Mit ernsten Minen treten Ärzte und Feuerwehrleute in Cottbus vor die Kameras. Sie richten einen eindringlichen Appell an die Bürger der Stadt. Ihre Botschaft: Die Lage ist angespannt und alle sind davon betroffen.
Dr. René Mettke ist der stellvertretende ärztliche Leiter des Rettungsdienstes in Cottbus. Er wird deutlich: „Wir rufen alle auf, endlich aufzuwachen. Bitte halten Sie die Abstands- und Hygiene-Regeln ein. Es geht um Ihre Gesundheit.“ Die Ärzte beobachten, wie sich seit Wochen die Corona-Situation verschärft. Ein Blick in die Belegung des Carl-Thiem-Klinikums (CTK) macht es deutlich. Dort gibt es laut Plan 24 Intensivpflegebetten. Bislang wurden zwölf davon für Corona-Patienten vorgehalten. Aber seit dem 11. November werden auf der Intensivstation des CTK 13 Corona-Patienten behandelt.

CTK erweitert Intensivkapazitäten

Deshalb erweitert das CTK seine Intensivtherapie-Kapazitäten für Covid-19-Patienten auf insgesamt 24. Damit müssen bereits jetzt operierte oder verunfallte Patienten, die eine Intensivpflege benötigen, in einem anderen Bereich des CTK verlegt werden. Eine solche Aufstockung sei nur in einem gewissen Maß möglich, betont auch Dr. Thomas Lembcke. Der ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes ergänzt: „Zudem ist das Intensivpflegepersonal bereits jetzt knapp. Eine Qualifikation für zusätzliches Personal hat es im CTK zwar gegeben, aber das ist eine komplexe und anspruchsvolle Arbeit, die man nicht in zwei Wochen beherrscht.“
Insofern gehe die Lage jeden Cottbuser etwas an, das unterstreichen die Ärzte. Denn wenn sich die Corona-Situation weiter verschärfe, hat das automatisch Auswirkungen auf alle anderen Patienten, wenn sie einen Unfall oder einen Herzinfarkt erleiden. Dann könne es dazu kommen, dass für diese Patienten die Behandlung nicht schnell oder ausreichend genug möglich ist.

Schwerpunktversorger für die gesamte Region

Dabei wachse der Druck nicht nur auf Cottbus selbst. Denn das CTK nimmt als Schwerpunktversorger auch Corona-Patienten aus umliegenden Regionen auf. Es habe bereits Anfragen aus Görlitz, Bautzen und selbst Polen gegeben.
Deshalb noch einmal: „Jeder kann mit seinem eigenen Handeln dazu beitragen, dass die Krankenhäuser und der Rettungsdienst nicht kollabieren“, sagt René Mettke.