Von René Wappler

Der Bagger rollt über das Gelände vor der Astrid-Lindgren-Schule. Die beiden Landschaftsbauer Torsten Dünow und Enrico Manig säubern die Grünanlagen.

Ohnehin gilt die Farbe Grün als Symbol. Das bekräftigt Schulleiterin Heide Sillak. Sie hat sich nach eigenem Bekunden für den Festakt in der Turnhalle „extra ein grünes Kleid gekauft“, und sie erinnert sich an ein Gespräch mit Schülern. Ihr habe das kräftige Grün am Gebäude zunächst nicht gefallen. Der Einwand der Schüler bleibe ihr im Gedächtnis: „So muss es doch sein, weil wir an der Astrid-Lindgreen-Schule lernen.“ Das Wortspiel mit dem Namen der Autorin habe der Architekt schon richtig verstanden.

Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) zählt zu den Gästen des Festakts in der neuen Turnhalle. Er bezeichnet die Sanierung als „eines der spannendsten Projekte, die wir zu stemmen hatten“. Vor zehn Jahren habe er an einem Stadtteilrundgang teilgenommen, als Dezernent mit dem damaligen SPD-Stadtoberhaupt Frank Szymanski. Auch die Beigeordnete Marietta Tzschoppe (SPD) sei dabei gewesen. Holger Kelch berichtet: „Mit ihr bin ich dann einfach mal in die Schule gegangen, und ich weiß noch, wie erschrocken ich über den Zustand des Hauses war.“

Sorge der Schmellwitzer

Drei Jahre später begann die erste Vorplanung für Bauarbeiten in der Schule. Dann folgte ein Rückschlag aufgrund des nicht genehmigten Haushalts der Stadt Cottbus, wie sich der Oberbürgermeister erinnert. „Ich weiß um die Sorge der Schmellwitzer, die sich damals fragten, ob sie nun etwa allein gelassen werden.“

Im Jahr 2015 unternahmen die Mitarbeiter des Rathauses einen zweiten Anlauf. Wie Holger Kelch betont, beträgt der Anteil von Fördermitteln für die Bauarbeiten in der Schule 99,4 Prozent. „So was gibt es eigentlich gar nicht“, sagt er. Damit habe die Stadt lediglich 42 000 Euro beigesteuert, was einem Anteil von 0,6 Prozent entspricht. „Wenn das neue Schuljahr beginnt, kann hier der Start vollzogen werden“, sagt der Oberbürgermeister. „Auch meine jüngste Tochter ist ganz neugierig darauf, was sie hier im nächsten Schuljahr erwartet.“

Details zu den Bauarbeiten

Madeleine Henning-Waniek vom Pressebüro des Rathauses nennt weitere Details zu den Bauarbeiten mit einem Aufwand von 7,3 Millionen Euro: Fachleute erneuerten das Dach, die Fenster und die Außentüren. Der Haupteingang liegt nun auf der Rückseite des Gebäudes. Die Räume im Untergeschoss erhielten größere Fensterflächen. Durch einen Anbau entstanden sechs weitere Klassenräume. Das Haus beherbergt einen größeren Speisesaal. Ein Aufzug ermöglicht den barrierefreien Zugang zu allen Etagen. Für den Sportunterricht steht eine 650 Quadratmeter große Turnhalle zur Verfügung.

24 Lehrkräfte werden künftig 472 Schüler betreuen, wie Schulleiterin Heide Sillak erläutert. „Damit handelt es sich um das Haus mit den meisten Kindern, aber dem kleinsten Kollegium in Cottbus.“