Klar, zur Weihnachtszeit ist die Spendenbereitschaft bei den Menschen besonders hoch. „Doch von ausreichend kann keine Rede sein“, sagt Kai Noack, Chef der Cottbuser Tafel. Die Einrichtung unterstützt 5000 Bedürftige.
Mit dem neuen Lockdown werde die Zahl weiter steigen, befürchtet er. Schon im Frühjahr kamen Menschen, die sonst nie zur Tafel kommen, weil sie in Kurzarbeit waren oder ihren Job verloren haben. „Wir sind über jede Spende dankbar“, sagt Noack.

Fünftklässler des Steenbeck-Gymnasiums ist helfen wichtig

Auch die Aktion der Schüler des Max-Steenbeck-Gymnasium komme genau zur richtigen Zeit. Die Fünftklässler haben Lebkuchen, Stolle, Schoko-Weihnachtsmänner, Orangen und Äpfel mitgebracht. Mit den Lebensmitteln will die Tafel jetzt Pakete für ihre Kunden packen. „In diesem Jahr muss unsere Weihnachtsfeier leider ausfallen“, begründet Noack.
„Anderen zu helfen, ist mir wichtig“, sagt der elfjährige Visch Poojitganont. Seine Familie stammt aus Thailand. Er ist hier geboren und seit fast einem halben Jahr auf dem Max-Steenbeck-Gymnasium. „Wir wissen, dass es Menschen auch in Deutschland gibt, denen es nicht gut geht“, betont Mitschülerin Henriette Schmoger (10).

Fünftklässler des Steenbeck-Gymnasiums entwickeln Idee im Unterricht

Die Idee für diese Aktion wurde im Unterricht geboren. Zum planmäßigen Schulstoff gehören auch die Themen Ernährung und Armut. „Schon ein Blick in die Brotbüchsen der Schüler zeigt, dass es große Einkommensunterschiede gibt“, sagt Lehrerin Heike Kaps-Brettschneider.
Rund jede sechste Person in Deutschland galt 2019 als armutsgefährdet. Ein besonders hohes Risiko haben Hartz-IV-Empfänger, Alleinerziehende, Rentner und Flüchtlinge. Chronische Unterernährung sei zwar selten, doch immer mehr Menschen seien nicht in der Lage, sich „angemessen und in Würde zu ernähren“, kritisieren Menschenrechtsorganisationen.