Das Labor des Cottbuser Carl-Thiem-Klinikums (CTK) arbeitet rund um die Uhr, um Abstriche von Lausitzern mit Symptomen einer Covid-19-Erkrankung zu testen.

Maximal 150 Abstriche können täglich untersucht werden. Dann sind die Kapazitäten ausgeschöpft. Das bestätigt Dr. Heidrun Peltroche, Chefärztin Mikrobiologie und Krankenhaushygiene des CTK. Die Wartezeiten auf die Ergebnisse verlängern sich schon. Eine Folge: Das Forster Klinikum hat ein anderes Labor binden müssen. Etwa 20 Abstriche kommen pro Tag aus Spree-Neiße.

Corona-Tests binden CTK-Labor rund um die Uhr

Die Tests sind aufwendig. Das abgegebene genetische Material der Patienten muss für die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) überwiegend ohne Automatisierung extrahiert werden. Vier bis fünf Stunden dauert es bis zur Gewissheit eines negativen Ergebnisses, etwa acht Stunden bis zum Positivergebnis.

Das bindet im Labor des Thiem-Klinikums „derzeit mindestens fünf Vollzeitkräfte und zwei Akademiker in Vollzeit“, erklärt die Chefärztin. Gearbeitet wird für das Carl-Thiem-Klinikum mit dem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ), das Gesundheitsamt der Stadt Cottbus und mehrere Vertragskrankenhäuser.

Die Laborkapazitäten können rein räumlich und auch gerätetechnisch im CTK nicht wesentlich erhöht werden. „Die Zeiten zum Ergebnis werden sich verlängern, das geschieht bereits jetzt schon“, sagt Heidrun Peltroche.

In Cottbus ist jetzt ein weiteres Labor am Start

Inzwischen hat ein weiteres zertifiziertes Labor, das Gemeinschaftslabor Labor Mydlak und Thorausch in Cottbus-Sachsendorf, die Coronavirus-Tests aufgenommen. Dieses nutzt das Gesundheitsamt des Spree-Neiße-Kreises in Forst jetzt.

Im Carl-Thiem-Klinikum Cottbus werden weiter alle Menschen mit begründetem Verdacht auf eine Corona-Infektion und erkrankte Reiserückkehrer in enger Absprache mit dem Gesundheitsamt der Stadt Cottbus getestet. Diese Patienten erhalten auch weiterhin im Zelt am CTK die Diagnostik, wenn das Krankheitsbild vom Hausarzt zuvor indiziert worden ist.

Das neue Coronavirus verbreitet sich sehr schnell. Innerhalb weniger Tage hat sich die Zahl der Infizierten auch in der Lausitz verdoppelt. Aktuell sind 68 Erkrankte registriert.

Zum Testverfahren auf das Coronavirus


In der medizinischen Diagnostik wird die Polymerase-Kettenreaktion (PCR: Polymerase Chain Reaction) eingesetzt, um virale und bakterielle Krankheitserreger nachzuweisen. Dabei wird DNA oder RNA des Erregers in einer Probe vervielfältigt und anschließend untersucht. Mit der Methode sind bereits kleinste Mengen eines Erregers, auch des Coronavirus Sars-CoV-2, zuverlässig nachzuweisen.

Die Polymerase-Kettenreaktion ist bewährt, um genetische Krankheiten nachzuweisen. Sie wird auch bei Vaterschaftstests und der Untersuchung des genetischen Fingerabdrucks bei Verbrechen genutzt.