Gaspreise in Brandenburg
: Spreegas senkt Preise kräftig – das zahlen Sie ab Mai

Der Energieversorger Spreegas senkt die Preise für Erdgas unter das Niveau des Preisdeckels der Gaspreis-Bremse. So spüren die Kunden aus der Lausitz in der Grundversorgung das am eigenen Geldbeutel.
Von
Kathleen Weser
Cottbus
Jetzt in der App anhören

Der Energie-Versorger Spreegas senkt den Preis für den Erdgasbezug in der Lausitz unter den Preisdeckel der Gaspreis-Bremse. Das zahlt sich für die Haushalte spürbar aus.

Patrick Pleul/dpa

Mehr als die Hälfte aller privaten Haushalte in Brandenburg werden mit Erdgas beheizt. Der befürchtete Notstand beim fossilen Rohstoff in der Energiekrise, der nach Stopps der Lieferung von und Verzicht auf russisches Gas infolge des Russland-Ukraine-Krieges für diesen Winter befürchtet worden ist, ist nicht eingetreten. Die zunächst heftig angezogenen Handelspreise für den Energieträger Erdgas sind auch deshalb wieder gesunken.

Die Versorger haben günstiger als geplant einkaufen können. Und der Regionalversorger der Lausitz, die Spreegas Gesellschaft für Gasversorgung und Energiedienstleistung (Spreegas), Unternehmen verkündet jetzt: Mit Datum vom 1. Mai 2023 wird der Bezugspreis für Erdgas in der Grundversorgung gesenkt.

Der Arbeitspreis, also der verbrauchsabhängige Teil des Gastarifes, unterschreitet damit im Versorgungsgebiet die Schwelle der staatlichen Gaspreisbremse. Für private Haushalte, kleine und mittlere Unternehmen mit einem Gas- und Wärmeverbrauch bis zu 1,5 Millionen Kilowattstunden im Jahr sowie für Pflegeeinrichtungen ist der Erdgaspreis auf zwölf Cent brutto pro Kilowattstunde begrenzt worden. Dieser Preisdeckel des Bundes, mit dem die Bürger von den zunächst extrem angestiegenen Energiepreisen entlastet werden, greift im März 2023 rückwirkend zum Jahresstart bis 30. April 2024.

Das zahlt der Spreegas-Kunde für Erdgas ab Mai

Spreegas senkt die Arbeitspreise in der Gas-Grundversorgung ab Mai um bis zu 8,86 Cent pro Kilowattstunde – einschließlich der Umsatzsteuer in Höhe von sieben Prozent. Das bestätigt Unternehmenssprecherin Anke Wislaug. „Der neue Arbeitspreis liegt also nicht mehr im Geltungsbereich der Gaspreisbremse“, betont sie. „Durch die zuletzt ruhigere Marktsituation konnten mehr Mengen für künftige Lieferzeiträume vergleichsweise günstig eingekauft werden. Dies wird nun unmittelbar an die Kundinnen und Kunden von Spreegas weitergeben“, sagt Wislaug. Auch die Grundpreise, also der monatlich feste Betrag für die fixen Kosten wie das Erstellen der Rechnung oder das Ablesen des Zählers, sollen jetzt fallen.

Das sparen Haushalte in der Lausitz mit durchschnittlichem Verbrauch

Die Spreegas-Sprecherin rechnet vor: Für ein Einfamilienhaus mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 18.000 Kilowattstunden ergibt sich bei dem neuen Arbeitspreis von 11,06 Cent pro Kilowattstunde und einem auf 112,35 Euro gesenkten Grundpreis für das Jahr gegenüber dem seit Januar 2023 geltenden vertraglichen Preis eine Preissenkung in der Gas-Grundversorgung von rund 1590 Euro im Jahr.

Da der Staat von den Haushalten für 80 Prozent des Jahresverbrauches seit Januar aber bereits die Preisdifferenz zwischen dem bisherigen Vertragspreis und der Gaspreisbremse von zwölf Cent pro Kilowattstunde übernimmt, werden die Spreegas-Kunden in diesem Verbrauchsprofil daher ab Mai für das komplette Jahr um effektiv rund 460 Euro entlastet.

Auch Kunden mit neuen Laufzeitverträgen ab Mai werden von den gesunkenen Energiepreisen profitieren, versichert die Spreegas-Sprecherin. Ausnahmen gebe es, wenn die Festpreis-Phase eines Vertrages ende und der bisherige Arbeitspreis unter dem aktuellen Marktpreis liege. Konkret werden alle Kunden auch schriftlich informiert.