Familie in Cottbus in Not
: Autofahrt mit dem Bruder im Rollstuhl ist eine Quälerei

Eine berufstätige junge Frau aus Cottbus braucht fremde Hilfe. Sie umsorgt liebevoll den Bruder, der im Pflegerollstuhl sitzt – und stößt an ihre Grenzen.
Von
Stefanie Krautz
Cottbus
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Leon mit seinen Schwestern Nadine (links) und Kathleen Malkova. Er ist seit seiner Geburt schwer behindert. Seine große Schwester Nadine fährt ihn zu Arztbesuchen und anderen wichtigen Terminen. Es ist körperlich schwer für die junge Frau, ihren Bruder ins Auto zu tragen und den Pflegerollstuhl aufwändig auseinernderzunehmen.

Leon mit seinen Schwestern Nadine (links) und Kathleen Malkova. Er ist seit seiner Geburt schwer behindert. Seine große Schwester Nadine fährt ihn zu Arztbesuchen und anderen wichtigen Terminen. Es ist körperlich schwer für die junge Frau, ihren Bruder ins Auto zu tragen und den Pflegerollstuhl aufwändig auseinanderzunehmen.

Stefanie Krautz
  • Nadine Malkova aus Cottbus pflegt ihren schwerbehinderten Bruder Leon, der im Rollstuhl sitzt.
  • Die Transporte zu Arztterminen sind eine Herausforderung; sie sucht ein behindertengerechtes Auto.
  • Solche Autos kosten etwa 35.000 Euro, Nadine bittet auf gofundme um Unterstützung.
  • Nadine möchte ihrem Bruder ein selbständiges Leben ermöglichen und ein Heim ersparen.
  • Die Familie ist dankbar für die Hilfe der Lebenshilfe bei Ausflügen und Urlauben.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nadine Malkova (26) aus Cottbus ist eine taffe Frau. Sie steht voll im Beruf und kümmert sich von klein auf um ihren schwerstbehinderten und pflegebedürftigen Bruder Leon, der im Rollstuhl sitzt.

Fünf Geschwister hat Nadine Malkova. Die Zwillinge Leon und Kathleen sind 18 Jahre alt und seit ihrer zu frühen Geburt behindert. Sie leben bei ihrer Mutter.

Nadine erzählt: „Mutti sagt nie, es wird mir zuviel. Aber das wurde es, das habe ich doch gemerkt.“ Eine behindertengerechte Wohnung hatte die Familie lange nicht, sagt Nadine: „Wir haben im Plattenbau gelebt, im fünften Stock ohne Fahrstuhl. Meine Mutter hat Leon 15 Jahre lang die ganzen Etagen hoch- und runtergetragen. Den Rollstuhl musste sie aus dem Keller hochbugsieren“.

Als Nadine nach acht Jahren in Dresden im Jahr 2024 zurückkehrt in ihre Heimatstadt Cottbus, sucht sie sofort nach einer behindertengerechten Wohnung. Sie will sich verstärkt um Leon kümmern, ohne ihn immerzu tragen zu müssen. Monatelang kampiert sie bei einer Freundin auf der Couch, bis es mit so einer Wohnung klappt.

Eine Arbeit ist einfacher zu finden in Cottbus: Nadine ist Altenpflegerin und medizinische Fachangestellte. Sie arbeitet in der Intensivpflege. Das bedeutet lange Arbeitstage, Schichten von zwölf Stunden. Dazu hat sie einen Nebenjob in der Pflege.

Die Betreuung ihres Bruders kommt dazu. Wo sie in ihrer Dresdner Zeit die Zwillinge einmal im Monat am Wochenende zu sich holt, kann sie sich jetzt intensiver kümmern. Dreimal in der Woche badet Nadine Leon in der Wohnung ihrer Familie.

