Geflügelpest in Cottbus: Tierpark bleibt zu – Erreger bei Schwänen und Ente nachgewiesen
Im Tierpark in Cottbus ist die Geflügelpest amtlich nachgewiesen worden. Der Erreger sei bisher bei fünf Schwänen und einer Ente festgestellt worden, teilte das Gesundheits- und Verbraucherschutzministerium in Potsdam am Dienstagnachmittag mit. Der Tierpark bleibt bis mindestens Freitag geschlossen.
Zunächst wies das Landeslabor Berlin-Brandenburg das Virus H5N1 nach, wie das Ministerium mitteilte. Am 31. Dezember 2023 habe das nationale Referenzlabor, das Friedrich-Loeffler-Institut, bestätigt, dass es sich um die hochpathogene Variante des Virus handele.
Im Tierpark werden weitere Proben untersucht, um das Ausmaß des Geflügelpest-Ausbruchs zu bestimmen. „Da es sich bei den Vögeln um seltene Rassen und geschützte Arten handelt, wird von einer vorsorglichen Tötung von Tieren und der Einrichtung von Sperrzonen aktuell abgesehen“, hieß es.
Der Berliner Zoo war im November 2022 geschlossen worden, nachdem ein Wasservogel infiziert war.
Tierpark Cottbus hatte Silvester vorübergehend geschlossen
Der Tierpark Cottbus hatte Silvester wegen eines möglichen Falls von Geflügelpest vorübergehend geschlossen. Es müssten zunächst Proben genommen werden, um den Sachverhalt zu klären, sagte eine Sprecherin des Zoos am Sonntag (31. Dezember). „Über die weitere Entwicklung sowie über eine mögliche Öffnung des Tierparks für Besucher informieren wir, sobald wir etwas Neues wissen“, teilte Tierpark-Direktor Jens Kämmerling damals mit.
Geflügelpest kann bei Vögeln zu massenhaftem Verenden führen. In Geflügelhaltungen kommt es immer wieder zum Ausbruch der Vogelgrippe. Der auch als Geflügelpest bekannte Erreger war Anfang Dezember 2023 etwa in einem Betrieb in Ostprignitz-Ruppin nachgewiesen worden. Mehr als 10.000 Vögel mussten getötet werden. Auch in anderen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern gab es Fälle.
Tierseuche ist auch für Hunde und Katzen gefährlich
Dabei ist die Seuche keineswegs nur für Geflügel gefährlich. Auch Hunde und Katzen können sich mit dem Virus anstecken, wobei Experten von einem geringen Gesundheitsrisiko für die Vierbeiner sprechen. Allerdings können sie die Tierseuche durchaus weiter verbreiten und somit Geflügelstände gefährden. Unter äußerst seltenen Umständen kann das Virus auch tödlich sein.
Doch damit nicht genug, denn auch der Mensch ist vor einer Infektion mit dieser Tierseuche keineswegs gefeit. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind bis Ende 2020 rund 450 Personen aufgrund einer Ansteckung mit der Vogelgrippe beziehungsweise eines Subtyps gestorben.
Wildvögel schleppen Vogelgrippe ein und verbreiten sie
Die Vogelgrippe taucht seit Jahren immer wieder in Deutschland auf: Sie wird durch Wildvögel eingeschleppt und verbreitet. Ist ein Bestand von der hochansteckenden Variante befallen, werden in der Regel alle Tiere dort getötet. Mitte Dezember 2023 hieß es vom Friedrich-Loeffler-Institut bei Greifswald, die Zahl der Vogelgrippe-Ausbrüche in deutschen und europäischen Geflügelhaltungen sei zuletzt wieder deutlich gestiegen.
Zuletzt hatte der Tierpark in Cottbus im Januar 2017 wegen mehrerer Fälle von Geflügelpest zeit- beziehungsweise teilweise schließen müssen. Der Tierpark hält nach eigenen Angaben auf seiner Internetseite unter anderem Elefanten, Tiger, verschiedene Affen, Zebras, Antilopen, Strauße und eine Fülle von Stelz- und Wasservögeln.





