großbritannien waren insbesondere Schulkinder und ältere Menschen von schweren Verläufen betroffen. Auch deswegen fordern aktuell Interessenvertreterverbände wie die „Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin“ (DIVI) eine Ausweitung der Impfempfehlungen für alle Menschen ab sechs Monaten.

Bisher wird beispielsweise die Impfung für Kinder in Deutschland nur dann von der Ständigen Impfkommission empfohlen, wenn es Vorerkrankungen gibt. Auch für gesunde Erwachsene gilt diese Empfehlung.

Woran erkennt man einen schweren Influenza-Verlauf?

Schwer verläuft eine Grippeerkrankung überwiegend dann, wenn zur viralen Infektion durch das Grippevirus selbst auch noch eine bakterielle Infektion dazukommt. Laut dem Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte (HNO-Ärzte im Netz) sei der Beginn einer solchen Infektion vor allem daran zu erkennen, dass es einen erneuten Fieberanstieg um den 3. Krankheitstag gibt.

In der Folge kann sich eine bakterielle Infektion dann auch anhand weiterer Symptome zeigen. Je nachdem, wo die Bakterien sitzen, zum Beispiel durch Ohrenschmerzen (mögliche Mittelohrentzündung) oder Schmerzen im Gesicht (mögliche Nasen-Nebenhöhlenentzündung). Auch eine Lungenentzündung sei möglich. Weitere Komplikationen durch Bakterien sind auch durch eine eitrige Bronchitis möglich.

Darüber hinaus sind auch Schädigungen im Herz-Kreislauf-System, wie z.B. Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche mit verminderter Pumpleistung (Herzinsuffizienz), eine Ansammlung von Flüssigkeit in der Lunge aufgrund der Herzschwäche (Lungenödem) oder ein Kreislaufschock möglich. Selten können sich auch Auswirkungen auf den Magen-Darm-Trakt und das zentrale Nervensystem (Hirnhautentzündung) zeigen. Da das Influenza-Virus aber prinzipiell jedes Organ schädigen kann, sind auch Symptome wie Leberschwellung, Leibschmerzen, Durchfälle oder Erbrechen möglich.

Wenn die Symptome nach wenigen Tagen nicht besser, sondern sogar schlechter werden, ist dringend ein Besuch in der Arztpraxis erforderlich. Bei Kindern oder älteren Menschen lieber einmal zu viel, als zu wenig.