Autofahrt mit dem Bruder im Pflegerollstuhl ist eine Tortur

Hinzu kommen zahlreiche Termine im Sanitätshaus, bei Therapien und Ärzten, auch in Berlin, Dresden, Potsdam. Nadine nimmt sich dafür frei, fährt Leon mit ihrem Auto. Um das Tragen des Bruders kommt sie dabei nicht herum.

Die Transporte mit dem Auto sind eine Herausforderung. Leon ist mit seinen 38 Kilogramm zwar ein Leichtgewicht. Dennoch ist es mühsam, ihn aus dem Rollstuhl zu heben und ins Auto zu setzen. Noch mehr Anstrengung verlangt das Auseinandernehmen des schweren Pflegerollstuhls. Wenn dann Leon, Nadine und der Rollstuhl im Auto sind, kann niemand weiter mitfahren und vor Ort beim Ein- und Ausheben helfen.

Angesichts der Anstrengungen sucht Nadine dringend nach einem Spezialauto. Ein Auto, in dem sie Leon problemlos im Rollstuhl transportieren kann. Denn einen Pflegerollstuhl kann man nicht einfach zusammenklappen. Dann kann sie Termine viel einfacher wahrnehmen – und Nadine und Leon können unterwegs auch mal unkompliziert eine Pause einlegen.

Eine Autofahrt zu einem Arzttermin mit ihrem Bruder bringt Nadine Malkova regelmäßig ins Schwitzen. Denn sie muss ihren Bruder mühsam aus dem Pflegerollstuhl in ihren PKW hieven. Ein Auto, dass für den Behindertentransport geeignet ist, würde helfen, sagt sie.

Eine Autofahrt zu einem Arzttermin mit ihrem Bruder bringt Nadine Malkova regelmäßig ins Schwitzen. Denn sie muss ihren Bruder mühsam aus dem Pflegerollstuhl in ihr Auto hieven. Ein Auto, dass für den Behindertentransport geeignet ist, würde helfen, sagt sie.

Stefanie Krautz

Ein passendes Auto ist teuer – Nadine braucht Unterstützung

Solche behindertengerechten Autos mit Rollstuhlrampe gibt es. Sie sind aber nicht billig – egal, ob sie in Spezialbauweise hergestellt oder extra umgebaut werden. An die 35.000 Euro kostet so ein Wagen als Benziner in gutem Zustand. Dieses Geld hat die Familie nicht. Daher bittet Nadine um Unterstützung für die 25.000 Euro, die es neben den Ersparnissen noch zu stemmen gilt.

Barrierefreies Auto – wer kann der Familie helfen?

Wer der Familien in Cottbus helfen möchte, kann das auf der Spendenplattform gofundme tun.

Nadine weiß Hilfe zu schätzen, etwa wenn Leon zu einer Reha fahren kann. Das ist bitter nötig, denn Leon kann nicht allein schlafen. So ist die Familie dankbar für den familienentlastenden Dienst der Lebenshilfe, mit denen Leon Ausflüge unternimmt und in den Urlaub fährt.

Warum die Cottbuserin dem Bruder das Heim ersparen will

Die junge Frau will ihrem Bruder ein selbständiges Leben ermöglichen, soweit das geht. Sie sagt: „Perspektivisch soll Leon meine Wohnung übernehmen und hier mit einer 24-Stunden-Pflege leben.“ Die Unterbringung in einem Heim will sie ihrem Bruder ersparen. Sie sagt: „Ich sehe doch, wie überfordert die Pflegekräfte dort sind.“ Darunter leide die menschliche Zuwendung extrem. „Und Leon kann sich nicht äußern. Wer in der Pflege untergebracht wird, muss sich aber äußern und wehren können.“

Auch eine WG wäre nicht optimal für Leon: „Dort ist eine Pflegekraft für mehrere Menschen da. Und in diesen WGs wohnen auch Menschen, die sich äußern können. Die stehen im Vordergrund gegenüber denjenigen, die nicht sprechen können.“

Zunächst aber will Nadine wenigstens die Transporte ihres Bruders einfacher bewältigen können als bisher – und ist dankbar für jede Unterstützung.