22 Volontäre, drei Zeitungen, ein Projekt. Junge Journalistinnen und Journalisten der Lausitzer Rundschau, der Märkischen Oderzeitung und der Südwest Presse haben jetzt den Volontärspreis der Konrad-Adenauer-Stiftung erhalten. 30 Jahre nach dem Mauerfall haben sie mit Ostblick und mit Westblick auf unser Land geschaut und ihre jeweiligen Erfahrungen in einem 60-seitigen „Wende-Magazin“ veröffentlicht.
Zur Begründung der Jury hieß es: „Das Konzept überzeugt, ebenso die differenzierte, von schnellen Vorurteilen freie Auseinandersetzung mit der Frage, wie es um das Zusammenwachsen von Ost und West heute bestellt ist.“ Es sei ein facettenreiches, sorgfältig recherchiertes und frisch präsentiertes Magazin – rundum eine gelungene Kooperation der jüngsten Journalistengeneration.

Volontäre aus Ost und West lernen sich und die deutsche Geschichte kennen

Die Volontäre der drei Zeitungshäuser haben die DDR nie erlebt. Viele haben sich vor dem Projekt nur am Rande mit dem Thema beschäftigt. Ossi zu sein, sei ein Erbe, das man „weitergereicht bekommt“, sagte Annika Funk, Volontärin bei der Märkischen Oderzeitung, bei der Preisübergabe.
Erschrocken war sie bei der Recherche, dass es junge Menschen gibt, die die Identität Ost oder West noch deutlich leben. Sie bezeichnet sich heute nicht mehr als Ossi, sondern als Einheitskind.
Ähnliche Erfahrungen hat Josephine Japke von der Lausitzer Rundschau gemacht. Von daher war sie froh über die Erfahrungen, die sie durch das Projekt sammelt konnte. „Wir haben uns zusammengesetzt, uns kennengelernt“, erzählte sie bei der Ehrung in Berlin. Bei den gemeinsamen Treffen in Ost und West „haben wir festgestellt, dass es die Mauer in unseren Köpfen nicht mehr gibt“.

„Die DDR, der Osten und die Wende gehen uns enorm viel an“

Katrin Stahl, Volontärin bei der Südwest Presse sagte, „die DDR, der Osten und die Wende gehen uns enorm viel an“. Auch jetzt noch, 30 Jahre nach dem Mauerfall. Das Projekt habe die jungen Menschen zusammengeschweißt.
Wegen der Corona-Beschränkungen fiel die Preisverleihung in Berlin in kleiner Runde aus. Die Ehrungen nahmen der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Norbert Lammert, und die Juryvorsitzende Heike Groll vor.