Renommierte Auszeichnung für die Nachwuchsjournalisten der Partnerzeitungen „Südwest Presse“, „Märkische Oderzeitung“ und „Lausitzer Rundschau“: Für ihr Wende-Magazin „Ein Land“ werden sie mit dem Deutschen Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-­Stiftung in der Kategorie Volontärs-Preis ausgezeichnet.
Die Preisverleihung findet am 7. Oktober in Berlin statt. Interessenten können die Veranstaltung, die aufgrund der Corona-Lage in eingeschränktem Umfang stattfindet, via Facebook live verfolgen.

Junge Menschen suchen die Einheit

Die 22 Volontärinnen und Volontäre hatten sich 30 Jahre nach der Wende mit dem Zusammenleben der Deutschen in Ost und West befasst. „Ein Land“ war am 9. November 2019 in einer Auflage von mehr als 330 000 Exemplaren als Beilage der beteiligten Regionalzeitungen in Baden-Württemberg und Brandenburg erschienen. Zudem hatte es eine eigene Internetseite und eine Social-Media-Kampagne gegeben. Das Projekt war vom Kulturstaatsministerium und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert worden.
Für die Geschichten des Magazins sind die jungen Menschen auf Spurensuche entlang der Mauer, im tiefsten Westen und im tiefsten Osten gegangen. West-Kinder sind mit Ost-Geborenen gemeinsam auf Recherche gewesen, haben Zeitzeugen, Jugendliche ihrer Generation und Menschen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen getroffen. Und haben manchmal dabei sogar die eigene Familiengeschichte ganz neu kennengelernt.

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Das sagen RUNDSCHAU-Volontäre zur Arbeit an „Ein Land“

„Die Arbeit an unserem Wendemagazin Ein Land hat mich auf den Boden der Tatsachen ­geholt – und mir gleichzeitig Mut gemacht. Sie hat mir vor allem gezeigt, dass wir alle noch eine lange Strecke vor uns haben“, sagt Josephine Japke, eine der beteiligten Volontärinnen. „Denn unterschiedliche So­ziali­sierungen und Traumata, aber auch hartnäckige Vorurteile stehen uns drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall noch immer im Weg.“
„In einer Welt ohne den Fall der Mauer sähen unsere Lebensläufe heute ganz anders aus. Daraus ergab sich bei der Arbeit an dem Magazin Ein Land auch die Frage, wie sehr wir Autoren und Autorinnen von einer Spaltung geprägt sind, die wir selbst gar nicht miterlebt haben“, schreibt RUNDSCHAU-Volontär Daniel Roßbach.

Lokaljournalistenpreis wird zum 40. Mal vergeben

„Wir vergeben seit 1980 jährlich den Deutschen Lokaljournalistenpreis. Wir zeichnen damit Journalistinnen und Journalisten sowie Redaktionen aus, die Vorbildliches für den deutschen Lokaljournalismus geleistet habe“, schreibt die Konrad-Adenauer-Stiftung zur Preisverleihung am 7. Oktober.
Zur Preisverleihung an der Volontärprojekt „Ein Land“ sagt die Jury: „Das Konzept überzeugt, ebenso die differenzierte, von schnellen Vorurteilen freie Auseinandersetzung mit der Frage, wie es um das Zusammenwachsen von Ost und West heute bestellt ist“, loben die Juroren. „Facettenreich, sorgfältig recherchiert, frisch präsentiert – eine gelungene Kooperation der jüngsten Journalistengeneration.“